Laufende Projekte
Eine demokratische Kulturlandschaft sichern: Ein Angebot für die Weiterbildung von ZNLer:innen und Multiplikator:innen
Leitung: Prell; Franziska Simone
Fördermittelgeber: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
Projektbeginn: 01.07.2026 - Projektende: 31.03.2028
Systematische Nacherfassung und Nachqualifizierung der Denkmalzonen in der Welterbestätte Oberes Mittelrheintal
Beschreibung: Das Kooperationsprojekt der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz und des Kompetenzzentrums für Denkmalwissenschaften und Denkmaltechnologien der Otto-Friedrich-Universität Bamberg widmet sich der systematischen Nacherfassung und Nachqualifizierung der Denkmalzonen in der UNESCO-Welterbestätte Oberes Mittelrheintal.
Ziel ist es, die bestehenden Denkmalzonen, Kulturdenkmäler und ihre räumlichen Zusammenhänge vertieft zu erfassen, denkmalfachlich zu bewerten und in Beziehung zu den Welterbe-Attributen des Oberen Mittelrheintals zu setzen. Auf dieser Grundlage entstehen aktualisierte Denkmalbegründungen, Objektbeschreibungen, fotografische Dokumentationen sowie kartografische Darstellungen in Form von Denkmalkartierungen und Werteplänen.
Die Ergebnisse dienen den Denkmalbehörden als fachliche Grundlage für Erhalt, Vermittlung und welterbeverträgliche Weiterentwicklung der Kulturlandschaft. Zugleich leisten sie einen Beitrag zur Präzisierung denkmalpflegerischer Belange in Planungsprozessen und zur digitalen Veröffentlichung aktueller Informationen über die Denkmalzonen im Oberen Mittelrheintal.
Leitung: Enss; Carmen M.
Projektbeginn: 15.06.2026 - Projektende: 31.12.2026
WoodKnot: Entwicklung einer smartphone-basierten Anwendung zur Ästigkeitschätzung von Altholzbalken
Beschreibung: An der Universität Bamberg (Dr. T. Eißing, M.Sc. F. Ebner) wurde die Möglichkeit untersucht, die Festigkeit historischer Holzbalken mithilfe visueller Sortierkriterien abzuschätzen. Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigen, dass die visuelle Sortierung anhand optisch erkennbarer Oberflächenmerkmale geeignet ist, um die Festigkeitsvorhersage zu unterstützen. Diese Oberflächenmerkmale können automatisiert erkannt und interpretiert werden. In diesem Zusammenhang bieten 2D- und 3D-Bildgebungstechniken, wie beispielsweise Photogrammetrie und strukturiertes Lichtscannen, sowie KI-gestützte Analysemethoden vielversprechende innovative Ansätze zur Objektivierung und Optimierung der Sichtprüfungen.
Langfristig zielt dies darauf ab, eine vollautomatische Unterstützung bereitzustellen. Die automatische Analyse der Holzoberflächenmerkmale führt dazu, dass Altholzbalken einer höheren Sortierklasse zugewiesen werden können. Dies wiederum reduziert die Menge des (Alt)holzes, das aussortiert oder ausgetauscht wird, und trägt somit zur Einsparung wertvoller natürlicher Ressourcen bei.
Das beantragte Vorhaben zielt darauf ab, die oben genannten Erkenntnisse in ein automatisiertes Verfahren zu integrieren und als benutzerfreundliche, smartphone-basierte Anwendung zu realisieren. Damit sollen die Zustandsanalyse, die Sanierungsplanung sowie die Ressourcennutzung optimiert und objektiviert werden, was direkt zur Entwicklung und zum Transfer technologischer Innovationen beiträgt.
Ästigkeit dient unter anderem als Einzelnachweis zur Sortierklasse-Schätzung sowie als Faktor zur rechnerischen Ableitung der Festigkeitswerte. Ästigkeit lässt sich visuell bzw. automatisch durch Verwendung von KI / Machine Learning Methoden erkennen. In einem vorherigen DBU-Projekt „WoodF(ea)uture“ wurde ein KI-gestütztes Verfahren zur automatischen Ästigkeitserkennung an Altholzbalken mit anschließender Sortierklasseschätzung entwickelt. Beitrag dieses Vorhabens besteht darin, das im DBU-Projekt entwickelte Verfahren in eine smartphone-basierte Anwendung zu
transferieren, um den Endnutzern eine innovative und objektive Lösung zur Ästigkeitsanalyse sowie Sortierklasseschätzung anbieten zu können.
Die entstehende low cost Anwendung (smartphone-basierte App) zur Ästigkeitserkennung und Ableitung einer Sortierklasse von historischen Altholzbalken mit einem parallelen Transfer in eine (H)BIM-Modellierungssoftware (z.B: BauCAD) qualifiziert damit wissenschaftliche Forschungsergebnisse für eine zukünftige innovative Anwendung und trägt dem Gewinn potentieller Anwendungspartnerinnen und -partner aus Wirtschaft und Gesellschaft für eine Beteiligung an Forschungs- und Innovationsprozessen bei. Unter anderem soll das entwickelte KI-Verfahren im Rahmen dieses Projektes durch weitere Merkmale und Beispiele (insb. andere Holzarten, Witterungs- und Alterungszustand) sowie hochqualitative Datenvorbereitung kontinuierlich optimiert werden.
Leitung: Chizhova; Maria, Eißing; Thomas
Fördermittelgeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung
Projektbeginn: 01.06.2026 - Projektende: 31.08.2027
Bauteilhütte kommunal. Innovative Prozesse für lokale Bauteilkreisläufe – Wissenschaftliche Analyse, Evaluation und Transfer
Beschreibung: Im Forschungsprojekt „BauTeilHütte kommunal – Innovative Prozesse für lokale Bauteilkreisläufe“ untersuchen zwei interdisziplinäre Teams am Kompetenzzentrum Denkmalwissenschaften und Denkmaltechnologien der Universität Bamberg sowie der Leipziger Denkmalstiftung/Denkmalnetz Sachsen Wissensstände, Erfahrungen und Organisationsstrukturen der Bauteilbergung und -lagerung auf kommunaler Ebene. Wir arbeiten dazu mit Umfragen und akteursorientierten Workshops mit Beteiligten aus Handwerk, Weiterbildung, kommunaler Denkmalpflege, zivilgesellschaftlichen Initiativen und Forschung. Ein Ziel des Vorhabens ist es, auf Basis unserer Recherchen Formate und Strukturen für den aktiven Wissenstransfer in diesem Bereich zu konzipieren und zu erproben. Geplant ist unter anderem eine fachlich fundierte Handreichung zu kommunalen Organisationsstrukturen und Abläufen der Bauteilwiederverwendung, die allen Interessierten zugänglich gemacht werden soll.
Das Projekt ist Teil der Innovationscommunity „Innovation aus Tradition – Transferstrukturen für nachhaltiges und klimagerechtes Bauen im Bestand und in der Denkmalpflege (InTraBau)“ und wird durch die Innovations- und Forschungsinitiative DATIpilot des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert.
Leitung: Warda; Johannes
Fördermittelgeber: Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt
Projektbeginn: 01.05.2026 - Projektende: 30.04.2027
Erweiterung des Bayernatlas um Schadenskarten des Zweiten Weltkrieges
Beschreibung: Das KDwt stellt im Jahr 2026 die wichtigsten Schadenskarten der Geodateninfrastruktur in Bayern, GDI-BY für das Geoportal Bayernatlas (www.atlas.bayern.de) zur Verfügung. Ziel des vom KDwt finanzierten Projektes ist, die Karten in georeferenzierter Form frei verfügbar zu machen. Sie können lagegenau mit der heutigen digitalen Karte oder etwa den Urkatasterkarten, die bereits digital angeboten werden, verglichen werden und stehen zu weiteren wissenschaftlichen oder Planungszwecken bereit.
Leitung: Enss; Carmen M.
Projektbeginn: 01.04.2026 - Projektende: 30.12.2026
Retabulum: Vergleichende Forschung zur Herstellungstechnik, Materialität und Medialität von hölzernen Altarschreinen aus Franken, der Oberlausitz und Schlesien unter Einbeziehung der Dendrochronologie
Leitung: Eißing; Thomas
Fördermittelgeber: DFG Sachbeihilfe Normalverfügung
Projektbeginn: 01.03.2026 - Projektende: 28.02.2029
Die Decken und Dachwerk der Moschee-Kathedrale von Cordoba-Dekor, Bau- und Bautechnikgeschichte des ältesten umfänglichen Bestandes an Dachhölzern in Europa
Leitung: Eißing; Thomas
Fördermittelgeber: DFG Sachbeihilfe Normalverfügung
Projektbeginn: 01.03.2026 - Projektende: 28.02.2029
CHeriDDoc: Cultural Heritage Digital Documentation Erasmus+ Project
Beschreibung: Objectives:
The project aims to modernize heritage education by integrating digital documentation technologies into existing curricula.
Objectives include developing a digital heritage curriculum, enhancing digital skills, promoting international collaboration, bridging academia and industry, ensuring inclusive learning, and advancing research. It seeks to equip students and professionals with cutting-edge expertise, fostering innovation, employability, and sustainable cultural heritage preservation.
Implementation:
The project will implement curriculum development, hands-on training, and international collaboration. Key activities are reviewing existing courses, developing a model curriculum, organizing 3 international workshops, field training, and interdisciplinary student exchanges. Additionally, it will facilitate internships, mobility programs, online learning modules, and research collaborations to enhance digital documentation skills and industry-academic cooperation aligning with EU directives.
Results:
The project will produce a digital heritage curriculum, training materials, and online learning resources available on an openaccess platform. It will result in skilled students and educators, international collaborations, and industry-academic partnerships. Outcomes include field training, research publications, mobility programs, and policy recommendations. The project will foster digital transformation, employability, and long-term impact on heritage documentation and conservation.
Partners:
NTUA, National Technical University of Athens, Greece, School of Rural, Surveying & Geoinformatics Engineering (SRSE), PI: Prof. Dr. Andreas Georgopoulos
University of Catania, Italy, Department of Civil Engineering and Architecture, PI: Prof. Dr. Cettina Santagati
University of Bamberg, Department of Heritage Conservation Studies/ Centre for Heritage Conservation Studies and Technologies, PI: Prof. Dr. Mona Hess
Leitung: Hess; Mona Valerie Micaela
Fördermittelgeber: ERASMUS +
Projektbeginn: 15.01.2026 - Projektende: 14.01.2029
From Collection to Collaboration: Revisiting the Colonial Philippine Collection of Heinrich Rothdauscher (1851–1937) at the Museum Fünf Kontinente in Munich, Deutscher Kolonialismus auf den Philippinen. Die Sammlung von Heinrich Rothdauscher (1851–1937) im Museum Fünf Kontinente in München
Beschreibung: Heinrich Rothdauscher (1851–1937) überließ der Königlich Ethnographischen Sammlung in München im Jahr 1893 insgesamt 112 Objekte, die er während seines Aufenthalts als Apotheker auf den Philippinen zwischen 1873 und 1883 in seinen Besitz gebracht hatte. Es handelt sich um sensible Kult- und Ritual sowie Alltagsgegenstände. Ein in der Forschung kaum bekanntes, in Privatbesitz befindliches Quellenkonvolut, das Skizzen- und Notizbücher, eine unveröffentlichte Autobiographie, 214 Briefe und 120 Fotografien umfasst, lässt die Verortung der kolonialen Sammlung in einen gewalttätigen Kontext zu. Ziel des Projekts ist die Erforschung der Erwerbungspraktiken und -kontexte sowie die digitale Bereitstellung zentraler Quellen zu den Erwerbssituationen in Form einer digitalen Textedition, in Form einer vollständigen fotografischen Dokumentation der Objekte und in Form von 3D-Scans ausgewählter Stücke. Am Beispiel von Heinrich Rothdauscher wird somit die Sammlungspraxis deutscher Forschungsund Handelsreisender auf den Philippinen erarbeitet. Das Projekt wird zeigen, dass sich die deutsche Präsenz auf dem Archipel nicht in Konkurrenz zu den kolonialen Bestrebungen anderer Länder, sondern teilweise in enger Verbindung und Ergänzung zu ihnen entwickelte. Die Bereitstellung der Ergebnisse erfolgt in englischer Sprache auf einer digitalen Editions- und Forschungsplattform im Open Access unter Berücksichtigung der FAIR- und CARE-Prinzipien in enger Kooperation mit WissenschaftlerInnen auf den Philippinen. Zentraler Bestandteil des Projekts sind die Förderung philippinischer Early Career Researchers im Rahmen einer Spring School (2026) und eine Abendveranstaltung zu philippinischem Kulturerbe in deutschen Museen.
___, In 1893, the German pharmacist Heinrich Rothdauscher (1851–1937) donated a total of 112 objects to the Royal Ethnographic Collection in Munich, which he had acquired during his stay from 1873 to 1883 in the Philippines. These are sensitive cult and ritual objects, as well as everyday items, which are now preserved in the Museum Fünf Kontinente. In close cooperation with the communities of origin and Filipino scientists, the project has threefold objectives: firstly, to investigate the colonial contexts in which the objects were acquired; secondly, to make key sources on the acquisition situations available in the form of a digital text edition; and thirdly, to complete photographic documentation of the objects, and 3D scans of selected pieces.
Leitung: Hess; Mona
Projektbeginn: 01.10.2025 - Projektende: 30.09.2026
SENSES EU Cost-Action: Sensing Europe’s Court Spaces at the Crossroads of Past, Present and Future
Beschreibung: SENSES (CA24164) is a COST - European Cooperation in Science & Technology Action involving 33 participants.
SENSES brings together researchers and professionals to combine knowledge and find novel ways of presenting the European court residence, seen as the locus of multiple sensorial experiences. At the crossroads of court studies, sensory history and digital humanities, SENSES focuses on the “court residence” of late mediaeval and early modern Europe. This means the material and spatial environment of the courts in Europe from 1300 to 1800 within their social context, at all spatial scales from the single building (or part) to the landscape created around it and the supra-territorial residence network it belongs to. We will explore the full gamut of sensory experiences linked with the court residence and its life throughout history until today: from essential human activities, such as preparing food and crafting things, to the grandest and most complex, such as perceiving performances of music and dance in dedicated spaces and dining rituals.
Our goal is to build a better understanding of this complex cultural phenomenon and thus to support its survival as European heritage. To achieve this, SENSES will be multi-disciplinary and trans-sectoral, building bridges between academic disciplines on the one hand, and between academia and the cultural heritage sector on the other. We want to offer a sound research-based platform for developing novel, sensory-based interactions between the public (consumer), and the heritage (art, architecture, music) of the past. By exploring new ways of making and keeping this artistic heritage relevant for audiences of the future, we will contribute actively to European identity-building.
Leitung: Hess; Mona
Fördermittelgeber: COST
Projektbeginn: 01.10.2025 - Projektende: 30.09.2029
GeoRek: Moderne Online-Lehrformate für geodätische Verfahren zur Rekonstruktion in der Ukraine
Beschreibung: Das Projekt GeoRek soll einen signifikanten Beitrag zur Aus- und Weiterbildung ukrainischer Studierender und Wissenschaftler für den Wiederaufbau der Ukraine leisten, für den moderne Verfahren der geodätischen Messtechnik (Photogrammetrie, Laserscanning, Mobile Mapping, 3D-Punktwolken, KI-Analysen) zwingend erforderlich sind. Die dazu notwendigen Kenntnisse und Ausstattungen sind an den ukrainischen Universitäten derzeit nicht hinreichend verfügbar, so dass hier durch ein gezieltes Angebot an gemeinsamen Kursen, E-Learning-Tools, Mikro-Zertifikaten, Projektwochen (Summer Schools) und praktischen Fallbeispielen eine nachhaltige und wirksame Grundlage für eine zukunftsorientierte und effiziente Rekonstruktion von zerstörter Infrastruktur, Gebäuden und Denkmälern gelegt wird.
Leitung: Chizhova; Maria, Hess; Mona, Luhmann; Thomas
Fördermittelgeber: DAAD - Entwicklungszusammenarbeit
Projektbeginn: 01.10.2025 - Projektende: 30.06.2029
Visualisierung von Umweltschadensfunktionen am Baudenkmal - exemplarische Sichtbarmachung anthropogen induzierter Veränderungsprozesse an national wertvollem Kulturgut aus Naturstein
Leitung: Kilian; Ralf, Bellendorf; Paul
Fördermittelgeber: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
Projektbeginn: 01.09.2025 - Projektende: 30.04.2028
UNESCO Research Chair in Digital Twins for World Heritage Conservation
Beschreibung: A UNESCO Chair in Digital Twins for World Heritage Conservation has been established by Carleton University and Universidad del Azuay with the aim of advance research on digital twins to support the conservation of UNESCO-listed cultural heritage sites, aligning with climate action and the Sustainable Development Goals (SDGs).
A digital twin is a dynamic virtual copy of a physical asset, process, system, or environment that looks identical to its real-world counterpart. They integrate real-time data to predict performance, identify potential issues, and enhance management through advanced visualization interfaces. By enabling interactive collaboration across disciplines, digital twins facilitate the design, monitoring, and operation of complex heritage systems. Their predictive capabilities support informed decision-making through simulation, analysis, and immersive 3D visualization, aiding in heritage conservation efforts.
General Objective: To mobilize research to support the design and implementation of digital twins for World Heritage conservation in the context of climate change and the need to monitor indicators associated with SDGs. (Specific objectives: please see website)
Project beneficiaries: The UNESCO Chair will benefit diverse stakeholders including local, national, regional, and global actors.
The academic institutions involved in this Chair will benefit from increased collaboration, research opportunities, and the exchange of knowledge and expertise. Faculty, researchers, and students will engage in projects that enhance the quality and relevance of education and contribute to the UNESCO World Heritage Convention. The knowledge generated from the UNESCO Chair will inform the development of evidence-based policies related to the adoption of digital twins in education, culture, and socio-economic development, thereby benefiting relevant stakeholders.
Leitung: Hess; Mona
Projektbeginn: 01.09.2025 - Projektende: 30.08.2029
MUSEDU+, Innovative Professional Skills for Advanced Museum Communication and Education (Erasmus KA220-VET)
Beschreibung: MUSEDU+ within the Erasmus+ programme, is dedicated to developing new professional skills for contemporary museum communication and education.
The project emerges at a time of profound transformation in the European cultural system, in which museums, archives and art institutions are called upon to rethink the languages, tools and ways in which they engage with their audiences. The evolution of digital technologies and the widespread use of interactive platforms, artificial intelligence, smart technologies and immersive environments are radically reshaping the way knowledge is produced, transmitted and experienced.
In this context, cultural mediation and education require new interdisciplinary skills capable of connecting design, technological innovation, accessibility and participation. MUSEDU+ responds to this need through three key actions:
- Analysing European best practices in educational and digital innovation applied to museums.
- Classifying existing professional roles while mapping emerging skills needs.
- Consolidating the “Musedu+” Model, conceived as a genuine ontology of knowledge, processes and strategies for museum communication and mediation.
The main outcome of this process will be the production of an extended handbook (booklet) defining the model and its practical application methodologies for museum design and communication.
At the heart of the project lies the definition of the MUSEDU+ Model itself: a new theoretical and operational approach to museum communication and mediation, capable of integrating technological innovation, specialist training and new practices for audience engagement.
The volume and the planned publications represent the primary means of consolidating and disseminating the project’s final results, taking the form of a practical, step-by-step guide designed to establish the Musedu+ Model as a real, replicable standard applicable across the sector.
Within this framework, two complementary methodological strands will be developed:
1. MUSEDU+ Design and Planning, dedicated to the design, planning and management of innovative initiatives for museum contexts;
2. MUSEDU+ Communication, focused on communication strategies, cultural mediation and advanced educational practice.
The project’s entire ecosystem is completed by the creation of an e-learning technology platform for the training of museum professionals, supported by an ongoing dissemination strategy that includes the publication of specialist newsletters (e-Zine).
Partnership
The international MUSEDU+ consortium brings together European cultural institutions, universities and research centres:
Fondazione Antonio Morra Greco | Lead Partner/Promoter — Provides overall coordination, administrative management and strategic guidance for the research and dissemination activities.
Partner Universities | Università degli Studi di Roma “Tor Vergata”, Otto-Friedrich-Universität Bamberg — Responsible for the project’s scientific rigour, pedagogical framework and methodological definition.
Museum Institutions | Museo Nacional Thyssen-Bornemisza, MNAC – Museu Nacional d’Art de Catalunya, Muzeum Narodowe w Krakowie — Serve as the ground for practical application, tasked with validating the theoretical models in the field and testing the pilot training programmes.
High Technology District (DATABENC) — The consortium’s key technology partner, responsible for technical and scientific support and for developing the e-learning platform and delivering the pilot courses.
Leitung: Hess; Mona
Fördermittelgeber: ERASMUS +
Projektbeginn: 01.09.2025 - Projektende: 31.08.2027
Historische Beschichtungstechnologien – Nachhaltiger Umgang mit historischen Stahlträgern und technischem Kulturgut
Beschreibung: Historische Korrosionsschutzbeschichtungen auf historischen Stahlträgern und technischem Kulturgut enthalten häufig Materialien, die heute als gesundheitsschädlich eingestuft sind. Darunter bleihaltige Mennige, Chrompigmente oder Asbestfasern in Deckschichten. In der Praxis werden nicht selten Vollabstrahlungen sämtlicher Beschichtungen vorgeschlagen oder sogar für selbstverständlich erachtet. Diese Vor-gehensweise ist nicht nur mit hohen Kosten und Risiken für Umwelt und Gesundheit verbunden, sondern führt auch zu einem Verlust historischer Substanz.
Das Projekt „Historische Beschichtungstechnologien – Nachhaltiger Umgang mit historischen Stahlträgern und technischem Kulturgut“ entwickelt eine alternative Strategie: Statt eines pauschalen Entfernens sollen historische Beschichtungen durch gezielte Analysen und definierte Parameter hinsichtlich ihrer Ausbesserungsfähigkeit untersucht, bewertet und nach Möglichkeit ergänzt werden. Eine Vollabstrahlung ist nicht in jedem Fall notwendig. Durch den Erhalt historischer Beschichtungen werden zudem nicht nur Ressourcen geschont und wertvolle technikgeschichtliche Zeugnisse bewahrt, sondern auch kontaminiertes Strahlgut reduziert, um künftige Generationen zu entlasten. Jedoch fehlen bislang Standards für den Erhalt und die Weiterbehandlung historischer Beschichtungssysteme. Genau hier setzt das Projekt an.
Ziel ist es, gemeinsam mit einer Community aus DenkmalpflegerInnen, RestauratorInnen und HandwerkerInnen standardisierbare Handlungsempfehlungen zu entwickeln. Diese sollen in ein WTA-Merkblatt münden, um durch den Wissenstransfer in die übergeordnete InTraBau-Community eine breite Sensibilisierung zu erreichen. Damit wird die Grundlage geschaffen, gängige Abstrahlungsvorha-ben kritisch zu hinterfragen und den Fokus stärker auf solide Vorun-tersuchungen, Erhaltung und Wartung zu legen.
Das Projekt umfasst Archiv- und Literaturrecherchen, Experten-workshops die Erarbeitung geeigneter Parameter und Prozesse, um-fassende Materialuntersuchungen, sowie die Anlage von Musterflächen an ausgewählten Objekten zur Verifizierung der Projektergeb-nisse.
Das Projekt ist als Teil der übergeordneten InTraBau-Community dem Transfer zwischen Praxiserfahrung und Wissenschaft ver-schrieben. Gefördert wird es vom Bundesministerium Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) über die Förderrichtlinie „DATIpilot“.
Leitung: Tauber; Marianne
Fördermittelgeber: Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt
Projektbeginn: 01.08.2025 - Projektende: 31.07.2028
Innovation aus Tradition: Transferstrukturen für nachhaltiges und klimagerechtes Bauen im Bestand und in der Denkmalpflege
Beschreibung: Die Innovationscommunity (IC) „InTraBau“ wird mit ingesamt 5 Mio. Euro gefördert und widmet sich der nachhaltigen und klimagerechten Transformation des Bauens im Bestand und der Denkmalpflege. Ziel ist es, Ressourcen zu schonen, Energieeffizienz zu steigern und Klimaneutralität zu fördern - durch die Verbindung von traditionellem Handwerkswissen, wissenschaftlicher Forschung und modernen Technologien mit praxisnahen Lösungen. Koordiniert vom Kompetenzzentrum für Denkmalwissenschaften und Denkmaltechnologien (KDWT) entsteht gemeinsam mit der Hochschule für angewandte Wissenschaften Coburg und der Handwerkskammer für Oberfranken ein Netzwerk, das Innovation und Wissenstransfer zwischen Handwerk, Wissenschaft und Planung institutionell fördert und verankert. Im Fokus steht die Erhaltung statt der Erneuerung von Bausubstanz - als ökologisch, ökonomisch und kulturell nachhaltiger Weg in die Zukunft.
Leitung: Breitling; Stefan
Fördermittelgeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung
Projektbeginn: 01.01.2025 - Projektende: 31.12.2028
Arsen- und schwermetallbelastete Bauelemente und Raumausstattungen in der Baudenkmalpflege: Erfassung, Analyse, Aufbau eines KI-basierten Datenmanagementsystems
Leitung: Tauber; Marianne
Fördermittelgeber: Oberfrankenstiftung
Projektbeginn: 01.10.2024 - Projektende: 30.09.2027
Modellhafte Untersuchungen arsen- und schwermetallbelasteter Bauelemente und Raumausstattungen in der Baudenkmalpflege"
Beschreibung: Historische arsen-, blei-, cadmium-, kobalt- oder quecksilberhaltige Verbindungen in Baudenkmälern und deren Ausstattungen werden heutzutage von der European Chemicals Agency (ECHA) toxikologisch als Schadstoffe bewertet. Auch frühere Holzschutzmittel auf Arsen-, Quecksilber- oder Chrombasis aus dem 18. bis frühen 20. Jahrhundert – d.h. vor dem Einsatz von organochlorhaltigen Bioziden – befinden sich in schützenswerten Holzkonstruktionen, Bauteilen und Raumelementen und bedeuten eine ernstzunehmende Gesundheits- sowie Umweltgefährdung. Während die Organochlorbiozide wie Lindan oder DDT bei der Thematik von Holzschutzmitteln in hölzernen Bauteilen und Konstruktionen im allgemeinen Bewusstsein angelangt und entsprechende WTA-Merkblätter zum Umgang und zur Dekontaminierung vorliegen, gerieten die früheren Biozide, die sich in ihrer Toxizität zu den Organichlorhaltigen unterscheiden, in Vergessenheit. Dabei sind gerade ihre gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht zu unterschätzen. Dies gilt auch für die folgenden, als Schadstoffe eingestuften Substanzen, die sich heutzutage noch in Innenräumen und deren Raumausstattungen befinden: quecksilberhaltige Wandspiegel, halb- und schwermetallhaltige Farbfassungen, beispielsweise mit Bleiweiß behaftete Wandvertäfelungen und Wände, welche offen liegen oder sich unter Umständen unter neuzeitlichen Anstrichen befinden.
Leitung: Tauber; Marianne
Fördermittelgeber: Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Projektbeginn: 01.10.2024 - Projektende: 30.09.2027
Gemeißelte Erinnerungen - Memory written in Stone
Beschreibung: Steinoberflächen von mittelalterlichen Bauwerken können wertvolle Informationen tragen, die anhand der überlieferten Werkspuren Erkenntnisse zu den Beziehungen zwischen dem Gebiet des heutigen Bayerns und Tschechiens erlauben. Im Rahmen des vorgetragenen Kooperationsprojekts der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und der Czech Technical University of Prague sollen mittels innovativer digitaler Methoden am Beispiel ausgewählter Bauwerke die bislang kaum untersuchten Primärquellen der Werkzeugspuren von mittelalterlichen Steinoberflächen im Detail analysiert und miteinander verglichen werden. Darauf aufbauend wird die Geschichte des historischen Objekts im Kontext der steinmetzmäßigen Tradition und Weitergabe von handwerklichen Techniken erschlossen. Ziel ist es dabei, regionale Unterschiede und Gemeinsamkeiten des Steinmetzhandwerks des Mittelalters an bedeutenden Objekten zu finden. Ebenso sollen die Entwicklungsverläufe der Steinbearbeitung in Bayern und Tschechien, sowie die Geschichte von der Wanderschaft der Handwerker dokumentiert werden. Außerdem wird untersucht, inwiefern Steine, die der Witterung ausgesetzt sind, Gefahr laufen, ihre Werkzeugspuren zu verlieren. Dies könnte einem Verlust von wichtigen historischen Informationen gleichkommen.
Leitung: Bellendorf; Paul
Fördermittelgeber: Bayerisch-Tschechische Hochschulagentur c/o BAYHOST
Projektbeginn: 01.07.2024 - Projektende: 31.12.2026
Lichtschutz als Beitrag zum Klimaschutz im Denkmalbestand. Modellhafte Untersuchung der Wirkung unterschiedlicher Lichtschutzsysteme am historischen Bestand
Beschreibung: Lichtschutz ist für den Erhalt von Kunst- und Kulturgut ein wichtiges Thema, das insbesondere in historischen Gebäuden zwar allgegenwärtig ist, bisher aber nicht die Aufmerksamkeit erfährt, die es benötigt. Lichtschutz vereint im besten Fall zwei Dinge: Den Schutz von lichtempfindlicher Ausstattung wie Tapisserien, Tapeten, Gemälde, Kunststoffe sowie die Verminderung vor solarem Energieeintrag, der zu einer Erwärmung des Innenraums führt. Das Wellenlängenspektrum von Sonnenlicht umfasst neben dem visuellen (VIS) und ultravioletten (UV) Licht auch Wellenlängen im infraroten (IR) Bereich. Letzterer ist im Hinblick auf die Herausforderungen durch den anthropogen induzierten Klimawandel ein wichtiger Faktor, der ein hohes Schadenspotential mit sich bringt. Durch die Einwirkungen von IR-Strahlung steigen die Temperaturen im Innenraum, was dazu führen kann, dass chemische Reaktionen an historischen Materialverbünden beschleunigt ablaufen. Das Resultat ist die beschleunigte Alterung bzw. der Verfall unseres kulturellen Erbes. Abhilfe kann entweder durch energieaufwändige Kühltechnik geschaffen werden oder durch passive Maßnahmen wie Lichtschutz. Letzterer steht im Fokus des vorgetragenen Vorhabens.
Bei den Schäden durch optische Strahlung lassen sich drei Schadensphänomene unterscheiden. Zum einen treten optische Veränderungen (Verblassen, Abkreiden, Ausbleichen, Farbveränderungen) auf, die durch visuelles Licht und andere Strahlungen (UV / IR) hervorgerufen werden und zu irreversiblen Schäden führen können. Zum anderen kann optische Strahlung, insbesondere UV-Strahlung, eine strukturelle Schädigung hervorrufen, die langfristig zum kompletten Substanzverlust führt. Letzteres ist bisher noch wenig erforscht, da dies momentan noch Materialtests beinhaltet, die nicht zerstörungsfrei erfolgen können. Außerdem kann Licht in Form von IR-Strahlung, wenn es lokal auf Oberflächen trifft, eine thermische Erwärmung von Kulturgut hervorrufen. Das kann zu einer strukturellen Veränderung führen. Wenn beispielsweise die Sonne im Tagesgang über Teile einer Ausstattung streift, dann erwärmt sich dieser Bereich lokal. Dies kann zur (lokalen) Materialveränderung (Bewegung) führen, z.B. von Malschollen. Über die Dauer gesehen ist das eine zyklische Bewegung/Belastung, die zur Materialveränderung bis hin zum Bruch / Verlust führen kann.
Das Thema Lichtschutz wird in Museen heute häufig bereits bei der Planung eines Beleuchtungskonzeptes mitberücksichtigt. Auch in historischen Gebäuden waren in der Vergangenheit häufig Maßnahmen zum Schutz vorhanden, beispielsweise Vorhänge an Gemälden, Hussen für Möbel, Fensterläden etc. Das geänderte Nutzungsverhalten, mit täglichen Öffnungen statt der früheren unregelmäßigen Nutzung, erfordert heute auch am Baudenkmal vielfach einen individuellen Lichtschutz. Insbesondere in Kirchen fand er erst in den letzten Jahrzehnten vermehrte Umsetzung.
Im Zusammenhang mit Lichtschutz am Baudenkmal gibt es eine Reihe von offenen Fragen, zu denen Forschungsbedarf besteht:
• Auf welche Parameter sind bei der Ausschreibung für einen effizienten Lichtschutz zu achten?
• Wie kann eine denkmalverträgliche Montage im historischen Gebäude erfolgen?
• Wie muss der optimale Abstand zwischen Lichtschutz und Fenster aussehen, um einerseits Schutz vor Kondensation und / oder Überhitzung der originalen Verglasung zu erreichen, auf der anderen Seite aber genug Tageslicht ins Innere zu lassen.
• Wie ist es um die Langzeitstabilität der Lichtschutzsysteme durch ihre Exposition an der Sonne bestellt? Bislang liegen hier nur Erfahrungsberichte durch Liegenschaftsverantwortliche vor. Welche Materialien per se schnell ausbleichen oder die Montage eines UV-Schutzes erfordern, sind wichtige Hinweise, die für die Entscheidungsfindung im Sinne der Nachhaltigkeit eine wesentliche Rolle darstellen.
Um die Forschungslücke im Zusammenhang mit dem Lichtschutz am Baudenkmal zu schließen, sollen im Rahmen des Projektes unterschiedliche Methoden des Lichtschutzes untersucht werden. Hierzu sollen von UV/IR-Schutzfolien über getönte Gläser, die additiv vor die originale Verglasung gesetzt werden können, bis hin zu Vorhängen / Screens in Hinblick auf den Objektschutz gegenübergestellt und hinsichtlich ihrer optischen Wirkung, der Reduzierung des solaren Eintrags sowie insbesondere ihrer Schadensvermeidung evaluiert werden.
Projektergebnis sind Strategien, wie die Ausstattung von Denkmälern hinsichtlich der Schädigung durch Licht langfristig geschützt werden kann. Die Nutzung eines geeigneten Lichtschutzes bewahrt somit zum einen wertvolle Kunst- und Kulturgüter, zum anderen kann durch die Stabilisierung des Innenraumklimas, in Anbetracht der steigenden Temperaturen und Sonneneinstrahlung, die Energieeffizienz verbessert und CO2 eingespart werden. Das interdisziplinäre Projekt möchte praxisorientierte Lösungsmöglichkeiten erforschen und dafür systematische Laborversuche mit Messungen unterschiedlicher Fallbeispiele kombinieren.
Leitung: Bellendorf; Paul
Fördermittelgeber: Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Projektbeginn: 01.07.2024 - Projektende: 31.12.2026
Erforschung, digitale Inventarisation und digitale Rekonstruktion der vorindustriellen Stadtbaugeschichte von Rufach (F-Elsass)
Leitung: Eißing; Thomas
Fördermittelgeber: DFG Sachbeihilfe Normalverfügung
Projektbeginn: 01.02.2024 - Projektende: 31.01.2027
Mittelalterliche Wandmalereien im Iran, 10.-14. Jahrhundert. Kunsthistorische Erforschung von verschwindenden Kulturgutes, Medieval Wall Paintings in Iran, 10 - 40th centuries. Art Historical Research of Vanishing Cultural Heritage
Leitung: Grbanovic; Ana Marija
Fördermittelgeber: DFG Sachbeihilfe Normalverfügung
Projektbeginn: 01.10.2023 - Projektende: 30.09.2026
Kunsttechnologische Untersuchung von Wandmalerein in einem Profanbau aus dem 16. Jh., Zug (Schweiz)
Beschreibung: Kunsttechnologische Untersuchuchungen von Wandmalerein mit bildgebenden Verfahren in einem Profanbau in der Ägeristrasse 3 in Zug (Schweiz) in Zusammenarbeit mit der Kantonalen Denkmalpflege Zug: Natalie Wey, Saskia Roth, Anette JeanRichard, Claude Caviglia, Martin Hübi.
Leitung: Tauber; Marianne
Projektbeginn: 01.03.2023 - Projektende: 31.12.2026
Steinerne Zeugen digital. Deutsch-jüdische Sepulkralkultur zwischen Mittelalter und Moderne – Raum, Form, Inschrift (Förderung durch die Akademienunion, Bayerische Akademie der Wissenschaften)
Beschreibung: In Deutschland haben sich etwa 2.400 jüdische Friedhöfe vom 11. Jahrhundert an erhalten.
Kein anderes europäisches Land besitzt – trotz großer Verluste – eine vergleichbar alte, reiche und vielschichtige Überlieferung. Diese Friedhöfe zählen zu den ältesten Zeugnissen der Sepulkralkultur in Deutschland. Ihre Erhaltung, Dokumentation, Erschließung und Vermittlung ist eine Aufgabe von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung. Dennoch haben sie bislang nicht die Aufmerksamkeit gefunden, die ihnen als religiös-kulturellen Orten der Erinnerung, als Ausdruck individueller und korporativer jüdischer Identität sowie als historischen, literarischen und materiellen Quellen zukommt.
Hier setzt das beantragte Projekt an: Durch Auswahl, Sammlung und Edition hebräischer und hebräisch-deutscher Grabinschriften aus dem deutschsprachigen Raum seit dem 16. Jahrhundert sowie durch die Erfassung und Analyse von Form, Struktur, Konstruktion, Material und Erhaltung der Grabmale und ihrer topographischen Anordnung soll ein repräsentatives und durchgängig digitales Text- und Bildkorpus erstellt, dauerhaft gesichert und dokumentiert werden. Anhand dessen können die Grabinschriften, die Grabmalgestaltung und die räumlichen Zusammenhänge auf den Friedhöfen erstmals systematisch diachron wie synchron analysiert und für weitere wissenschaftliche Fragestellungen erschlossen werden.
Das Projekt ist auf 24 Jahre angelegt und gliedert sich in drei Cluster mit insgesamt acht dreijährigen Modulen, die zeitlich und thematisch aufeinander aufbauen. Innerhalb jedes Moduls werden exemplarisch ausgewählte Friedhöfe vollständig dokumentiert; weitere, bereits edierte Gesamt- oder Teilbestände werden vergleichend hinzugezogen.
Die Projektpartner, die die Arbeit in zwei Arbeitsstellen in Essen und Bamberg gemeinsam leisten werden, sehen sich in besonderem Maße für das skizzierte Vorhaben geeignet. Die an der Universität Duisburg-Essen neu berufene Professorin Dr. Lucia Raspe arbeitet als Judaistin seit 1997 auf dem Gebiet des deutschen Judentums. Das Steinheim-Institut in Essen, mit dessen Leitung die Professur verbunden ist, erschließt und erforscht seit mehr als 25 Jahren jüdische Begräbnisstätten in Deutschland. Es bringt seine Datenbank epidat (aktuell 232 digitale Editionen mit 43.676 Grabmalen und 79.827 Bilddateien) ein, die seit 2006 Forschende in aller Welt in open access zur Verfügung steht. Mit der judaistischen Kollegin an der Universität Bamberg, Professorin Dr. Susanne Talabardon, hat das Projekt eine Partnerin, die seit 2008 in Forschung und Lehre große epigraphische Kompetenz insbesondere für die fränkischen Friedhöfe erworben und weitervermittelt hat. Durch die Einbindung von Professorin Dr.Mona Hess, Leiterin des Arbeitsbereiches Digitale Denkmaltechnologien am Kompetenzzentrum für Denkmalwissenschaften und Denkmaltechnologien der Universität Bamberg, wird zudem gewährleistet, dass neben den Inschriften auch der Informationsgehalt der materiell vorhandenen Objekte samt ihrer baugeschichtlichen und topographischen Verortung in eine ganzheitliche Betrachtung einfließen kann.
Leitung: Hess; Mona, Talabardon; Susanne, Arera-Rütenik; Tobias
Fördermittelgeber: Bayerische Akademie der Wissenschaften
Projektbeginn: 01.01.2023 - Projektende: 31.12.2046
PLAFOND-3D: Eine Verflechtungsgeschichte der Deckenmalerei in Frankreich und Deutschland 1600-1800
Beschreibung: Ziel des Projektes ist es, das historische, kulturelle, formale und technische Phänomen der Verbreitung von gemalten und skulptierten Deckenausstattungen im Europa des 17. und 18. Jahrhunderts zu untersuchen. Deutschland und Frankreich bieten sich für diese Untersuchung an: Die zahlreichen punktuellen und verstreuten Studien der letzten 20 Jahre sollen in einem umfangreichen Unternehmen als Corpus systematisiert und mit aktuellen Fragestellungen untersucht werden. Die Zeit ist günstig: Auf beiden Seiten des Rheins entstanden in den letzten Jahren Datenbankinitiativen und es besteht dringender Handlungsbedarf, um gemeinsame digitale Werkzeuge zu entwickeln und die Relevanz und Interoperabilität zu erhöhen. Das deutsch-französische Gemeinschaftsprojekt wird bestehende Initiativen nicht ersetzen, sondern sie bereichern, indem grundlegende Bedingungen für eine gemeinsame Forschung geschaffen werden, die sich in einem Online-Portal der Deckenmalerei in Frankreich und Deutschland niederschlagen wird. Zusätzlich zur digitalen Erschließung wird das Team eingehende Untersuchungen in Form einer Mikrogeschichte von zwanzig Deckenmalereien durchführen, die die Vielfalt der Typologien, der Auftraggeber*innen, das Experimentelle des Entwurfs, die Organisation der Baustellen, die Funktion der Ausstattungen in der Repräsentation von Macht, die Bedingungen ihrer Bildmacht, ihre Rolle in der Entwicklung von Formen und Diskursen widerspiegeln. Schließlich wird die 3D-Visualisierung von sechs bestehenden oder zerstörten Ausstattungen ein Experimentierfeld bieten, um Fragen wie den Übergang von zweiten zu dritten Dimensionen (vom Entwurf zur Ausführung) zu untersuchen. Die 3D-Darstellungen werden das Interesse und das Verständnis einer breiteren Öffentlichkeit wecken. Eine Reihe von Workshops zu den drei Themen wird das Projekt während seiner gesamten Laufzeit begleiten. Unsere Ziele sind daher, durch den Dialog zwischen der deutschen und der französischen historiographischen Traditionen, die ihre eigenen Wege gegangen, ein Verzeichnis der in beiden Ländern ausgeführten profanen Deckenmalerei zu erstellen; gemeinsame Werkzeuge für ihre Beschreibung und Online-Publikation zu identifizieren oder zu schaffen; die chronologischen und geographischen blinden Flecken in ihrer Untersuchung zu füllen; Fragestellungen auf der Grundlage neuer wissenschaftlicher Ansätze zu entwickeln; eine Verflechtungsgeschichte der französischen und deutschen Deckenmalerei zu schreiben. Als Ergebnisse werden vorliegen: die Schaffung eines Online-Portals, welches das gesamte Corpus zusammenführt; eine eingehende Studie von zwanzig Fallbeispielen; ein Forschungsnotizbuch als Blog; Entwicklung verschiedener Vermittlungsformate für ein breiteres Publikum (virtuelle Ausstellung, Präsentationen während der europäischen Tage des offenen Denkmals); vier thematische digitale Publikationen; ein internationales Symposium und dessen Veröffentlichung in Form eines Open-Access Tagungsbandes.
Ein Projekt mit Prof. Dr. Olivier Bonfait, Université de Bourgogne und PD Dr. Matteo Burioni, Departement für Kunstgeschichte/ Akademienprojekt Corpus Barocke Deckenmalerei, LMU München (Projektleitung).
Gefördert durch DFG und Agence Nationale de la Recherche / The French National Research Agency
Leitung: Hess; Mona
Fördermittelgeber: DFG - Internationale Zusammenarbeit
Projektbeginn: 01.04.2022 - Projektende: 31.10.2026
Campus 3D Universität Bamberg
Leitung: Hess; Mona
Projektbeginn: 01.02.2019 - Projektende: 01.01.2031
3D Aufnahme und Visualisierung von Barocken Decken- und Wandgemälden. Kooperationsprojekt mit Akademienprojekt Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland (CbDD)
Beschreibung: Kooperation mit: LMU München Kunstgeschichte (Prof. Dr. Stefan Hoppe, PD Dr. Matteo Burioni, Jan Lutteroth) im Rahmen des Corpus Barocke Deckenmalerei (dieses gefördert durch die Bayerische Akademie der Wissenschaften)
Das Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland (gefördert von der Bayerische Akademie der Wissenschaften) erforscht und publiziert die Decken- und Wandmalerei der Zeit zwischen etwa 1550 und 1800 auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland.
Seit 2017 kollaboriert das KDWT mit dem CdBB durch einen Kooperationsvertrag und trägt durch bildgebende Verfahren bei der Aufnahme von ausgewählten Objekten bei .
Im Jahr 2017 war das KDWT an der Aufnahme des Kaisersaales der Neuen Residenz Bamberg beteiligt (Leitung. Prof. Dr. Rainer Drewello). Im Jahr 2018 trug das KDWT mit 2D und 3D Aufnahmen des Kaisersaales.
Digitalisierung in Schloss Arnstorf bei Passau (3D Laserscan und Photogrammetrie des Kaisersaales, des Theaters und des Fischesaales) und Nachbearbeitung der erhobenen Daten im Jahr 2018. Bearbeiter: Dr. des. Max Rahrig, Dr John Hindmarch, Magdalena März
Digitalisierungskampagne in Schloss Weikersheim (Rittersaal und angrenzende Räume) im Jahr 2020. Bearbeiter: Michael Groh, Nicoletta Campofiorito, Jan Lutteroth
Digitalisierung des Palais im Grossen Garten, Dresden (auch Plafond3D Projekt): Mona Hess, John Hindmarch, Michael Groh, Eliane Christ, Gerrit Nöhmer, mit LMU Kunstgeschichte: Lilia Gaivan, Matteo Burioni, Stephan Hoppe
Digitalisierung von Schloss Rheinsberg, Festsaal Schloss Rheinsberg (2022, Plafond3D Projekt): Mona Hess, John Hindmarch, Eliane Christ
Digitalisierung des Festsaals in der Residenz Ansbach: Mona Hess, John Hindmarch, Michael Groh, Eliane Christ, LMU München: Lilia Gaivan
Thema: Anspruch, Anforderungen und Realität von digitalen 3D Modellen für die kunsthistorische Forschung.
Leitung: Hess; Mona
Projektbeginn: 01.01.2017 - Projektende: 31.12.2030
Ägyptisch Blau - Wandmalerei im UNESCO Welterbe Kloster St. Johann, Müstair (Schweiz)
Beschreibung: Analyse von möglichen Auswirkungen von Ammoniumcarbonat auf Lasuren mit Ägytisch Blau. Bestimmung von organischen Bindemittel.
Ein gemeinsames Analysenprojekt mit der Stiftung Pro Kloster St. Johann; Gastwissenschaftlerin Camilla Tennenini, Restauratorin Caterina Leandri.
Leitung: Tauber; Marianne, Cassitti; Patrick
