Aktivitäten

Upcoming: Israel-Exkursion (September 2019) in Kooperation mit der Professur für Judaistik Bamberg

Internationaler Workshop "Being the Other. Orientalisierung, Selbstorientalisierung und Dekonstruktion" (26.-27.07.2019)

Vom 26.07. bis zum 27.07.2019 fand am Bamberg Institut für Orientalistik der Workshop „Being the Other“ – Orientalisierung, Selbstorientalisierung und Dekonstruktion statt, der von Studierenden des Elite-Masterstudienganges „Kulturwissenschaften des Vorderen Orients“ unter der Leitung von Prof. Dr. Charlotte Bank organisiert wurde.

WissenschaftlerInnen aus dem In- und Ausland diskutieren die Verflechtungen von Orientalismus, Prozessen der Selbstorientalisierung und Artikulierungen von sexuellen und Gender Identitäten im Spiegel der künstlerischen und kulturellen Produktion. Hier finden Sie das Programm(2.9 MB) des Workshops.

Libanon-Exkursion (April 2019)

Bericht von Steven Lüke, Studierender im Elite-MA Kulturwissenschaften des Vorderen Orients

Libanon, der multikonfessionelle arabische Küstenstaat zwischen Syrien und Israel, vermag durch seine reiche Geschichte und kulturelle Vielseitigkeit zu begeistern. Gefördert durch den DAAD und das Elitenetzwerk Bayern hatten Anfang April Studierende des Elite-Masterstudiengangs und des Instituts für Orientalistik der Universität Bamberg, die Möglichkeit eine Reise in den Libanon zu unternehmen. Die Exkursion wurde vom Lehrstuhl für Islamische Kunstgeschichte organisiert und profitierte vor allem von Prof. Dr. Ralf Bodensteins und Çiğdem İvrens lokaler Vernetzung und ihren detaillierten Kenntnissen der städtebaulichen und architektonischen Entwicklungen, respektive der modernen und zeitgenössischen Kunst. Dr. Anja Heidenreich bereicherte die Reise durch ihre archäologische Expertise. Studierende übernahmen Einzelführungen an ausgewählten Stationen der Reise. Neben des durch das halbstaatliche Bauunternehmen SOLIDERE restaurierten Central Districts Beiruts, wurden verschiedene Einrichtungen der Kunst, Kultur und Wissenschaft besucht. Zu erwähnen sind hier unter anderem: Das Arab Center for Architecture, Beit Beirut, das Orientinstitut, das Goethe Institut, das Sursock Museum, das Modern and Contemporary Art Museum (MACAM), das Dar el-Nimer und die Galerie Agial. Neben den eher zeitgeschichtlich relevanten Zielen verschlug es die Gruppe außerdem an wichtige archäologische Stätten wie Byblos und Sidon sowie in die archäologischen Sammlungen der American University of Beirutund des Nationalmuseums Beirut.

Besonders die libanesische Hauptstadt Beirut fasziniert durch ihren palimpsestischen Charakter: Die älteren Schichten der seit der Bronzezeit besiedelten Region sind unter vielen baulichen Strata verschüttet. Nahe dem Märtyrerplatz sind römische und phönizische Schichten teilweise freigelegt, zum weitaus größeren Teil sind sie jedoch, wie Aktivisten betonen, im (Abriss- und) Bauboom der letzten Jahrzehnte einbetoniert worden. Entfernt man sich aus dem tadellos renovierten, sterilen Central District, stößt man schnell auf die Spuren des Bürgerkrieges und der aus ihm hervorgegangenen politischen und gesellschaftlichen Ordnung: Direkte Relikte der kriegerischen Zerstörung in Form von Ruinen und Einschusslöchern, die Graffiti der Milizionäre, riesige Porträts der politischen und militärischen Führer der im jeweiligen Stadtteil vorherrschenden Konfession. Letztere weisen auf die mit Fluchtbewegungen zusammenhängende Tendenz zur konfessionellen Homogenisierung entlang der ehemaligen Demarkationslinie hin. Vor allem in den südlichen Stadtteilen sind es die konfessionell-politischen Netzwerke, die die urbane Infrastruktur aufrechterhalten. Die auf die Bombardierung der israelischen Armee 2006 folgende Untätigkeit des Staates in den von der Hisbollah dominierten Gebieten, stärkte diese als sozialen Akteur.

Kühler Luxus im privatisierten öffentlichen Raum trifft auf bittere Armut in den engen Quartieren der aus Syrien Geflohenen und in den Lagern der Palästinenser. Im perizentralen Viertel Zokak al-Blat warten von ihren Besitzern dem Verfall anheim gegebene Gebäude darauf, Platz für die baulichen Visionen internationaler Architekten zu machen. Bekannt und beliebt ist die Stadt jedoch nicht nur als Investitionsobjekt reicher Araber, sondern auch für ihre lebendige Kunst- und Kulturszene, für ihre ausschweifenden Partys und ihrer reiche Küche, die sich am besten bei einem Glas Arak oder Wein aus der Bekaa-Ebene genießen lässt. Auch die Zivilgesellschaft, die sich gegen umstrittene Bauvorhaben, die Privatisierung öffentlicher Räume, Vetternwirtschaft und Korruption zu Wort meldet, ist ein gut sichtbarer und vitaler Bestandteil libanesischer Lebenswelten.

Internationaler Workshop "Reisende in und aus dem Orient und ihre Literatur" (12.-13.07.2018)

Der Workshop(2.4 MB) wurde von Studierenden im Rahmen des Moduls "Theories and Methods" unter der Leitung von Prof. Dr. Elke Hartmann organisiert. Die Veröffentlichung des Tagungsbandes ist für Herbst 2019 geplant.

Paris-Exkursion 25.-31.05.2018

Paris ist immer eine Reise wert: Dieses Mal insbesondere für Orientalisten. In einem spannenden, dichten Programm hatten wir Gelegenheit wichtige Forschungseinrichtungen, Bibliotheken und Museen kennen zu lernen. Gleich am ersten Tag führte uns Mme Chalvin vom Fachbereich Turkologie durch die Bibliothèque universitaire des langues et civilisations (BULAC), M. Fressard nahm uns mit durch die beeindruckenden Hallen der Bibliothèque nationale und zeigte uns anschließend spezielle Recherche-Möglichkeiten auf. Wir lernten das CNRS (Centre nationale de la recherche) und seine Forschungsschwerpunkte kennen, besuchten Bibliothek und Museum des Institut du monde arabe (nicht zu vergessen das dortige Café und den Souvernirshop) und trafen uns - nicht nur im Hörsaal - mit Studierenden der Sorbonne (Fachbereich Iranistik). Mit dem Schiff ging es zum völkerkundlichen Musée du quai Branly, direkt unter dem Eiffelturm. Sicher könnte man Tage und Wochen im Louvre verbingen, doch Dr. Collinet (Islamische Kunst) führte uns gezielt auf Schleichwegen zu den zentralen Ausstellungsstücken im Louvre und infizierte uns mit ihrer Begeisterung für die einzelnen Gegenstände. Es waren fünf intensive Tage, es hätten eigentlich noch mehr werden können. Paris bleibt also weiterhin eine Reise wert...