Fachprofil

Religionspädagogik ist ein theologisches Fach im Schnittfeld mehrerer Disziplinen: Sie bearbeitet Fragen religiöser Bildung, Erziehung, Entwicklung und Sozialisation im übergreifenden Kontext von Kirche und Gesellschaft. An der Universität Bamberg verbindet sich diese allgemeine Charakteristik mit einer spezifischen Zielperspektive: Religionspädagogik hat hier ihre primäre, wenn auch nicht ausschließliche Aufgabe in der fachdidaktischen Qualifizierung von Lehramtsstudierenden verschiedener Schularten (Grundschule, Hauptschule, Realschule und Berufsschule).

In den letzten Jahrzehnten hat die Religionspädagogik ihr wissenschaftliches Selbstverständnis und Methodenrepertoire erheblich erweitert. Sie

  • nähert sich empirisch der vielfältigen Religions- und Bildungspraxis der Gegenwart, mit Schwerpunkt auf den religiösen Vorstellungen und Lebensformen heutiger Kinder und Jugendlicher,
  • fragt historisch nach dem Zustandekommen dieser Bildungspraxis und befasst sich in gegenwartsorientiertem Interesse mit religiösen Bildungskonzepten der Vergangenheit,
  • setzt sich systematisch mit den biblisch verbürgten Überzeugungsgrundlagen des Christentums auseinander, in der Absicht, diese für eine gegenwartsfähige religiöse Bildung fruchtbar zu machen.

Diese drei Perspektiven fließen zusammen in der religionsunterrichtlichen Fachdidaktik, die sich darum bemüht, religiöse Bildungs- und Lernprozesse im schulischen Religionsunterricht subjekt- und sachgerecht anzulegen.

An der Universität Bamberg wird evangelische Religionspädagogik in dieser disziplinübergreifenden Weite und fachdidaktischen Fokussierung betrieben und studiert. Zugleich haben religionspädagogische Lehre [Link] und Forschung [Link] an diesem Standort aber auch ein eigenes Profil.

Evangelisch Religionspädagogik in Bamberg ist 

  • ökumenisch ausgerichtet. Das äußert sich in der engen Verzahnung und Abstimmung zwischen den evangelischen und katholischen Lehrstühlen und spiegelt sich auch in der fachdidaktischen Ausbildung wider, in der die ökumenische Lerndimension und konfessionelle Kooperationsfähigkeit eine wichtige Rolle spielen.
  • an öffentlichen Fragen und Phänomenen interessiert. Die Religionspädagogik trägt zu diesem für die Evangelische Theologie in Bamberg insgesamt charakteristischen Profilmerkmal vor allem dadurch bei, dass sie religiöse und interreligiöse Bildung im Horizont der (religiösen) Globalisierung bedenkt und erforscht.
  • historisch fundiert. Dieser Schwerpunkt steht nicht im Gegensatz, sondern im Dienst einer gegenwartsorientierten religiösen Bildung, die ohne geschichtliche Selbstvergewisserung oberflächlich und blutleer bleibt.
  • praxisnah angelegt. Dafür stehen unsere fachdidaktischen Lehrangebote einschließlich des Praktikums [Link] ebenso wie die alljährliche Ökumenische PraktikumslehrerInnentagung [Link]. Auch auf dieser Ebene liegt ein besonderer Akzent auf der evangelisch-katholischen Ökumene.
  • subjektorientiert. Im Zentrum der religionspädagogischen Lehre und Forschung stehen die Kinder und Jugendlichen, mit ihren eigenen religiösen Bedürfnissen, Vorstellungen und Einstellungen zur Geltung kommen sollen. Dieses Anliegen betrifft besonders die Religionsdidaktik, reicht aber – wie der empirische Forschungsschwerpunkt Konfirmandenarbeit zeigt – auch darüber hinaus.
  • studierendenfreundlich, oder will das zumindest sein. Kurze Wege, zugewandte Lehre, niedrigschwellige Kommunikation, kompetente Beratung, Freude am Studieren  – das ist uns wichtig und soll auch atmosphärisch spürbar sein.