Andrea Paguni

Mobi-Team bei der IEEE SMARTCOMP 2026

Vom 22. bis 25. Juni 2026 nahmen Prof. Dr. Daniela Nicklas, Abeera Ayesha Riaz und Leonie Ackermann an der SMARTCOMP 2026, der führenden Konferenz für Smart Computing, in Messina, Italien, teil.

Prof. Dr. Daniela Nicklas war Programme Co-Chair der SMARTCOMP 2026 und nahm außerdem an der Podiumsdiskussion „Intelligent Spaces: Smart Computing in the Age of Generative and Agentic AI“ teil. Gemeinsam mit Prof. Dr. Antonio Puliafito, Prof. Dr. Hirozumi Yamaguchi und Prof. Dr. Carlo Vallati stellte sie Visionen für die Zukunft des Smart Computing vor.

Die Stadt der Zukunft gestalten: Urbane Resilienz im Fokus

Prof. Dr. Daniela Nicklas präsentierte mit ihrer Vision der „Future City“ ein überzeugendes Zukunftsbild urbanen Lebens, das technologische Innovation mit Resilienz verbindet. In diesem Szenario leben die Bewohnerinnen und Bewohner in einer Stadt mit zahlreichen Grünflächen, deren Gebäude und Mobilitätsangebote nahtlos mit digitalen, cloudbasierten Diensten verknüpft sind.

Gleichzeitig betonte sie die Notwendigkeit, Städte auf mögliche Störungen und Krisensituationen vorzubereiten. Dazu gehören der Aufbau robuster lokaler Energiesysteme sowie die Sicherstellung, dass essenzielle Dienstleistungen auch in Ausnahmesituationen zuverlässig verfügbar bleiben. In diesem Zusammenhang wird insbesondere agentenbasierte Künstliche Intelligenz (Agentic AI) eine zentrale Rolle bei der Stärkung der urbanen Resilienz spielen. KI kann städtische Systeme automatisieren und optimieren, Infrastrukturen überwachen und im Notfall schnelle Reaktionsmechanismen unterstützen.

Der Übergang zu einem solchen Modell urbanen Lebens ist jedoch mit Herausforderungen verbunden. Obwohl die langfristigen Vorteile entsprechender Investitionen erheblich sind, können die höheren kurzfristigen Kosten eine Hürde für eine rasche Umsetzung darstellen. Zudem muss die Vielfalt der Stadtbevölkerung berücksichtigt werden: Die unterschiedlichen Bedürfnisse und Lebensrealitäten der Menschen erfordern maßgeschneiderte Lösungsansätze.

Trotz dieser Herausforderungen bietet das Konzept der „Future City“ großes Potenzial. Eine wesentliche Chance liegt in der Stärkung lokaler Wirtschaftskreisläufe. Durch die Nutzung regionaler Ressourcen und Dienstleistungen können Städte neue Arbeitsplätze schaffen und lokale Unternehmen fördern, wodurch ihre wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit steigt. Darüber hinaus können Systeme, die bislang als ineffiziente Redundanzen galten, wertvolle Ausfallsicherheiten bieten und damit die Zuverlässigkeit der städtischen Infrastruktur erhöhen. Auch wenn die anfänglichen Investitionen beträchtlich sein mögen, eröffnen langfristige Effizienzgewinne und Innovationen vielversprechende Perspektiven für Städte, die diesen Wandel aktiv gestalten möchten.

Datenknappheit in der Smart Mobility adressieren

Im Rahmen der Session „Smart Mobility and Urban Systems“ präsentierte Abeera Ayesha Riaz, die seit April als Doktorandin am Lehrstuhl für Mobile Systeme tätig ist, den Beitrag „Navigating Sparsity: Evaluating the Impact of Controlled Data Reduction on Synthetic Mobility Data Utility“.

Der gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen Muhammad Tayyab Shafique, Debasree Das und Leonie Ackermann verfasste Beitrag untersucht die Herausforderungen bei der Nutzung synthetischer Mobilitätsdaten im Kontext von Smart Cities. Als Fallstudie dient dabei das New Yorker Fahrradverleihsystem CitiBike. Da Städte zunehmend auf Daten angewiesen sind, um Verkehrssysteme effizienter zu gestalten und Dienstleistungen zu verbessern, gelten synthetische Datensätze als vielversprechender Ansatz, um Einschränkungen beim Austausch und der Nutzung realer Mobilitätsdaten zu überwinden.

Ein umfangreicher Mobilitätsdatensatz mit hoher räumlicher und zeitlicher Abdeckung sowie intensiver Nutzung unterstützt zahlreiche Anwendungen – von der Verkehrsplanung bis hin zur Entwicklung betrieblicher Strategien für alternative Mobilitätsangebote. In der Praxis treten jedoch häufig Datenlücken auf. Ursachen hierfür sind unter anderem eine unvollständige Infrastrukturabdeckung, Systemausfälle, Einschränkungen bei der Datenerhebung, unterschiedliche Nutzungsmuster oder betriebliche Störungen.

Eine zentrale Fragestellung lautet daher, ob synthetische Daten auch dann ihren Nutzen behalten, wenn die zugrunde liegenden Trainingsdaten selbst unvollständig oder lückenhaft sind. In der Studie wird deshalb untersucht, in welchem Maße sich Datenknappheit aus den Trainingsdaten auf die erzeugten synthetischen Datensätze überträgt und welche Auswirkungen dies auf deren Verwendbarkeit in nachgelagerten Anwendungen hat.

Insgesamt unterstreicht die Arbeit die Bedeutung eines besseren Verständnisses und einer gezielten Berücksichtigung von Datenknappheit in Mobilitätsdaten. Nur so kann das Potenzial synthetischer Datensätze zur Verbesserung urbaner Verkehrssysteme im Rahmen von Smart Cities voll ausgeschöpft werden.

Dank für eine unvergessliche SMARTCOMP-Erfahrung

Die Teilnahme an der SMARTCOMP war für das gesamte Team eine außergewöhnlich bereichernde Erfahrung. Besonders beeindruckt hat uns die inspirierende Atmosphäre sowie die Vielzahl spannender wissenschaftlicher Beiträge und Diskussionen. Der Austausch mit Forschenden und Fachleuten aus aller Welt bot wertvolle Möglichkeiten zum Netzwerken und legte den Grundstein für zukünftige Kooperationen.

Unser herzlicher Dank gilt den Organisatorinnen und Organisatoren für die hervorragende Planung und die Schaffung eines so offenen und einladenden Konferenzumfelds. Wir kehren mit vielen neuen Ideen und großer Vorfreude auf zukünftige Projekte zurück.