ISPL-Sem-M: Data Contextualization – Die neue Zukunftskompetenz im KI-Zeitalter? (Sommersemester 2026)
Hintergrund und Lernziel:
Digitale Plattformen sind die zentralen Infrastrukturen zur Erzeugung, Aggregation und Weiterverarbeitung von Nutzungs-, Interaktions- und Verhaltensdaten. Ob Social Media, Sharing Economy, Unternehmenssysteme oder KI-Tools: Sie erzeugen, aggregieren und transferieren Daten in bislang ungekanntem Ausmaß. Gleichzeitig lösen sie den ursprünglichen Entstehungskontext dieser Daten zunehmend auf. Was bleibt, sind Datenrepräsentationen ohne klare Herkunft, Intention oder Einbettung und damit ein wachsendes Risiko für Fehlinterpretation, Verzerrung und Misinformation.
In diesem Forschungsseminar steht „Data Contextualization“ als potenzielle neue Schlüsselkompetenz im Zentrum: Wie entsteht Wert aus Daten, wenn sie in neue Kontexte überführt werden? Wo und durch wen findet Kontextualisierung statt, bei Plattformen, bei KI-Systemen oder erst bei den Nutzer:innen? Welche Spannungen entstehen zwischen Data Providern und Data Usern? Und wie gehen wir mit KI-generierten Daten um, deren Ursprung und Bedeutung oft unklar bleiben?
Studierende entwickeln innerhalb dieses Seminars ihr eigenes Forschungsthema entlang ihrer individuellen Interessen. Möglich sind:
- gesellschaftliche Perspektiven (z. B. Social Media, Misinformation, algorithmische Verzerrungen),
- wirtschaftliche Perspektiven (z. B. Plattformökonomien, datengetriebene Wissensgenerierung, Prozessverbesserungen und/oder Geschäftsmodelle)
- oder persönliche Anwendungsfelder (z. B. Self-Tracking, KI-Assistenzsysteme)
Anschließend führen sie 3-5 semi-strukturierte Interviews durch, um qualitative Forschungsmethoden praktisch zu explorieren. Ziel ist es, reale Perspektiven auf Kontextverlust, Bedeutungszuschreibung und Wertschöpfung durch Daten zu erfassen und kritisch zu reflektieren, wie digitale Plattformen und/oder KI unsere Beziehung zu Daten verändern.
Administratives:
Das Seminar ist eine individuelle Prüfung, die aus zwei Teilen besteht:
- Schriftliche Seminararbeit (14 Seiten Text): ⅔ der Note
- Mündliche Präsentation der Arbeit (15min), Q&A und die Teilnahme an der Diskussion in anderen Präsentationen: ⅓ der Note
Die Sprache der Seminararbeiten, Präsentationen und Diskussionen ist Englisch.
Der offizielle Beginn des Seminars ist am 15. April. Das Seminar wird als Blockveranstaltung durchgeführt und umfasst insgesamt sechs Termine, die über das Semester verteilt sind. Bitte entnehmen Sie die genauen Daten aus dem Zeitplan im UniVis.
Anmeldeverfahren:
Um sich zu bewerben, füllen Sie bitte das untenstehende Formular bis spätestens 13. April, 10 Uhr, aus. Die Benachrichtigungen über die Annahme werden am 13. April (Nachmittag) versendet. Eine verbindliche Rückmeldung, ob Sie am Seminar teilnehmen werden oder nicht, ist bis zum 14. April um 12 Uhr erforderlich. Andernfalls wird Ihr Platz anderen Personen auf der Warteliste angeboten.