Institut für Archäologische Wissenschaften, Denkmalwissenschaften und Kunstgeschichte

KDWT

Arbeitsbereich Denkmalpflege / Heritage Sciences

Zukunftsthema Städtebauliche Denkmalpflege

Mehr als die Hälfte aller Menschen wohnt heute in Städten. Die herkömmlichen Siedlungsräume sind hoher Dynamisierung ausgesetzt. Stadtwachstum steht neben Schrumpfungsprozessen und der Verödung ländlicher Regionen. Vertraute Lebensräume und die ihnen zugeordneten Nutzungen und Strukturen verändern sich. Bedroht sind oft komplexe Strukturen wie historische Stadträume oder Dorfkerne, deren Verlust die Bindungs- und Integrationskraft entscheidend schwächen kann.

   

Bewährte Tools - neue Aufgaben

Gerade in Bayern wird der städtebaulichen Denkmalpflege traditionell hohe Bedeutung beigemessen. Doch kommen der Denkmalpflege in dem skizzierten Umfeld neue Aufgaben zu, um zu einer nachhaltigen und denkmalverträglichen Entwicklung beizutragen:
- die Mitarbeit an historisch informierten Planungsverfahren
- die konsequentere Einbeziehung unterschiedlicher Akteursgruppen
- die Einführung neuer Partizipationsmodelle und Formen der Wissensvermittlung

Historische Vorbilder - internationale Perspektive

Dabei muss oft noch Grundlagenwissen erarbeitet werden, über Aushandlungs- und Identitätsprozesse und unterschiedliche Erbe-Figurationen im öffentlichen Raum. Die Analyse historischer Konstellationen hilft uns, besser zu verstehen, wie Kontinuitäten und Entwicklung zusammengedacht werden können. Von zentraler Bedeutung ist dabei der Blick über den deutschen und europäischen Horizont hinaus, wo in oft überaus heterogene Erbe-Landschaften Bewertungsfragen und Narrative stärker in den Mittelpunkt gerückt sind, und wo durch tiefgreifende Konflikte der Überlieferung von Kulturerbe oft existentielle Bedeutung zukommt.