Schutzstufen von Daten

Unterschiedliche Arten von personenbezogenen Daten weisen verschiedene Schutzbedarfe auf. Diese orientieren sich daran, welche Schäden bei einer Verletzung der drei Schutzziele, hier im speziellen der Vertraulichkeit, entstehen können und welches Verarbeitungsrisiko mithin besteht. Entsprechend ihres Schutzbedarfs werden Daten in unterschiedliche Schutzstufen eingeordnet.

An unserer Universität vertreten wir ein Konzept mit vier Schutzstufen, wobei die Daten in Abhängigkeit von ihrer Stufeneinordnung im Rahmen der Verarbeitung unterschiedlich zu behandeln sind (dazu unten mehr). Die Schutzstufen entsprechen den Vertraulichkeitsklassen von Informationen gemäß der Informationssicherheit und stellen deren Anwendung auf den speziellen Fall der Verarbeitung personenbezogener Daten dar.

SchutzstufeBeschreibungDatenbeispieleRisiko
öffentliche Daten - geringer Schutzbedarfrechtmäßig frei zugängliche personenbezogene Daten
  • wissenschaftliche Publikationen
  • Broschüren, Flyer, Pressemitteilungen u. vgl.
  • Inhalte von Internetseiten
grundsätzlich kein Schadenspotential für betroffene Personen oder Universität erkennbar
interne Daten - normaler Schutzbedarfnicht frei zugängliche personenbezogene Daten, bei denen eine unsachgemäße Handhabung aber keine besonderen Beeinträchtigungen für die betroffenen Personen erwarten lässt
  • uni'interne Organisationsdokumente und Rundschreiben
  • Inhalte von Intranetseiten
  • Vorlesungsverzeichnis
  • nicht-öffentliche Lehrmaterialien
  • Forschungskonzepte
  • uni'interne Statistiken
minimale negative Auswirkungen auf betroffene Personen und Universität denkbar
vertrauliche Daten - hoher Schutzbedarfpersonenbezogene Daten, bei denen eine unsachgemäße Handhabung die Betroffenen in ihren wirtschaftlichen Verhältnissen oder in ihrer gesellschaftlichen Stellung bzw. ihrem Ansehen beeinträchtigen könnte
  • Personaldaten
  • Studierendendaten
  • personenbezogene Forschungs(roh)daten
  • Protokolle nichtöffentlich tagender Gremien
mäßige bis erhebliche negative Auswirkungen auf betroffene Personen und Universität denkbar
streng vertrauliche bzw. geheime Daten - sehr hoher Schutzbedarfpersonenbezogene Daten, bei denen eine unsachgemäße Handhabung die Betroffenen in ihren wirtschaftlichen Verhältnissen oder ihrer gesellschaftlichen Stellung gefährden oder sogar deren Gesundheit, Leben und Freiheit beeinträchtigen könnteinsb. besondere Kategorien personenbezogener Daten; diese können in unterschiedlichsten Kontexten auftretenschwerwiegende bis desaströse negative Auswirkungen auf betroffene Personen und Universität denkbar

Zur Verringerung des Verarbeitungsrisikos sind in Abhängigkeit von der Schutzstufe der jeweiligen Datenverarbeitung technische und organisatorische Maßnahmen (TOM) festzulegen und umzusetzen. Grundsätzlich gilt dabei: Je höher die Schutzstufe, desto umfangreicher müssen die TOM und desto höher muss mithin das Schutzniveau sein, um ein hinreichend geringes Restrisiko zu erzielen, damit die Datenverarbeitung durchgeführt werden darf.