Caritas Fachambulanz für Essstörungen

Therapie-Centrum für Essstörungen (TCE)

Exkursion nach München

Gendersensible Psychotherapie bei Essstörungen

Das öffentliche Bild von Essstörungen ist nach wie von der Idee einer „Frauenerkrankung“ geprägt. Dabei zeigen empirische Befunde, dass etwa jeder vierte bis fünfte Fall einen Jungen oder Mann betrifft. Zudem sind die Auftretensraten bei gender-queeren Personen erhöht.

Die therapeutischen Konzepte erscheinen bislang ebenfalls stark auf weibliche Betroffene ausgerichtet und männliche sowie genderqueere Personen erleben Hürden auf Ihrem Weg zu einer adäquaten Versorgung. Es mangelt an einem gendersensiblen Versorgungsangebot.

Der Frage, wie ein solches Angebot aussehen könnte, widmeten sich die Bamberger Psychotherapie-Masterstudierenden im Sommersemester 2026 im Seminar „Forschungsorientiertes Praktikum II: Rethinking Recovery“ unter der Leitung von Martin Lehe.

Im Rahmen des Seminars begaben sich die Studierenden Anfang Juli auf eine eintägige Exkursion nach München. Das Ziel: Der fachliche Austausch mit Expert:innen aus der Praxis, um ein besseres Verständnis für die Bedürfnisse und Hürden im Versorgungssystem zu bekommen.

Erste Station des Tages war die Caritas Fachambulanz für Essstörungen. Frau Christa Brachatzek (Dipl. Soz.-Päd.) gewährte den Studierenden wertvolle Einblicke in die ambulante Versorgung. Im Mittelpunkt des sehr lebendigen und spannenden Austauschs standen dabei die spezifischen Herausforderungen in der Arbeit mit männlichen Patienten.

Nach einer gemeinsamen Mittagspause ging es weiter zum Therapie-Centrum für Essstörungen (TCE). Dort hießen Frau Dr. Karin Lachenmeir (Psychologische Psychotherapeutin, Leiterin TCE) und ihr Team die Bamberger Studierenden herzlich willkommen. Nach der Vorstellung der Einrichtung und der dortigen Schwerpunkte folgte ein angeregter Austausch über Ideen, wie praxistaugliche Ansätze für eine inklusive psychotherapeutische Versorgung gestaltet werden können.

Der Ausflug nach München war für alle Beteiligten ein voller Erfolg: Er bot nicht nur praxisnahe Einblicke in etablierte Versorgungsstrukturen, sondern zeigte eindrücklich, wie wissenschaftliche Lehre und partizipative Forschung Hand in Hand gehen können, um bestehende Versorgungslücken zu schließen.