NIM-Projekt TRAVIS: TRAnsparenz Virtueller Shopping-Assistenten
Die Digitalisierung und Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz verändern den Online-Handel grundlegend. Während digitale Einkaufserlebnisse bislang häufig durch statische Benutzeroberflächen geprägt waren, ermöglichen moderne KI-Technologien zunehmend interaktive und menschenähnliche Kommunikationsformen. Insbesondere KI-basierte Avatare eröffnen neue Möglichkeiten, Konsumenten während des Einkaufs zu begleiten, individuelle Produktempfehlungen auszusprechen und soziale Interaktionen aus dem stationären Handel in digitale Einkaufsumgebungen zu übertragen.
Dabei können Avatare unterschiedliche Rollen übernehmen, beispielsweise als virtuelles Verkaufspersonal oder als Peer-Konsumenten, die ihre Erfahrungen und Empfehlungen teilen. Welche dieser Rollen von Konsumenten bevorzugt wird und wie überzeugend Empfehlungen wahrgenommen werden, dürfte jedoch maßgeblich vom jeweiligen Einkaufskontext abhängen. Gleichzeitig werden KI-basierte Avatare durch technologische Fortschritte zunehmend realistischer und kaum noch von menschlichen Interaktionspartnern zu unterscheiden.
Diese Entwicklung wirft neue wissenschaftliche und gesellschaftliche Fragestellungen auf. Regulatorische Vorgaben fordern zunehmend eine transparente Kennzeichnung KI-basierter Systeme und KI-generierter Inhalte, um Konsumenten über die künstliche Herkunft von Interaktionspartnern zu informieren. Gleichzeitig deuten bisherige Forschungsergebnisse darauf hin, dass die Offenlegung einer künstlichen Identität die Wahrnehmung, das Vertrauen und die Akzeptanz von Empfehlungen beeinflussen kann. Damit entsteht ein Spannungsfeld zwischen regulatorisch geforderter Transparenz und einer möglichst wirksamen Gestaltung KI-basierter Interaktionen.
Das Forschungsprojekt TRAVIS untersucht, wie die Rolle KI-basierter Avatare sowie die Offenlegung ihrer künstlichen Identität die Wahrnehmung, das Vertrauen und die Akzeptanz von Produktempfehlungen durch Konsumenten beeinflussen. Ziel des Projekts ist es, ein tieferes Verständnis dafür zu entwickeln, wie verschiedene Avatar-Rollen und Transparenzstrategien die Entscheidungsprozesse von Konsumenten in neuen digitalen Einkaufsumgebungen prägen.
Das TRAVIS-Projekt ist eine Kooperation zwischen der Universität Bamberg, dem Nürnberg Institut für Marktentscheidungen e.V. und dem Karlsruhe Decision & Design Lab (KD2Lab) am Karlsruher Institut für Technologie.

Das Projekt wird durch das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen e.V. gefördert.
Laufzeit: Juni 2025 – Dezember 2026
Weitere Informationen:
Team: Runjie Xie, Prof. Dr. Benedikt Morschheuser, Carolin Kaiser