Einrichtungen und Organe

Frauenbeauftragte

Programm für Wissenschaftlerinnen zur Unterstützung einer akademischen Karriere

FeRNet ermöglicht Nachwuchswissenschaftlerinnen den Austausch mit einer wissenschaftlich erfahrenen Person sowie den Aufbau von Beziehungen über die Grenzen der eigenen Universität hinaus. Die Nachwuchswissenschaftlerinnen werden mit Hilfe einer Mentoring-Beziehung sowie einem begleitenden Rahmenprogramm angeregt, ihre akademische Laufbahn gezielt zu planen und zu verfolgen und ihr Selbstverständnis als Wissenschaftlerinnen zu stärken. Durch den Aufbau formeller und informeller Netzwerke erfolgt eine Vernetzung, die eine bessere Einbindung von Nachwuchswissenschaftlerinnen in die jeweilige Scientific Community befördert.

feRNet versteht sich als ein Instrument der individuellen Karriere- und Nachwuchsförderung mit dem Ziel, den Anteil der Nachwuchswissenschaftlerinnen im Wissenschaftsbetrieb nachhaltig zu erhöhen. Das Programm richtet sich an alle fortgeschrittenen Doktorandinnen, Post-Doktorandinnen und Habilitandinnen, die eine akademische Karriere anstreben und deren wissenschaftliches Projekt an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg verortet ist.

Die 6. Mentoring-Runde startete im April 2017

30.11.2018 Endet die Bewerbungsfrist für die Teilnahme an der 7. Runde von FeRNet. Geplanter Start der 7. Runde ist April 2019.

Was ist Mentoring?

Die Grundidee des Mentoring sieht vor, dass eine erfahrene Person sich einer oftmals jüngeren Person annimmt und ihr Wissen und ihre Erfahrungen weitergibt. Die Mentorin oder der Mentor unterstützt die Mentee aufgrund ihrer bzw. seiner Lebens- und Berufserfahrung, gibt Ratschläge, führt in Netzwerke ein und hilft, die Mechanismen und ungeschriebenen Regeln von Institutionen und Organisationen zu verstehen.

Außerhalb einer normalen Vorgesetzen- oder Betreuerinnen bzw. Betreuer-Beziehung kann die Mentee durch die persönliche Beziehung den Erfahrungsschatz ihrer Mentorin oder ihres Mentors nutzen. Es profitieren aber beide Seiten von einer gelungenen Mentoring-Beziehung, denn eine Mentoring-Beziehung bietet einen geschützten Raum, um Karrierewege und Potenziale zu erkunden und zu reflektieren.

Dabei ist Mentoring keine neue Idee, der Begriff ‚Mentor‘ lässt sich auf die griechische Mythologie zurückführen. Odysseus beauftragte seinen Freund Mentor, sich während seiner Abwesenheit um seinen Sohn Telemachos zu kümmern und ihn zu erziehen.

Warum Mentoring?

Trotz der geringer gewordenen Bildungsunterschiede zwischen den Geschlechtern zeichnet sich im Mittelbau und auf der professoralen Stufe eine deutliche Geschlechtersegregation ab. Die Annahme, dass mit steigendem Studentinnenanteil auch mehr Frauen in die höheren Stufen der Hierarchie im Wissenschaftsbetrieb, namentlich im universitären, aufsteigen, hat sich bislang nicht bewahrheitet.

Als Ursache für die deutliche Unterrepräsentation von Frauen in den oberen Hierarchiestufen gelten systemimmanente Strukturen des Wissenschaftsbetriebes. Nicht selten fehlt die nötige Unterstützung und gezielte Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen. Tradierte Muster und Rollenvorstellungen versperren den Blick auf die wissenschaftliche Exzellenz von Nachwuchswissenschaftlerinnen. Darüber hinaus wirkt sich neben der Praxis der homosozialen Kooptation die unterschiedliche Teilhabe von Frauen und Männern an formellen und informellen Netzwerken negativ auf die Karrierechance von Frauen im Wissenschaftsbetrieb aus.

Deshalb verfolgen wir das Ziel, Nachwuchswissenschaftlerinnen mithilfe eines institutionalisierten Betreuungssystems wirkungsvoller in ein formelles Netzwerk zu integrieren. Mentoring soll als ein Instrument gezielter Nachwuchsförderung Frauen ermutigen und dazu motivieren, ihre wissenschaftliche Laufbahn konsequent zu verfolgen.

Gestaltung der Mentoringbeziehung

An der Mentoring-Beziehung sind eine in der Wissenschaft erfahrene Professorin bzw. ein Professor als Mentorin bzw. Mentor und die geförderte Nachwuchswissenschaftlerin als Mentee beteiligt. Der Kontakt zwischen beiden wird über die Programmkoordination vermittelt.

Getragen wird die Mentoring-Beziehung von einem regelmäßigen Austausch unabhängig vom Rahmenprogramm während der gesamten Programmdauer von 18 Monaten. Die Intensität, die Form, der Ort und die Inhalte der Treffen zwischen Mentee und Mentorin bzw. Mentor werden von den beiden individuell bestimmt und vereinbart. Dies wird in einer Mentoring-Vereinbarung formal festgehalten. Dort werden auch Ziele festgehalten, die zu Beginn der Beziehung bei einem ersten Treffen definiert werden. So können wichtige Themen vorab gelistet und in den einzelnen Gesprächen vertieft werden. Auch können konkrete Unterstützungsangebote genannt werden.

Rahmenprogramm

Neben der Mentoring-Beziehung wird FeRNet von einem Rahmenprogramm strukturiert, das aus Netzwerkveranstaltungen, Coachinaren und Karriereworkshops besteht.

Das Rahmenprogramm beginnt mit einer offiziellen Auftaktveranstaltung, die von den Universitätsfrauenbeauftragten initiiert und in feierlichem Rahmen veranstaltet wird. Die Auftaktveranstaltung ist ein verpflichtender Programmpunkt für die Mentees.
Ein weiterer verpflichtender Programmpunkt für die Mentee ist ein eintägiger Workshop zur Standort- und Potenzialanalyse. Dort werden die Ziele der Mentee für das Mentoring erarbeitet oder weiter geklärt und konkretisiert.

Im Verlauf der weiteren Programmdauer (18 Monate) wird ein Rahmenprogramm von der Programmkoordination organisert, das pro Semester aus mind. je einer Veranstaltung aus den Bereichen Netzwerkveranstaltung, Coachinar und Karriereworkshop besteht. Nach einem Besuch von mindestens drei Veranstaltungen erhält jede Mentee ein Abschlusszertifikat, in dem die besuchten Fortbildungen aufgeführt werden.

Mögliche Netzwerkveranstaltungen sind:

  • Auftaktveranstaltung
  • Festakt der Frauenbeauftragten
  • Stammtisch
  • Karrieretalk
  • Interdisziplinäre Vorträge

Mögliche Coachinare sind:

  • Standort- und Potenzialanalyse
  • Eigene Stärken erkennen und zielgerichtet einsetzen
  • Karriereberatung

Mögliche Karriereworkshops sind:

  • Wie werde ich Professorin?
  • Rhetorik und Kommunikation im Unversitätsalltag
  • Zeitmanagement
  • Führungn in der Wissenschaft
  • Hochschuldidaktische Weiterbildungen
  • Hochschulmanagement und Hochschulpolitik
  • Publikationsmöglichkeiten University of Bamberg Press
  • Rechtliche Grundlagen, Gesetze und Verwaltungsarbeit
  • Auslandsamt: Partnerprogramme für AkademikeraustauschInformationen zur Förderungsförderung

Ergänzende Veranstaltungsvorschläge seitens der Teilnehmerinnen werden gerne von der Programmkoordination entgegen genommen.

Teilnahmevoraussetzungen für Mentees

  • die Bewerberin ist Doktorandin mit mindestens einem Jahr Forschungstätigkeit oder promovierte Wissenschaftlerin oder Habilitandin und strebt eine akademische Karriere an
  • ihr wissenschaftliches Projekt ist an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg verortet
  • Bereitschaft zur aktiven Auseinandersetzung mit der akademischen Laufbahn
  • Teilnahme am Rahmenprogramm
  • Bereitschaft zur Vernetzung mit anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern
  • Regelmäßiges Feedback an die Programmleitung
  • Übernahme einer aktiven Rolle im Mentoring-Prozess

Bewerbung

Die Aufnahme in das Programm erfolgt über eine schriftliche Bewerbung. Diese schriftliche Bewerbung mit allen Bewerbungsunterlagen ist bis zum 30. November 2018 im Frauenbüro der Universität Bamberg einzureichen oder per e-Mail an mentoring.frauenbeauftragte(at)uni-bamberg.de im pdf-Format zuzusenden.

Bestandteile der schriftlichen Bewerbung sind:

  • Anschreiben (inkl. Motivation für Teilnahme und angestrebte Ziele), ca. 1-2 Seiten
  • Erhebungsbogen für Mentee
  • tabellarischer Lebenslauf (mit Forschungsschwerpunkt und ggfs. Publikationsliste)
  • Kurzbeschreibung des aktuellen wissenschaftlichen Vorhabens (Thema, Aufgabenstellung und Ziel, Arbeitsprogramm, Untersuchungsmethoden, Vorarbeiten, ca. 1-2 Seiten
  • ggf. Registrierung in der Promovierenden-Datenbank der Universität Bamberg www.uni-bamberg.de/scs/foerder-und-serviceangebote/promovierenden-datenbank/
  • ggf. Bestätigung des Fachbereiches/ Fakultät  über die Erfüllung der Voraussetzungen über die Zulassung zum Habilitationsverfahren beizufügen.

Die Bewerbung soll Informationen zum wissenschaftlichen Werdegang, zur Promotion (mind. magna cum laude), zu den bereits veröffentlichten Publikationen, zu eingeworbenen Drittmittel ebenso wie zum laufenden wissenschaftlichen Projekts enthalten. Der Bewerberin wird zugleich die Möglichkeit gegeben, mit ihrer Bewerbung zwei Wunschmentorinnen bzw. Wunschmentoren vorzuschlagen. Die Bewerberin erhält eine schriftliche Mitteilung darüber, ob sie in das Programm aufgenommen worden ist oder nicht.

Programmkoordination

Janina Dillig, M.A. (Programmkoordinatorin)

Anschrift:

Kapuzinerstr. 18, Raum 02.03
96045 Bamberg

Telefon: (09 51) 8 63 - 12 88
Fax: (09 51) 8 63 - 42 44
E-Mail: mentoring.frauenbeauftragte(at)uni-bamberg.de

Forum Mentoring e.V.

feRNet das Mentoring-Programm der Universitätsfrauenbeauftragten der Otto-Friedrich-Universität Bamberg ist Mitglied im bundesweiten Verband Forum Mentoring e.V. und unterstützt dessen Qualitätsstandards im Mentoring.