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Archäologische Wissenschaften, Denkmalwissenschaften und Kunstgeschichte

Professur für Kunstgeschichte mit besonderer Berücksichtigung der künstlerischen Techniken

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1a Nostra Donna di gesso. Die Madonna Romoli-Martini dell’Ala im Berliner Bode-Museum

Analysis of Madonna Romoli, Berlin

Projekt gemeinsam mit den Staatlichen Museen zu Berlin – Skulpturensammlung im Bode-Museum

Thema

Unter den zahlreichen Madonnen-Reliefs des Florentiner Quattrocento im Bode-Museum befindet sich ein Stück, das von dem geschäftstüchtigen Florentiner Maler Neri di Bicci sorgfältig gefasst und vergoldet sowie mit einem Rahmen versehen wurde. Bei dem Relief handelt es sich um einen Gipsabguss, dessen Vorlage von Desiderio da Settignano (ca. 1430–1464) stammt. Die Zuschreibung und der stilkritische Befund werden durch einen ungewöhnlich ausführlichen Eintrag vom 11. Februar 1465 im Werkstattbuch des Malers bestätigt. In ihm wird auch ein Hersteller von Goldfäden als Auftraggeber genannt. Dessen Familienwappen und das seiner Ehefrau sind auf dem Rahmensockel angebracht, was die Identifizierung des Berliner Reliefs mit dem im Werkstattbuch notierten Auftrag erlaubt. Nicht zuletzt wegen dieser präzisen Informationen hat sich das gemeinsam mit Alexander Röstel (Technische Universität Berlin) und Kolleg:innen aus dem Bode-Museum (Hiltrud Jehle, Marion Böhl und Julia Niemetz für die Abteilung für Restaurierung und Neville Rowley, Kurator für frühe italienische Kunst) entwickelte Projekt vorgenommen, das Tabernakel aus verschiedenen Perspektiven zu untersuchen. Hierzu zählen unter anderem Fragen nach der Herstellung und den eingesetzten Techniken und Materialien, nach eventuellen Überarbeitungen, Ergänzungen und Restaurierungen und dem Auftraggeber sowie nach der Verbindung zu zwei weiteren erhaltenen Varianten und zu dem in Philadelphia aufbewahrten Marmorrelief mit demselben Motiv (sog. Madonna Foulc). 

Die Untersuchungsergebnisse werden publiziert und voraussichtlich 2029 im Rahmen einer Sonderausstellung im Bode-Museum der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Projektbeteiligte: 

Prof. Dr. Andreas Huth – Universität Bamberg
Dr. Alexander Röstel – Technische Universität Berlin, Staatliche Museen Berlin / Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst im Bode-Museum, Kurator für italienische Skulptur
Dipl. Rest. Julia Niemetz, Wissenschaftliche Museumsassistentin in Fortbildung – Staatliche Museen Berlin / Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst im Bode-Museum, Abteilung für Restaurierung und Kunsttechnologie
Dipl. Rest. Hiltrud Jehle – Staatliche Museen Berlin – Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst im Bode-Museum, Abteilung für Restaurierung und Kunsttechnologie
Dipl. Rest. Marion Böhl – Staatliche Museen Berlin – Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst im Bode-Museum, Abteilung für Restaurierung und Kunsttechnologie
Dr. Neville Rowley, Kurator für frühe italienische Kunst, Gemäldegalerie, Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

Publikationen

- Andreas Huth, Fassung verloren: Das Verhältnis der Kunstgeschichte zu gefassten Bildwerken des Quattrocento, in: VDR - Beiträge zur Erhaltung von Kunst und Kulturgut, 1 (2020), S. 23-37. Link

- Alexander Röstel, Andreas Huth, Più di “una Nostra Donna di gesso”: sulla singolarità dei rilievi prodotti a calco, in: Tra arte e industria. La serialità della scultura nel Rinascimento, hsrg. von Aldo Galli, Beatrice Rosa und Marco Scansani, Rom 2026, S. 65–80.

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