Linda Waack zu Gast: „Weibliche Wut in Film und Filmpublizistik"

Die Frage nach „weiblicher Wut“ markiert eine der kontroversen Debatten unserer Gegenwart – insbesondere mit Blick auf soziale Medien. Agieren emotionale Expressivität und Wut im digitalen Raum als Form eines feministischen Widerstands oder befeuern sie vielmehr die Fragmentierung der Öffentlichkeit und eine identitätspolitisch aufgeladene Aggression? Auch in der feministischen Theorie blickt das Phänomen auf eine vielschichtige Tradition zurück: Während der Schwarze Feminismus – etwa bei Audre Lorde in den 1980er-Jahren – in der Wut eine essenzielle Kraft gegen Rassismus und Unterdrückung erkennt, warnen spätere Theoretikerinnen wie Wendy Brown vor einem Verharren in der Logik der Vergeltung, das patriarchale Systeme nicht überwindet, sondern paradoxerweise sogar stabilisiert.

Neben theoretischen Abhandlungen hat sich die weibliche Wut insbesondere im Film eine bildliche Form verschafft. Im Rahmen der Vorlesungsreihe „Medien und Kultur“ des Lehrstuhls für Literatur und Medien dürfen wir am Dienstag, dem 3. November, Dr. Linda Waack, Oberassistentin am Seminar für Filmwissenschaft der Universität Zürich, in Bamberg begrüßen. Kürzlich hat sie gemeinsam mit Caroline Schöbi und Seraina Winzeler das Themenheft „Wut“ der traditionsreichen Zeitschrift Frauen und Film  herausgebracht. In ihrem Vortrag stellt sie das Heft vor und gewährt uns einen Einblick in die gegenwärtige feministische Publizistik.

Wir laden Sie herzlich zu diesem inspirierenden Abend ein und freuen uns auf Ihre Fragen und eine lebendige Diskussion!

Wann: Dienstag, 3. November, 18:00 – 20:00 Uhr

Wo: Universität Bamberg, Raum U2/01.33