City4Future beim Lehrkräftekongress „Think Scientifically 2026“: Experimentieren für eine nachhaltige Zukunft
Am 22. September 2026 fand an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) der Lehrkräftekongress „Think Scientifically - Naturwissenschaften im Unterricht“ statt. Die Veranstaltung bot Lehrkräften verschiedener Schularten Fachvorträge und praxisorientierte Workshops rund um Ansätze für den naturwissenschaftlichen Unterricht.
Auch die Didaktik der Naturwissenschaften der Otto-Friedrich-Universität Bamberg war vertreten: Petra Nägel, Dr. Jutta Paulini und Tanja Zacher stellten in ihrem rund eineinhalbstündigen Workshop „City4Future - Entwickle deine klimafreundliche Stadt der Zukunft!“ ein interdisziplinäres Bildungsprojekt vor, das naturwissenschaftliche Erkenntnisgewinnung mit Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und der Förderung von Bewertungskompetenz verbindet.
Naturwissenschaften selbst erleben
Die teilnehmenden Lehrkräfte erhielten Gelegenheit, ausgewählte Experimente aus dem Projekt selbst zu erproben. Dabei beschäftigten sie sich unter anderem mit der Wirkung von Kohlenstoffdioxid, dem Einfluss unterschiedlicher Oberflächenfarben auf die Erwärmung sowie mit Bodenbeschaffenheit und dem pH-Wert der Ozeane. Die Versuche zeigten, wie sich naturwissenschaftliche Zusammenhänge mit einfachen Materialien anschaulich und schülergerecht erschließen lassen.
Darüber hinaus wurde der modulare Aufbau von City4Future vorgestellt. Ausgehend von den naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels setzen sich die Lernenden mit erneuerbaren Energien, Energiespeicherung sowie Maßnahmen der Klimaanpassung und Energieeinsparung auseinander. Das Projekt richtet sich vorrangig an die Jahrgangsstufen 7 bis 10 und lässt sich zeitlich und inhaltlich flexibel in den Unterricht einbinden.
Experimentieren reflektieren und bewerten
Eine Besonderheit des Projekts liegt in der gezielten Verbindung von forschend-entdeckendem Lernen und der Förderung von Bewertungskompetenz. Naturwissenschaftliche Erkenntnisse bilden die Grundlage, um gesellschaftliche, ökologische und wirtschaftliche Fragestellungen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und Handlungsoptionen kritisch abzuwägen.
Der Wechsel aus Experimentierzirkeln und Präsentationsphasen verbindet zentrale Merkmale des MINTplus-Ansatzes: interdisziplinäres Arbeiten, naturwissenschaftliche Erkenntnisgewinnung sowie Teamarbeit, Kommunikation und einen reflektierten Umgang mit Informationsquellen.
Vom Klimawandel zur lebenswerten Stadt der Zukunft
Im Austausch mit den teilnehmenden Lehrkräften wurde besonders die konstruktive und lösungsorientierte Ausrichtung von City4Future positiv hervorgehoben. Der Klimawandel wird im Einstiegsmodul naturwissenschaftlich untersucht. Dieses Wissen bildet anschließend die Grundlage für die zentrale Frage: Wie können wir unsere Städte zukünftig emissionsarm, nachhaltig und lebenswert gestalten?
In drei Stadtteilmodulen entwickeln die Schülerinnen und Schüler eigene Lösungsansätze und setzen sich mit unterschiedlichen Möglichkeiten nachhaltiger Stadtentwicklung auseinander. Den Abschluss bildet eine simulierte Stadtratssitzung, in der die erarbeiteten Vorschläge aus verschiedenen Perspektiven diskutiert und demokratische Entscheidungsprozesse erfahrbar werden.
Gerade dieser Perspektivwechsel, von der Auseinandersetzung mit den Herausforderungen des Klimawandels hin zur aktiven Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft, wurde im Gespräch mit den Lehrkräften als besonders überzeugend hervorgehoben. Damit knüpfte der Workshop auch inhaltlich an den einführenden Kongressvortrag an.
Die abschließende Stadtratssitzung macht deutlich, dass naturwissenschaftliche Erkenntnisse eine wesentliche Grundlage gesellschaftlicher Entscheidungen sind. Zugleich müssen unterschiedliche Interessen und Wertvorstellungen berücksichtigt und Lösungen demokratisch ausgehandelt werden. City4Future zeigt jungen Menschen so Handlungsmöglichkeiten auf und ermutigt sie, gesellschaftliche Zukunftsfragen informiert, kritisch und konstruktiv mitzugestalten.
Weitere Informationen zum Kongress: https://www.thinkscientifically.fau.de

