Thomas Lehner: Gattungsreflexion und Erzählverfahren in Moritz Heimanns Künstlernovellen

Thomas Lehner, langjähriger Mitarbeiter an der Professur, hat seine Doktorarbeit bei Metzler veröffentlicht. Sie finden sie in der Bibliothek, zudem auch als ebook. Es ist eine sehr lesenswerte Studie über das noch wenig rezipierte Werk von Moritz Heimann enstanden, der nicht nur Autor, sondern auch lange Jahre Lektor bei S. Fischer war. Thomas Lehner hat damit eine echte Forschungslücke erschlossen.

"Moritz Heimann, so wird dabei deutlich, gehört als außeroredentlich innovativer Autor in den Kanon der Novellistik um 1900! Abschließend skizziert die Disseration weitergehende Fragestellungen, auch über die germanistischen Fachgrenzen hinaus, etwa aus judaistischer Perspektive." (Zitat vom Klappentext)

 

Neu erschienen

»Es gibt Dinge, die es nicht gibt« Vom Erzählen des Unwirklichen im Werk von Clemens J. Setz

Warum erzählt uns Clemens Setz skurrile Geschichten? Warum sind die Figuren in diesen Geschichten in mancherlei Hinsicht merkwürdig, warum geschehen ihnen seltsame Dinge, warum bleibt in diesen Geschichten ein Firnis an Unerklärlichem, Suspektem? Viele seiner Texte erscheinen als Versuchsanordnungen, die ausloten, inwiefern surreale und hyperreale Elemente eine Geschichte noch nicht zu sprengen vermögen, inwiefern also sich jenseits von allzu viel Abstraktion und Umvorstellbarkeit noch eine Geschichte entwickelt, die man erzählen kann, als Geschichte mit einem nachvollziehbaren Handlungsablauf. Was ist erzählbar, welches Hirngespinst wird zur Erzählung, die mitteilbar ist? Vor allem die Romane haben eine sorgsam durchgehaltene Versuchsanordnung, man kann sie kaum weglegen, weil sie spannend bis zur letzten Seite sind, weil man zudem eine Beunruhigung in ihnen wahrnimmt, die wachhält und immer Schlimmstes befürchten lässt.

Die HerausgeberInnen
Prof. Dr. Iris Hermann lehrt Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg.
Nico Prelog, M.A., Studium der Philosophie und Germanistik, Mitarbeiter an der Professur für Neuere deutsche Literaturwissenschaft.

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Fährmann sein. Robert Schindels Poetik des Übersetzen

Ein genauer Blick auf den originellen Lyriker.

Robert Schindels Werk ist in erster Linie das eines bildmächtigen und Neologismen nicht scheuenden Lyrikers. Seine Gedichte sind so poetologisch wie sinnlich zugleich. Seine Themen sind Liebe, Melancholie, die Surrealität des Alltags, die Seelenlandschaften und -städte, sowie der Blick auf die jüngste Geschichte der Judenverfolgung. Sein Roman »Gebürtig« setzte in Österreich die Aufarbeitung des Naziterrors in Gang.
Die Beiträge dieses Bandes widmen sich neben der Lyrik dem Roman »Gebürtig«, dem filmischen Werk, sowie den Essays. Im Mittelpunkt steht die von Robert Schindel gewählte poetische Perspektive: der Dichter als Fährmann.
Der Band enthält ein unveröffentlichtes Gedicht von Robert Schindel sowie den Text der abschließenden vierten Poetikvorlesung an der Universität Bamberg.


Mit Beiträgen von:
Andrea Bartl, Matthias Beilein, Norbert Otto Eke, Nora Gomringer, Iris Hermann, Christoph Houswitschka, Joanna Jablkowska, Friedhelm Marx, Artur Pelka, Doron Rabinovici, Meinolf Schumacher und Hartmut Steineck.

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