Lehrkräftebildung

DiKlusion: (Künstliche) Intelligenz in diversitätssensiblen Unterrichts-Settings

Entwicklungszeitraum: 1.4.2025 - 30.9.2025

Lehrprojekt im Rahmen der Förderinitiative "GRIPS fürs Lehramt"

Wer entwickelte das Lehrformat?

Wir sind Nicholas Peterson, Mitarbeiter am Kompetenzzentrum für Digitales Lehren und Lernen, und Petra Ringelmann-Blank, Abgeordnete Lehrkraft und Koordinatorin des BAS!S 2.0 Projekts am Zentrum für Lehrerinnen und Lehrerbildung (ZLB).

Welches Lehrformat wurde im Rahmen von GRIPS entwickelt?

Das im Wintersemester 25/26 entwickelte und durchgeführte Seminar „DiKlusion: (Künstliche) Intelligenz in diversitätssensiblen Unterrichts-Settings“ verfolgte das Ziel, Lehramtsstudierende darin zu unterstützen, aktiv zum gesellschaftlichen Wandel beizutragen, indem sie ermutigt wurden, digitale Technologien und Künstliche Intelligenz innovativ einzusetzen und Lösungen zu entwickeln, die den individuellen Lernbedürfnissen von Schüler*innen in diversitätssensiblen Unterrichtssettings gerecht werden.

Zentral war dabei das im Rahmen von GRIPS entwickelte Lehrformat, das praxisorientierte und digitale Lernformen miteinander kombinierte. Es umfasste eine Hospitation an der Partnerschule Liebfrauenhaus in Herzogenaurach, um reale Unterrichtssituationen kennenzulernen, sowie den Einsatz von Flipped-Classroom-Elementen, bei denen sich die Studierenden eigenständig theoretische Grundlagen aneigneten, um die Präsenzzeit für die Anwendung und Vertiefung zu nutzen. Ergänzend nutzten die Studierenden KI-basierte Tools, um eigene digitale Lernpfade zu planen, zu entwickeln und zu reflektieren.

Das Seminar zielte insbesondere darauf ab, die vom Stifterverband definierten Future Skills der Studierenden zu stärken. Dazu gehörten sowohl digitale Grundfähigkeiten – insbesondere Digital Literacy und Digital Learning – als auch klassische Kompetenzen wie Problemlösungsfähigkeit, Kreativität und Eigeninitiative. Zudem bestand ein wesentliches Ziel darin, die sogenannten DiKlusiven Kompetenzen – die Verknüpfung digitaler und inklusiver Kompetenzen – bei den Studierenden nachhaltig zu fördern.

Wer ist die anvisierte Zielgruppe des Lehrformats?

Angesichts unserer zunehmend digitalen Welt, von der auch Lehrkräfte und Klassenzimmer nicht ausgenommen sind, und der steigenden Anforderungen an den Unterricht in vielfältigen Unterrichtsumgebungen mit einem erhöhten Bewusstsein für die individuellen Bedürfnisse der Schüler*innen, war dieser Kurs für alle angehenden Lehrkräfte geeignet. 

Welcher Output soll damit für die Studierenden und das Fach erreicht werden?

Durch die Auseinandersetzung mit sowohl inklusiven als auch digitalen Themen (Diklusion) sollen die Lehramtsstudierende befähigt werden, digitale Medien und inklusive Ansätze im Unterricht integriert zu denken und didaktisch fundiert umzusetzen. Für das Fach bedeutet dies, dass zukünftige Lehrkräfte sowohl digitale Kompetenzen als auch inklusionssensibles Handeln selbstverständlich miteinander verbinden können. Dadurch entstehen innovative Unterrichtskonzepte, die lernwirksam sind, individuelle Lernbedürfnisse berücksichtigen und zur Chancengerechtigkeit beitragen.

Aufbauend auf diesen Zielen nutzten die Studierenden KI-gestützte Werkzeuge, um DiKlusion in einem realen schulischen Kontext praktisch zu erproben. Dies erfolgte in enger Kooperation mit einer Partnerschule, dem Liebfrauenhaus in Herzogenaurach. Zu Beginn der Zusammenarbeit nahmen die Studierenden an einer eintägigen Hospitation teil, bei der sie die Klassen, die Lehrkräfte sowie deren didaktisches Konzept der digitalen Lernpfade kennenlernten.

Im Anschluss daran erarbeiteten die Studierenden in Gruppen eigene digitale Lernpfade für verschiedene Fächer und Jahrgangsstufen, die gezielt für eine heterogenitätssensible Unterrichtsumgebung konzipiert waren. Dabei wurden sie sowohl von den Dozierenden als auch von den Lehrkräften der Partnerschule kontinuierlich begleitet und unterstützt.

Ein weiteres Ziel für das Fach bestand darin, die Future Skills der Studierenden zu stärken – insbesondere die Verzahnung digitaler Grundfähigkeiten mit klassischen Kompetenzen wie Problemlösungsfähigkeit, Eigeninitiative, Adaptionsfähigkeit sowie Kreativität. Darüber hinaus sollte das Seminar so konzipiert werden, dass es langfristig fortgeführt und kontinuierlich weiterentwickelt werden kann, um eine nachhaltige und zukunftsorientierte Lehre sicherzustellen.