Wie ist mein Studium aufgebaut?

Germanistik wird als Hauptfach (75 ECTS-Punkte) oder als Nebenfach (45 oder 30 ECTS-Punkte) in Kombination mit weiteren Fächern studiert. Dabei können Sie aus verschiedensten Fächern wie z. B. Kommunikationswissenschaft, einer anderen Philologie, BWL, Soziologie oder Angewandter Informatik wählen.

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Germanistische Kernbereiche und Vermittlung

Im Studium der Germanistik befassen Sie sich in drei wesentlichen Fachteilen - der Neueren und Älteren deutschen Literaturwissenschaft sowie der Deutschen Sprachwissenschaft - intensiv mit der deutschen Sprache, Literatur und Kultur von deren Anfängen im Mittelalter bis zur unmittelbaren Gegenwart. 

Im Bereich „Text und Vermittlung“, der in den Germanistikformaten mit 75 und 45 ECTS-Punkten enthalten ist, können Sie außerdem zwischen zwei praxisbezogenen Bereichen wählen: der Literaturvermittlung und der Fachdidaktik.

 

 

 

  • Der Gegenstand der NdL ist vielgestaltig und komplex, er wächst täglich: Es geht um die deutschsprachige Literatur vom 16. Jahrhundert bis heute, also von der Reformationszeit über das Barock, die Aufklärung, Klassik und Romantik, den Vormärz, Realismus, die facettenreiche Moderne um 1900, die Weimarer Republik, die Exil- und Nachkriegsliteratur, die Postmoderne bis zu aktuellen Entwicklungen. Sie betrachten diese Literatur – sei es ein Sonett, eine Ballade, eine Tragödie, ein Schelmenroman oder ein Comic – auch im Kontext europäischer und außereuropäischer Literaturen sowie anderer Medien.
  • Wir lesen hier mit Leidenschaft und dabei professionell, d. h. historisch, literatur- und kulturtheoretisch reflektiert und mit unterschiedlichsten ‚Werkzeugen‘ von rhetorischen Stilmitteln über strukturalistische Termini bis hin zu kultursoziologischen Konzepten wie dem literarischen Feld.
  • Die Geschichte der Literatur kann sehr verschieden erzählt werden, und diese Erzählungen können sich ändern. Deshalb nehmen wir mit Ihnen die Literaturgeschichtsschreibung in ihrer Wandelbarkeit in den Blick und denken über den Kanon nach, um dessen Mechanismen zu verstehen und auch marginalisierte Literatur von zum Beispiel Autorinnen oder aus Randgruppen zu beleuchten.
  • Unser Fach selbst ist ebenfalls ein spannendes Untersuchungsobjekt, weil sich anhand der Veränderungen in der Interpretationsgeschichte von Texten und in Theorie- und Methodendebatten vieles über unsere Kultur lernen lässt.

  • Die ÄdL vermittelt grundlegende Kenntnisse im Bereich der Literaturgeschichte von den Anfängen bis in die Frühe Neuzeit, also vom 8. bis ins 16. Jahrhundert (z. B. das Nibelungenlied, Minnesang, Werke von Gottfried von Straßburg, Wolfram von Eschenbach, Oswald von Wolkenstein oder Martin Luther). Dazu gehört die vertiefte Auseinandersetzung mit der Geschichte der deutschen Sprache (Althochdeutsch / Altniederdeutsch, Mittelhochdeutsch, Frühneuhochdeutsch), mit literarischen Traditionen sowie mit literaturtheoretischen und kulturwissenschaftlichen Ansätzen.
  • Bei uns können Sie die intensive Lektüre, Analyse und Interpretation deutschsprachiger Literatur des Mittelalters mit einem soliden philologischen methodischen Handwerkszeug einüben.
  • Wir schlagen die Brücke zu modernen Rezeptionsformen (Mittelalter im Kino) und zu Vermittlungsformen mittelalterlicher Literatur in der schulischen Praxis.
  • Spezifische Forschungsfelder der Bamberger Altgermanistik liegen vor allem im Bereich der ersten Zeugnisse der  deutschsprachigen Textüberlieferung sowie in Bereichen von Materialität und Medialität der Literatur des Mittelalters. Besonders wichtig ist uns darüber hinaus die Verknüpfung mit interdisziplinären Fragestellungen, z. B. in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Mittelalterstudien (ZeMas). 

  • In der Systemlinguistik nehmen wir die Struktur und den Wandel der deutschen Sprache in ihrer gesamten Breite in den Blick – von den historischen Sprachstufen bis zur Gegenwartssprache.
  • Wir untersuchen, wie Sprache aufgebaut ist - von Lauten (Phonetik und Phonologie) und Wörtern (Morphologie), dem Rhythmus und der Struktur von Sinneinheiten und Sätzen (Syntax) bis zu komplexen Texten (Textlinguistik) -, was und wie sie bedeutet (Semantik), wie sie je nach Kontext gebraucht wird (Pragmatik) und wie sich sprachliche Strukturen im Laufe der Zeit verändern.
  • Mit dem weiteren Fokus auf Deutsch als Fremdsprache bearbeiten wir zudem auch Fragen zum Lehren und Lernen des Deutschen in verschiedenen Kontexten.
  • In allen Schwerpunkten vermitteln wir fundierte Methoden der empirischen und theoretischen Sprachwissenschaft.

Literaturvermittlung

Die Literaturvermittlung bietet Ihnen Einblicke in die unterschiedlichen Gebiete und Spielarten der Begegnung von Literatur und Lesenden sowie in damit verbundene Berufsfelder. In Seminaren und Übungen, die meist von Dozierenden aus der beruflichen Praxis geleitet werden, befassen Sie sich z. B. mit Entwicklungen des Buchmarkts und Literaturbetriebs, mit Verlagsarbeit, Pressearbeit, Kulturmanagement, Theaterarbeit, Literaturkritik in verschiedenen Medien von Feuilleton bis BookTok, literarischem Schreiben oder auch Unternehmenskommunikation.

Fachdidaktik

In der Deutschdidaktik beschäftigen Sie sich mit Erwerbs- und Vermittlungsprozessen rund um Sprache und Literatur innerhalb und außerhalb der Schule. Dieser Fachteil ist transdisziplinär ausgerichtet, da er mehrere Bezugswissenschaften hat, zuvorderst natürlich die germanistische Sprach- und Literaturwissenschaft, darüber hinaus Pädagogik, Psychologie, Soziologie, Geschichte und andere Fachdidaktiken. Studierende bekommen von uns wissenschaftliche Grundlagen für künftiges professionelles Handeln, um beispielsweise die Lernstände von Schülerinnen und Schülern diagnostizieren, Lernschwierigkeiten erklären und Lernprozesse gezielt anleiten und begleiten zu können. 

Insbesondere im Fall des Doppelstudiums von Germanistik in einem Lehramts- und im Bachelorstudiengang wird dieser Zusatzbereich von Studierenden gern gewählt.

Germanistik in Zeiten von Digitalität und Social Media

Den durch Digitalisierung und Social Media erweiterten medialen Möglichkeiten begegnen wir in unserem Fach in mehrfacher Weise: 

  • Für unsere Kurse bevorzugen wir traditionelle Präsenzlehrformate. Daneben bestehen in der Bamberger Germanistik selbstverständlich auch Onlinelehrangebote, u. a. über die Virtuelle Hochschule Bayern .
  • Wir befassen uns mit sprachlichen Besonderheiten und spezifischen Zeichensystemen, die sich durch digitale Kommunikation entwickeln.
  • Wir verfolgen die Sprach- und Literaturwissenschaft im WWW und in Social Media und präsentieren auch selbst wissenschaftliche Ergebnisse dort – siehe beispielsweise das Live Handbuch Literaturvermittlung.
  • Uns interessieren die digitale Verbreitung und Vermarktung von Literatur (u. a. Selfpublishing) oder auch Literaturkritik à la Bookstagram und BookTok sowie die Literaturrezeption durch reading communitys im social web.
  • Die Bamberger Literaturvermittlung betreibt mittlerweile auch die renommierte Plattform literaturkritik.de mit.
  • Im Rahmen des Schwerpunkts Digital Humanities & Neue Medien in der Älteren deutschen Literaturwissenschaft erarbeiten wir in Projekten gemeinsam mit Studierenden digitale Texteditionen, beschäftigen uns mit der Konzeption von Datenbanken oder Apps und analysieren größere Textcorpora.
  • Wir vermitteln den kritischen Umgang mit KI-Tools, beispielsweise indem wir unsere Studierenden an die daten- und statistikbasierten Grundlagen computergestützter Sprachanalyse oder automatisierte Texterkennung in der sprachwissenschaftlichen Forschung heranführen.
  • Die digitale Transformation unserer Gesellschaft wirkt sich auf Schulfächer, ihre Gegenstände und Methoden aus. Um Deutsch-Lehrkräfte in diesem Wandel zu unterstützen, hat der Bamberger Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur in Verbundforschungsprojekten zu Digitaler Souveränität Unterrichts- und Fortbildungsangebote forschungsgestützt entwickelt. In Lehrveranstaltungen der Deutschdidaktik lernen Studierende, wie Schülerinnen und Schülern fachliche digitale Kompetenzen erweben sowie eine selbst- und medienreflexive Haltung ausbilden können.

Bachelorstruktur

Das Bachelorstudium umfasst 180 ECTS-Punkte. Sie haben folgende Kokombinationsmöglichkeiten:

  • zwei Hauptfächer mit jeweils 75 ECTS-Punkten oder
  • ein Hauptfach und zwei Nebenfächer (75 + 45 + 30 ECTS-Punkte).

Hinzu kommen das Studium Generale (18 ECTS-Punkte) und die Bachelorarbeit (12 ECTS-Punkte) im 1. Hauptfach bzw. im Hauptfach zu zwei Nebenfächern. Germanistik können Sie in Vollzeit- oder Teilzeit studieren. 

Aufbau der einzelnen Varianten

Im Hauptfachstudium Germanistik sind folgende Moulde zu belegen:

  • ein Basismodul und Aufbaummodule I und II in jedem der drei Fachteile Neuere deutsche Literaturwissenschaft, Ältere deutsche Literaturwissenschaft und Sprachwissenschaft des Deutschen
  • Basismodul im Bereich „Text und Vermittlung“
  • im Fall der Bachelorarbeit in der Germanistik ein Vertifungsmodul in dem Fachteil (NdL oder ÄdL oder Sprachwissenschaft), in dem die Arbeit geschrieben wird
  • im Fall ohne germanistische Bachelorarbeit ein Aufbaumodul im Bereich “Text und Vermittlung”

Im Sudium der Germanistik als erweitertes Nebenfach sind folgende Moulde zu belegen:

  • Basismodul Neuere deutsche Literaturwissenschaft
  • Basismodul Ältere deutsche Literaturwissenschaft
  • Basismodul Sprachwissenschaft des Deutschen
  • Aufbaumodule I und II in einem der drei Fachteile NdL, ÄdL, Sprachwissenschaft des Deutschen
  • Basismodul Text und Vermittlung

Das Nebenfach Germanistik mit 30 ECTS-Punkten umfasst folgende Inhalte:

  • Basismodul Neuere deutsche Literaturwissenschaft
  • Basismodul Ältere deutsche Literaturwissenschaft
  • Basismodul Sprachwissenschaft des Deutschen
  • Aufbaumodul I oder II in einem der Fachteile

Bachelorarbeit

Die Bachelorarbeit verfassen Sie im Fach Germanistik, wenn es sich bei diesem um Ihr 1. Bachelor-Hauptfach bzw. Ihr Bachelor-Hauptfach zu zwei Nebenfächern handelt. Sie dient der selbständigen, wissenschaftlichen Bearbeitung eines Themas in der Neueren deutsche Literaturwissenschaft oder der Älteren deutschen Literaturwissenschaft oder der Deutschen Sprachwissenschaft.

Über die genaue Themenstellung und Formalia verständigen Sie sich bitte mit der Betreuerin oder dem Betreuer Ihrer Arbeit, i. d. R. ist dies die Person, die das von Ihnen belegte Seminar im Vertiefungsmodul leitet.


Studium Generale - was ist das?

Das Studium Generale dient unter anderem dazu, übergreifende berufspraktische, didaktische und fremdsprachliche Fähigkeiten zu erwerben. Sie können aber auch weitere Veranstaltungen besuchen, die in UnivIS für das Studium Generale freigegeben sind. Wählbar sind die Module Studium Generale I-VI, für den Bereich Schlüsselkompetenzen angebotene Module, sprachpraktische Module und für das Studium Generale ausgewiesene fachwissenschaftliche Module. Beachten Sie bitte die Hinweise im zugehörigen Modulhandbuch

Sollten Sie weitere oder andere Lehrangebote für das Studium Generale besuchen wollen, so setzen Sie sich bitte mit den jeweiligen Dozentinnen oder Dozenten in Verbindung, denn eine fehlende Freigabe bedeutet nicht immer, dass es nicht möglich ist, die jeweilige Veranstaltung für das Studium Generale zu besuchen.

Die im Studium Generale erworbenen Leistungen zählen nicht zur Gesamtnote Ihres Studium; Sie benötigen die ECTS-Punkte aber, um die Gesamtpunktzahl Ihres Studiums zu erreichen.