Weiterbildungsmaster: Educational Quality in Developing Countries

Kurzprofil des Studiengangs

Kurzbeschreibung des Masterstudiums
 

Die Universität Bamberg bot als Weiterbildungsprogramm im Blended-Learning-Format den internationalen Masterstudiengang „Educational Quality in Developing Countries“ (IMPEQ) an. Die IMPEQ-Reise begann im Jahr 2013 mit 20 Studierenden aus 6 verschiedenen Ländern. Das Programm wurde konzipiert, um auf den Fachkräftemangel bezüglich der Entwicklung der Bildungsqualität in Entwicklungsländern, insbesondere in Subsahara-Afrika, zu reagieren.

Ziel des Programms war es, Menschen in Führungspositionen der Bildungssysteme vertiefte Kenntnisse und Führungskompetenzen zu vermitteln, um Veränderungen in ihren Bildungssystemen herbeizuführen, Reformprozesse in ihren Systemen gestalten, beeinflussen, steuern und bewerten zu können. Darüber hinaus förderte das Programm den Aufbau qualifizierter Forschungskapazitäten, die die Entwicklung der Bildungsqualität in den jeweiligen Ländern unterstützen können.

Das Programm wurde in enger Zusammenarbeit mit Bildungsexperten aus Subsahara-Afrika und der Entwicklungszusammenarbeit erarbeitet, um ein Programm anzubieten, das den Bedürfnissen derjenigen entspricht, die im Bildungssektor in Entwicklungsländern arbeiten.

Das Programm hatte eine Laufzeit von zwei Jahren. Als Blended-Learning-Programm wechselte es zwischen Präsenzphasen und Selbstlernphasen, in denen die Studierenden ihre reguläre Arbeit fortsetzten. Das Programm begann mit einem vierwöchigen Studienaufenthalt in Bamberg, dem sich drei vierwöchige Aufenthalte in Butare/Ruanda und ein weiterer vierwöchiger Aufenthalt in Bamberg anschlossen, der schließlich mit einer Abschlussfeier endete.

Insgesamt schlossen 124 Absolventinnen und Absolventen (50 Frauen und 74 Männer) aus elf Ländern (Äthiopien, Burundi, Demokratische Republik Kongo (DR Kongo), Ghana, Kamerun, Liberia, Madagaskar, Ruanda, Tansania, Sambia, Südsudan), verteilt auf sechs Kohorten, das Programm ab. Der Abschluss des Masterstudiums umfasste Forschungsprojekte in den jeweiligen Ländern, die als Ausgangspunkt für die MA-Arbeiten dienten. Die in IMPEQ erhaltene Ausbildung befähigte die Studierenden, ihre Erfahrungen in ihren Berufsalltag mitzunehmen und so die Qualität der Lehrerbildung vor Ort zu verbessern. Der Studiengang hat eine starke Wirksamkeit entfaltet, indem er rund 7 Millionen Schülerinnen und Schülern in 11 Ländern zu besserem Unterricht verholfen und zusammen rund 150.000 Lehrkräfte erreicht hat.

Der internationale Weiterbildungsmasterstudiengang „Educational Quality in Developing Countries“ umfasste vier Semester Vollzeitstudium mit 120 ECTS und führte zum Abschluss „Master of Arts (Educational Quality)“. Das Programm wurde in englischer Sprache durchgeführt; Französisch wurde unterstützt, und Masterarbeiten konnten in englischer, französischer oder deutscher Sprache eingereicht werden.

Das Studium war als Blended-Learning-Programm mit Präsenzphasen an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und an der heutigen Protestant University of Rwanda (PUR; damals PIASS) in Huye, Ruanda, sowie mit Selbststudiumsanteilen konzipiert.  Ein zentrales didaktisches Leitprinzip war das selbständige Lernen durch Forschung, ergänzt durch ein systematisches Mentoring zur Unterstützung des Studienerfolgs.

 

Ziele des Studiengangs

– Internationale Mobilität der Studierenden und Lehrenden stärken –

Das Programm war mobil angelegt. Ein Teil der Veranstaltungen wurde von der Universität Bamberg an einer Partnerinstitution in Ruanda/Subsahara-Afrika angeboten, um vor Ort die nötige Anschauung in Schulen zu gewährleisten und Gespräche vor Ort mit Verantwortlichen zu ermöglichen. Die international zusammengesetzte Studierendengruppe förderte interkulturelle Erfahrungen und Austausch. Zudem ermöglichte die Lehre in Bamberg und in Butare/Huye in Ruanda internationale Mobilität.

– Gleichstellung bei Studierenden und Lehrenden sowie Chancengleichheit bei Studierenden in besonderen Lebenslagen gewährleisten –

Bereits bei der Auswahl der Studierenden bzw. bei der Vergabe der Stipendien wurde auf hohe Diversität geachtet. Unter den Absolventinnen und Absolventen waren 50 Frauen und 74 Männer; die Teilnehmenden kamen aus verschiedenen Ländern Subsahara-Afrikas. Angesichts dieser Heterogenität waren das Mentorat und die individuelle Beratung von hoher Bedeutung, um Gleichstellung sicherzustellen, Chancengleichheit zu gewährleisten und Bildungsmöglichkeiten bedarfsorientiert zu ermöglichen.

Die Qualitätsziele wurden in der Lehre durch gendersensible Inhalte, die Thematisierung von Diversität, Inklusion und Bildungsgerechtigkeit in verschiedenen Modulen sowie durch den Freiraum für sprachliche Diversität garantiert. Zudem wurde die Lehre strukturell diversitätssensibel gestaltet und auf die Durchführung durch Männer und Frauen sowie Menschen aus unterschiedlicher Herkunft geachtet.

– (Weiter-)Bildungsmöglichkeiten bedarfsorientiert und für verschiedenste Bildungsverläufe –

Über die Kompetenzorientierung der Lehre und das intensive Coaching wurden schwache Studierende begleitet und intellektuell starke Studierende kognitiv herausgefordert. Für besonders leistungsstarke Studierende wurde eine Promotionsberatung angeboten.

Der Studiengang griff die Profilierung der Universität Bamberg in empirischer Bildungsforschung und Lehrerbildung auf und ermöglichte Einblicke in evidenzbasierte Bildungsplanung im Entwicklungskontext. Über die Lehre zu normativen, methodischen und erziehungswissenschaftlichen Grundlagen wurde Interdisziplinarität integriert. Damit leistete der Studiengang einen Beitrag zu einer bedarfsorientierten Lehrerbildung in Ländern des Globalen Südens.

– Studiengangsbezogene Kooperationen mit außeruniversitären Einrichtungen sichern –

Der Studiengang förderte die außeruniversitäre Vernetzung und Kooperation. Die Zusammenarbeit mit „Brot für die Welt“ bot den Studierenden die Möglichkeit, sich bereits während des Studiums mit möglichen zukünftigen Gebern vertraut zu machen.

– Ehemalige Studierende und Gäste fortwährend in Studium und Lehre einbinden –

Über „Evening lectures“ wurden Personen des öffentlichen Lebens in den Studiengang einbezogen, die über ihre Arbeit berichteten, darunter ein ehemaliger Vorstand von Siemens, mehrere Schulleiterinnen und Schulleite, eine Expertin der Antitrauma-Arbeit und ein Rundfunkintendant. Die Studierenden wurden systematisch zur Bildung von Lerngruppen in ihren eigenen Ländern angehalten und bauten so ein eigenes Netzwerk auf. Ehemalige Studierende und Gäste waren über die Evening lectures, als Mentoren, und über Lehraufträge in den Studiengang eingebunden. In den Evening Lectures und Exkursionen wurden zudem außeruniversitäre Kontakte zur schulischen Umgebung, sowie zu Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen aufgebaut.

Die Qualität wurde folgendermaßen gewährleistet:

  • Gute Studierbarkeit gewährleisten

Der Studiengang garantierte durch die Beratung und die auf die Teilnehmenden zugeschnittene Struktur gute Studierbarkeit.

  • Qualitativ hochwertige Lehre fördern

Die Lehre wurde in internationalen Teams entwickelt und teilweise auch im Team durchgeführt. Jedes Semester wurde evaluiert und die Evaluation systematisch ausgewertet. Regelmäßig wurde über den Studiengang durch das Internationale Steering-Committee beraten. Die Evaluationsergebnisse wurden sowohl an das Steering-Committee zurückgemeldet als auch durch die Studiengangsleitung in die Lehrplanung integriert, wodurch das Studienprogramm kontinuierlich verbessert wurde. 

Damit waren gute Studierbarkeit und qualitativ hochwertige Lehre gewährleistet. Durch interne und externe Evaluation sowie die Arbeit mit dem Steering-Committee wurde die Qualität des Studienprogramms kontinuierlich verbessert. Zudem konnte sich der Vorsitzende der Kommission zur ständigen Zertifizierung der Studiengänge, Prof. Dr. Hörmann, vor Ort in Ruanda, ein Bild von der Qualität der Lehre und Prüfungen machen.

– Internationalen/regionalen Wissenstransfer in Studium und Lehre stärken –

Der Studiengang war in hohem Maße einem internationalen Wissenstransfer in Studium und Lehre gewidmet und Bildungsexperten aus Subsahara-Afrika waren involviert. Die Stärkung schulischer Qualität in Subsahara-Afrika war ein wichtiges entwicklungspolitisches Anliegen. Der Studiengang stärkte Multiplikatoren in diesem Bereich und trug damit zur Bildungsqualität im Entwicklungssektor bei. Der gesamte Studiengang war auf die Stärkung zivilgesellschaftlicher Verantwortung ausgerichtet.

– Qualitätssichernde Maßnahmen in Studium und Lehre dokumentieren und veröffentlichen –

Die Ergebnisse der Evaluation wurden regelmäßig den Studierenden rückgemeldet. Zudem wurde regelmäßig an die Partneruniversität, das Steering-Committee und die Geldgeber berichtet. Diese Berichte mussten schriftlich vorgelegt werden, die Treffen wurden protokolliert. Damit wurden qualitätssichernde Maßnahmen in Studium und Lehre regelmäßig dokumentiert und veröffentlicht. Die Studierenden wurden durch die Alumni-Arbeit weiterhin über aktuelle Entwicklungen informiert, und der Kontakt untereinander wurde aufrechterhalten. Dazu trug auch ein regelmäßiger Newsletter bei. Durch Publikationen und Vorträge über diesen international besonders profilierten Studiengang wurden zudem die Erfahrungen aus der Lehre für andere zugänglich gemacht. 

Qualifikationsziele

  • Im Studiengang stand der internationale Wissenstransfer in Studium und Lehre im Mittelpunkt. Die internationalen Absolventinnen und Absolventen vertieften und erweiterten ihr Wissen hinsichtlich der normativen Grundlagen von Bildungssystemen, der Theorie und Empirie von Bildungsqualität auf unterrichtlicher, institutioneller und systembezogener Ebene sowie deren Entwicklung. Sie kannten den aktuellen Forschungsstand zur Schulentwicklung im internationalen Kontext und konnten das erlernte Wissen begründet anwenden. Sie lernten die entsprechenden qualitativen und quantitativen Forschungsmethoden kennen und konnten diese entsprechend anwenden.
  • Die Absolventinnen und Absolventen vertieften im Studium ihre Fähigkeiten zur eigenständigen Wissens-, Informations- und Methodenaneignung und wandten diese in neuen Kontexten an.
  • Die Absolventinnen und Absolventen verfügten über vertiefte Kenntnisse zu empirischen Methoden der Datenerhebung (z. B. qualitative und quantitative Untersuchungsdesigns, Fragebogenerhebungen, Interviews, Gruppendiskussionen, Beobachtung) und Datenanalyse (z. B. deskriptivstatistische und inferenzstatistische Methoden sowie Programme zur Auswertung, z. B. SPSS, ebenso wie die qualitative Inhaltsanalyse und Programme zur Aufbereitung der Daten, z. B. MaxQDA). Sie waren in der Lage, diese empirischen Methoden zu charakterisieren und zu vergleichen, die für ein Projekt geeignetste Methode auszuwählen und schlussendlich komplexere Qualitätsmessungen evaluativ eigenständig zu konzipieren und durchzuführen. Sie waren zudem in der Lage, die Ergebnisse internationaler Large-Scale-Assessments zu lesen und daraus entsprechende Schlüsse zu ziehen.
  • Die Absolventinnen und Absolventen erwarben mit der Durchführung eines einschlägigen Projekts im Rahmen ihrer Masterarbeit vertiefte praktische Erfahrungen in der Planung und selbständigen Durchführung von Projekten im Bereich der Erziehungswissenschaft und zeigten, dass sie eine umfangreiche Forschungsarbeit eigenständig gestalten konnten, in der sie gelerntes Wissen unter Berücksichtigung allgemein anerkannter Grundsätze guter wissenschaftlicher Praxis sowie unter Anwendung wissenschaftlicher Theorien und Methoden auf eine entworfene Forschungsfrage anwandten.

  • Nach einem erfolgreichen Masterstudium waren die Absolventinnen und Absolventen in der Lage, Bildungsqualität und darauf bezogene Entwicklungsmaßnahmen zu analysieren sowie eigene Maßnahmen zur Erhöhung von Bildungs-, Schul- und Unterrichtsqualität zu planen und umfassend zu reflektieren. Sie griffen in Seminararbeiten Entwicklungen vor Ort aus ihrer parallel zum Studium laufenden Berufstätigkeit im Feld der Bildungsqualität auf und zeigten, dass sie sich damit intensiv auseinandersetzen sowie die berufliche Erfahrung fachlich tiefgehend reflektieren und wissenschaftlich aufbereiten konnten. Die Absolventinnen und Absolventen konnten wahrgenommene Entwicklungen in einen internationalen Kontext einordnen.
  • Die Absolventinnen und Absolventen konnten die erworbenen effizienten Arbeitstechniken sowie die Fähigkeit zur kritischen Problemanalyse und zum konzeptionellen Denken in berufsbezogenen Kontexten anwenden. Sie zeigten im Rahmen der Seminararbeiten und der Masterarbeit (Modul 15: Master Thesis), dass sie Projekte zur Steigerung der Bildungsqualität durchführen konnten. So waren sie beispielsweise für eine evidenzbasierte schul- und unterrichtsplanerische Berufstätigkeit an Schulen, in Schulbehörden oder in Ministerien qualifiziert.
  • Für die Arbeit im Kontext von Bildungssystementwicklung und Qualitätsmonitoring hatten sie gelernt, Unterrichtsqualität zu beobachten, zu beurteilen und zu verbessern und ihre Kompetenzen im Change Management anzuwenden. In diesem Kontext hatten sie zudem ihr Rollenverständnis als Lehrkraft hin zu einem Rollenverständnis als Lernbegleiterin bzw. Lernbegleiter erweitert.
  • Absolventinnen und Absolventen konnten ihre erweiterten Kompetenzen in empirischen Methoden sowie im Bereich Projektmanagement auch im Kontext einer Erwerbstätigkeit außerhalb der schulsystem-bezogenen und unterrichtlichen Handlungsfelder der Erziehungswissenschaft professionell zur Anwendung bringen.

  • Im Zuge der internationalen Erfahrungen und des interkulturellen Austausches, z. B. im Rahmen ihres Studienaufenthalts in Deutschland, optimierten die Absolventinnen und Absolventen ihre Lern- und Studienorganisation und konnten in internationalen Kontexten professionell agieren.
  • Sie erweiterten, vertieften und festigten ihre Rollenflexibilität durch eigene Datenerhebungen, Selbstlernphasen, eigene Präsentationen, Gruppenarbeiten und die Teilnahme an Exkursionen. Dies konnten sie in beruflichen Kontexten anwenden.
  • Durch Gruppenarbeiten, Selbstlernphasen und die Arbeit in Learning Communities zeigten sie, dass sie in der Lage waren, in einem Team konstruktiv zusammenzuarbeiten, Verantwortung im Rahmen professioneller Werte zu übernehmen, Konflikte zielgruppenorientiert zu lösen und im Sinne einer konstruktiven Kritikfähigkeit Kritik anzunehmen und zu formulieren. Sie konnten fundiert kommunizieren, argumentieren und präsentieren.
  • Die Absolventinnen und Absolventen steigerten durch die Module 9 und 10 zu Quality Development I+II in Verbindung mit Modul 11 (Work Experience) ihre Selbstkonzepte, stärkten ihre Fähigkeiten zur Selbsteinschätzung und erlangten Vorstellungen zur persönlichen beruflichen Weiterentwicklung.
  • Mit dem erfolgreichen Abschluss des Weiterbildungsmasters zeigten sie, dass sie sich parallel zu einer beruflichen Tätigkeit entsprechend ihren persönlichen und beruflichen Anforderungen und Interessen vertieft weiterbilden konnten.
  • Absolventinnen und Absolventen waren in der Lage, zivilgesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und sich in Form eigener Beiträge einzubringen, sodass sie gesellschaftliche Prozesse kritisch, reflektiert, verantwortungsbewusst und in demokratischem Gemeinsinn maßgeblich mitgestalten konnten.
  • Die Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs waren als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren im Bereich der schulischen Qualität in Subsahara-Afrika durch die Lerneinheiten in den Modulen zu Education and Normativity I+II sowie den Modulen 4–6 (Theories of Educational Quality I–III) und den Modulen 9–10 (Quality Development I–II) in ihren normativen Grundlagen gestärkt sowie sprachfähig und trugen damit zur Bildungsqualität im Entwicklungssektor bei.

Ergebnisse und Aktivitäten des IMPEQ-Programms

Bis zum Abschluss des IMPEQ-Projekts brachte der Masterstudiengang 124 Absolventinnen und Absolventen (50 Frauen und 74 Männer) aus 11 Ländern aus unterschiedlichen Altersgruppen hervor. Die erste Kohorte nahm ihr Studium im Jahr 2013 auf, die sechste Kohorte schloss das Programm im September 2025 ab. Ein Teil der Absolventinnen und Absolventen setzte seine akademische Laufbahn mit einem Promotionsstudium fort. Insgesamt schlossen 13 Absolventinnen und Absolventen zusätzlich eine Promotion im Bereich Erziehungswissenschaft/Bildung ab. 

Kohorte

Anzahl der aufgenommenen Studierenden

Anzahl der Absolventinnen und Absolventen mit MA-Abschluss

Frauen

Männer

Gesamt

Frauen

Männer

Gesamt

IMPEQ I

7

13

20

7

13

20

IMPEQ II

6

14

20

6

14

20

IMPEQ III

8

12

20

8

12

20

IMPEQ IV

11

12

23

10

11

21

IMPEQ V

10

11

21

10

11

21

IMPEQ VI

12

11

23

12

10

22

Gesamt

54

73

127

53

71

124

Im Verlauf des IMPEQ-Programms entstand eine beachtliche Zahl wissenschaftlicher Publikationen. Dazu zählen Publikationen von Masterstudierenden und veröffentlichte Dissertationen aus dem Promotionskontext. In der Summe wurden so rund 90 Publikationen veröffentlicht. Eine Übersicht über die im Zusammenhang mit dem IMPEQ-Projekt publizierten Arbeiten ist unter folgendem Link verfügbar: [https://www.uni-bamberg.de/ma-educationalquality/research-and-collaborations/].

Der IMPEQ-Newsletter wurde entwickelt, um regelmäßig über das Programm sowie über dessen akademische, berufliche und institutionelle Aktivitäten im Zeitverlauf zu informieren. Er dokumentierte zentrale Entwicklungen im Zusammenhang mit IMPEQ, darunter Informationen zum Masterstudium und zu Bewerbungen, zur Wirkung des Programms, zu Forschungsergebnissen, zum Mentoring sowie zu einer Vielzahl akademischer und beruflicher Aktivitäten. Der Newsletter hob außerdem die Beiträge von IMPEQ-Studierenden und Absolventinnen und Absolventen zur Bildungsqualität hervor, teilte Absolventinnen- und Absolventengeschichten sowie persönliche Reflexionen, berichtete über Publikationen und dokumentierte die akademische Weiterentwicklung der Studierenden, einschließlich ihres Übergangs in Promotionsstudien. Darüber hinaus behandelte er Promotionserfahrungen, Konferenzen, Workshops, Initiativen zur Förderung weiblicher Führung, Innovationsprojekte sowie die breitere Bedeutung von IMPEQ für die Bildungsentwicklung in Afrika.

Im Verlauf des IMPEQ-Programms wurde eine Reihe von IMPEQ-Konferenzen organisiert, um Studierenden und Absolventinnen und Absolventen die Möglichkeit zu geben, ihre Forschung zu präsentieren, Ideen auszutauschen und mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Praktikerinnen und Praktikern sowie weiteren bildungsbezogenen Akteurinnen und Akteuren in einen akademischen Dialog zu treten. Die Konferenzen behandelten zentrale Fragen der Bildungsqualität in unterschiedlichen sozialen, politischen und kulturellen Kontexten, wie globales Lernen, Friedensbildung, Resilienz durch qualitativ hochwertige Bildung sowie den Beitrag protestantischer und anderer glaubensbasierter Schulen zu Bildungsqualität, Gerechtigkeit und Frieden. In Zusammenarbeit mit Partnerinstitutionen in Ruanda, der Demokratischen Republik Kongo, Kamerun und Deutschland schufen die Konferenzen Räume für wissenschaftlichen Austausch, Vernetzung und Reflexion über die Rolle von Bildung bei der Bewältigung globaler Herausforderungen, in Konflikt- und Postkonfliktsituationen, im Kontext sozialer Gerechtigkeit sowie im Hinblick auf nachhaltige Entwicklung. Auf diese Weise trugen die IMPEQ-Konferenzen zur Stärkung der akademischen und professionellen Gemeinschaft innerhalb des Programms und seines internationalen Partnernetzwerks bei.

Das inaugurale Female-Leadership-Programm wurde im Jahr 2024 ins Leben gerufen und begann mit einem ersten Seminar im Juni 2024 in Ruanda, das von Prof. Dr. Annette Scheunpflug begleitet wurde. Das Seminar brachte zwölf weibliche Führungskräfte aus Ruanda, der Demokratischen Republik Kongo, Madagaskar, Tansania und dem Südsudan zusammen. Darüber hinaus erhielten von 2024 bis 2025 fünf ausgewählte IMPEQ-Alumnae in Führungspositionen an protestantischen Schulen und Universitäten ein Online-Leadership-Training sowie Coaching. Das Programm wurde von erfahrenen Trainerinnen des BOSCH Institute in Deutschland durchgeführt, die durch die Vermittlung von Prof. Dr. Annette Scheunpflug gewonnen wurden, und vollständig auf ehrenamtlicher Basis umgesetzt, also ohne finanzielle Vergütung der Trainerinnen. Zu den Teilnehmerinnen dieser weiterführenden Maßnahme gehörten: Dr. Christine Nyiramana (Ruanda), Prof. Penine Uwimbabazi (Ruanda), Prof. Semerita Kamundu (DR Kongo), Pastor Mimii Brown (Tansania) und Frau Sitima Joyce (Südsudan).

Die erkennbare Relevanz und die positiven Ergebnisse dieser ersten Phase des Female-Leadership-Programms, insbesondere im Hinblick auf die Stärkung von Führungskompetenzen und die Erhöhung der Sichtbarkeit von Frauen in protestantischen Bildungseinrichtungen, führten dazu, dass es formell als eine der zentralen Säulen des neuen Educational Leadership Programme im Kooperationsrahmen von drei protestantischen Universitäten in Afrika (PUR – Ruanda, ULPGL – DR Kongo und IUEC – Kamerun) mit Unterstützung von „Brot für die Welt“ integriert wurde.

Der Innovationsfonds trug dazu bei, die Wirkung von IMPEQ durch von Alumni geleitete Projekte zur Bildungsqualität nachhaltig zu sichern. Im Projektzeitraum wurden insgesamt 61 Projekte von 117 IMPEQ-Alumni in vier Ländern umgesetzt: Kamerun, Madagaskar, Ruanda und Sambia. Durch diese Projekte erhielten rund 2460 Lehrkräfte sowie schulische und universitäre Leitungspersonen Fortbildungen. Die Kooperation und Zusammenarbeit der Alumni bei der gemeinsamen Entwicklung und Umsetzung dieser Projekte stärkte zudem die Qualität und Nachhaltigkeit der Kompetenzen innerhalb bestehender professioneller Lerngemeinschaften.

 

Innovationsfonds

Zeitraum

Ausgewählte Projekte

Anzahl der IMPEQ-Alumni im Rahmen der Projekte

Anzahl der durch die Fortbildungen erreichten Lehrkräfte

2024.2025

20

42

960

2020-2023

41

75

1500

Gesamt

61

117

2460

Übergang von IMPEQ zu ELID

Die Graduierung der sechsten Kohorte des IMPEQ-Programms an der PUR am 2. Oktober 2025 markierte den Abschluss von IMPEQ und zugleich den Beginn einer neuen Phase partnerschaftlicher Zusammenarbeit für Bildungsqualität. Dieses neue Partnerschaftsprojekt mit dem Titel Educational Leadership Implementation and Development (ELID) richtet sich an christliche Schulen und Universitäten in Subsahara-Afrika und wird finanziell von „Brot für die Welt“ unterstützt.

Der Kapazitätsaufbau im Rahmen des ELID-Projekts wird durch drei protestantische Universitäten in Afrika umgesetzt, von denen jede ihren eigenen akkreditierten Masterstudiengang anbietet, während Module zur Bildungsqualität an allen drei Institutionen gemeinsam durchgeführt werden. Mit finanzieller Unterstützung von „Brot für die Welt“ wurden durch Stipendien und Selbstfinanzierung 110 Studierende in drei Masterstudiengänge aufgenommen und begannen dort ihr Studium: den Master of Education in Education Quality Management (MEQUAM) an der Protestant University of Rwanda (PUR), Ruanda; den Master in Education, Leadership and Sustainable Development (MAELD) an der Université Libre des Pays des Grands Lacs (ULPGL) in der Demokratischen Republik Kongo; sowie den Master in Educational Quality, Peace and Sustainable Development (MEQPDD) am Institut Universitaire Évangélique du Cameroun (IUEC) in Kamerun.

Als neue Perspektive wird erwartet, dass ELID nicht nur die Süd-Nord-, sondern auch die Süd-Süd-Kooperation in Prozessen der Entwicklung von Bildungsqualität stärkt, das wechselseitige Lernen von Studierenden und Mitarbeitenden an den Partneruniversitäten fördert und potenzielle Partnerschaften in Forschung und gesellschaftlichem Engagement zum Nutzen der protestantischen Bildung in Afrika eröffnet.

Für weitere Informationen zu den einzelnen Masterstudiengängen (oder zu den drei Universitäten) wenden Sie sich bitte an die Projektkoordination von ELID.

Koordinatorinnen und Koordinatoren der Masterstudiengänge an den jeweiligen Universitäten

  • Mr. Edouard Ntakirutimana (PUR – MEQUAM): ntaedo79(at)gmail.com

  • Prof. Semerita Kamundu (ULPGL – MAELD): kamundusemerita@ulpgl.net

  • Dr. Claude Ernest Njoya (MEQPDD – IUEC): claude.njoya@uecam.org

Die Universität Bamberg kooperiert im Rahmen des ELID-Projekts weiterhin mit den drei beteiligten Universitäten, indem sie Lehrende und Mentorinnen bzw. Mentoren begleitet, gemeinsame Module unterrichtet, die mit den im IMPEQ-Programm angebotenen Modulen vergleichbar sind, und zur Qualitätssicherung beiträgt. Diese Zusammenarbeit baut auf der Kooperation der Universität Bamberg mit der PUR (Ruanda), der ULPGL (DR Kongo) und der UEC (Kamerun) in den Jahren 2013 bis 2025 auf, die mit finanzieller Unterstützung von „Brot für die Welt“ bei der Durchführung des internationalen Masterstudiengangs Educational Quality in Developing Countries (IMPEQ) erfolgte. Über sechs Kohorten hinweg schlossen mehr als 120 Absolventinnen und Absolventen aus 11 afrikanischen Ländern das Programm ab und sind heute in vielfältigen Tätigkeitsfeldern aktiv, darunter in der Schulkoordination, der universitären Lehre, der parlamentarischen Arbeit, dem Schuldienst und der Lehrkräftebildung.

  • Masterstudiengänge

  • Female-Leadership-Programm  

  • Lernunterstützung im Promotionsbereich 

  • Alumni-Projekte durch den Innovationsfonds 

  • Forschung und Konferenzen

  • Das Management liegt vollständig in den Händen der drei afrikanischen Universitäten, wobei die PUR Ruanda die Leitinstitution ist.
  • Das Projekt wird von einer von der PUR ernannten Projektkoordination koordiniert.
  • Der Masterstudiengang an jeder Universität steht unter der Leitung einer Programmkoordination.
  • Das Steering Committee, bestehend aus den Rektorinnen bzw. Rektoren der drei Universitäten, einer Vertretung der Universität Bamberg und einer Vertretung von „Brot für die Welt“, gewährleistet die Umsetzung und Reflexion von Strategien zur Sicherung der Nachhaltigkeit.

Master Of Education In Education Quality Management (MEQUAM)

https://pur.ac.rw/pages/announcement.php?key=1186

 

ULPGL – MAELD

https://ulpgl.net/wp-content/uploads/2025/07/Appel-a-Candidatures-MAELD_2025-2027_ULPGL-OK.pdf?utm_source=chatgpt.com

 

Master en Éducation de Qualité, Paix et Développement Durable (MEQPDD)

https://iuec-univ.cm/master-meqpdd-iuec-sejour-presentiel/