Blockseminar »Das Land der Bibel« Teil I

Der erste Teil des Blockseminars fand in Bamberg und Eichstätt statt. Ein Bericht.

Die Gruppe von 25 Personen setzt sich aus Studierenden aus Eichstätt (Prof. Dr. Sabine Bieberstein) und Bamberg (Prof. Dr. Klaus Bieberstein) sowie Peter Reinl OSA (Würzburg) zusammen. Neben den inhaltlichen Inputs aller Beteiligten, denen sich jeweils rege Diskussionen anschlossen, lernten sich die Studierenden der beiden Universitäten untereinander kennen; auch die thematischen Schmankerl vor Ort wurden einbezogen.

Am 3./4. Mai traf die Gruppe in Bamberg zum ersten Mal in voller Besetzung zusammen. Während aktuelle politische, geographische und klimatische Inputs beide Wochenenden durchzogen, lag das besondere Augenmerk dieses Seminarteils auf dem Israel und Juda des Alten Testaments: Nach einem Präludium durch Stein- und Bronzezeiten wurden in den Vorträgen der Studierenden Nord- und Südreich in den Eisenzeiten in den Blick genommen, beispielsweise anhand der Themenbereiche Assyrische Bedrohung, Tempelkonzepte und Zionspsalmen. 

Drei Wochen später (24./25. Mai) stand das Land als Schauplatz des Neuen Testaments und dessen Reflex in der paganen Geschichtsschreibung (v. a. Flavius Josephus) im Vordergrund. König Herodes und seine Bauprojekte, der einsetzende Kirchenbau mit besonderem Blick auf die Anfänge der Anastasis in konstantinischer Zeit sowie schließlich die Entstehung und Entwicklung der via dolorosa in frühislamischer Zeit, unter den Kreuzfahren und unter den Mameluken und Osmanen waren weitere inhaltliche Stationen, die den Bogen der Betrachtung der südlichen Levante von den Anfängen der Menschheitsgeschichte bis ins späte Mittelalter hinein spannten.

Neben einer morgendlichen Führung durch Bamberg und einem nächtlichen Spaziergang durch Eichstätt wurde in beiden Städten jeweils eine – thematisch zum Blockseminar passende – lokale Besonderheit besucht.

Selbst für manche/n Bamberger Studierenden war es neu, dass die ehemalige Spitalkirche St. Elisabeth im Sand Startpunkt eines Kreuzweges ist, der spätestens 1503 angelegt wurde, in sieben Stationen durch das ehemalige Sandtor zur Probsteikirche St. Getreu führte und der Jerusalemer via dolorosaproportionsgetreu entspricht.

Im Eichstätter Kapuzinerkloster schließlich wurde eine ebenfalls originalgetreue Nachbildung des Heiligen Grabes aus der Zeit um 1160 besichtigt.

(Bericht Simon Steinberger)