Frage: Was erforscht die Restaurierungswissenschaft?

Antwort: Prinzipiell alles, was mit Restaurierungen zu tun hat.

Gegenfrage: Was verstehen SIE unter Restaurieren? Aufpolierte Kunstwerke, goldglänzende Altäre, gutes altes Handwerk?

Antwort: __________________________________

 
Restaurieren ist keine Methode zur Stützung des Kunstmarkts und kein Instrument zur Steigerung von Wertanlagen, kein billiger Jakob und kein Beauty-Shop für Kunst- und Kulturobjekte. Restaurieren ist mehr. Restaurieren verknüpft den Respekt und die Hochachtung vor den schöpferischen Leistungen der Spezies Mensch mit Geschichtsbewusstsein und dem Ziel, wichtige und wertvolle Zeugnisse der Vergangenheit für künftige Generationen zu bewahren. Restauratoren, Konservatoren und ihre Wissenschaftler bemühen sich um die Erhaltung des materiellen Erbes der Menschheit (Material Cultural Heritage). Sie definieren sich nicht zuletzt über ihre Gegenspieler: beispielsweise Ignoranten(140.7 KB) und Fundamentalisten(205.6 KB), Tourismusaktivisten(88.0 KB) oder profitorientierte Ökonomen.

Forschungsgegenstand sind Baudenkmale, Bildwerke oder Kulturgüter, die oft als Patienten kommen, viel von ihrem geistigen Inhalt verloren haben, von den Spuren der Geschichte überformt und von Altlasten voll sind. Wissenschaftlich unterkühlt spricht man von „Objekten“, die eigentlich immer „Subjekte“ sind, weil sie ihre eigene, sehr individuelle Geschichte haben. Und schon steckt man mitten in restaurierungswissenschaftlichen Fragestellungen wie: „Was liegt vor, wie alt ist es? Was ist geschehen? Was blüht denn da (aus), warum ist es so, wie es ist? Und: Was kann man tun?“