Systemisches Denken als Lernstrategie: Neue Publikation im „Journal of Biological Education“ veröffentlicht
Systemisches Denken gilt als zentrale Fähigkeit, um komplexe naturwissenschaftliche Phänomene und Herausforderungen nachhaltiger Entwicklung zu verstehen. In der Forschung wird es bislang jedoch häufig über einzelne Fähigkeiten beschrieben – etwa das Erkennen von Systemelementen und Wechselwirkungen oder den Umgang mit komplexen Ursache-Wirkungs-Beziehungen. Weniger geklärt ist, wie diese Fähigkeiten beim Bearbeiten komplexer Probleme zusammenspielen und wie Lernende ihr Vorgehen dabei selbst steuern.
Ein neuer Beitrag im Journal of Biological Education greift diese Frage auf und schlägt mit dem Process Model of Systems Thinking (PMST) eine stärker prozessorientierte Perspektive vor. Systemisches Denken wird darin nicht lediglich als Bündel einzelner Fähigkeiten verstanden, sondern als wissensbasierte, metakognitiv regulierte Lernstrategie.
Das Modell beschreibt, wie konzeptuelles und metastrategisches Wissen mit unterschiedlichen systembezogenen Denk- und Modellierungsstrategien zusammenspielen. Zugleich rückt es die Fähigkeit in den Mittelpunkt, das eigene Vorgehen zu planen, zu überwachen und zu bewerten. Das Modell soll insbesondere eine Grundlage dafür bieten, systemisches Denken in zukünftigen Studien differenzierter zu untersuchen und Lernangebote gezielter zu gestalten.
Der vollständige Open-Access-Beitrag ist im Journal of Biological Education erschienen und kann hier abgerufen werden: Zum Originalpaper bei Taylor & Francis
