Online-Fortbildung "'Auge um Auge'?! Antisemitismuskritische Lektüre biblischer Texte"

Am 18.03.2025 fand eine Lehrkräftefortbildung "'Auge um Auge'?! Antisemitismuskritische Lektüre biblischer Texte" unter Leitung von Dr. Jana Hock statt.

„Auge um Auge“ – so titelt der „Spiegel“ 2020, um Vergeltung im Konflikt zwischen Iran 
und den USA zu beschreiben. Damit greift das Magazin auf ein Vorurteil über alttestamentliche Texte zurück, das weit verbreitet ist: „Auge um Auge“ wird häufig als selektives alttestamentliches Zitat verwendet, um auf eine Rachsucht hinzuweisen, die sich vermeintlich im Alten Testament spiegele. Die kritische Beschäftigung mit diesem Vorurteil stand im Mittelpunkt der Fortbildung. Dafür wurde die alttestamentliche Textgrundlage Ex 21,22-25 sowie Mt 5,38-41 beleuchtet und die Bedeutung von „ein Auge als Ersatz für ein Auge“ erläutert. Dieses Vorurteil der Rachsucht bezieht sich jedoch nicht nur auf das Alte Testament. Vielmehr hat „Auge um Auge“ eine stark antisemitische Wirkungsgeschichte entfaltet: Der Topos des „rachsüchtigen Juden“ wird zum klassischen antisemitischen Stereotyp; Jüdinnen:Juden wird zugeschrieben, rachsüchtig, unversöhnlich und nachtragend zu sein. Aufgabe christlicher Theologie und des Religionsunterrichts ist es, sich gegen Antisemitismus zu positionieren. Im Rahmen der Fortbildung wurde daher anhand des Beispiels von Ex 21,22-25 erarbeitet, welche Rolle dem Bibelunterricht dabei zukommen kann und wie eine antisemitismuskritische Lektüre biblischer Texte funktioniert.

Die Fortbildung gehörte zu der Reihe TheoWEB der Schulreferate der (Erz-)Bistümer Würzburg, Eichstätt und Bamberg und wurde über das Portal Fortbildung in Bayerischen Schulen (fibs) beworben.