Weitere Informationen zum DFG-Projekt "Die Konzeptionalisierung des Regionalen in der historisch-geographischen Landeskunde (1922–1970)"
Ausschreibung von Abschlussarbeiten
Seit Juni 2025 wird im Leibniz-Institut für Länderkunde in Leipzig in einem durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt zur westdeutschen Geschichte der Historischen Regionalgeographie im 20. Jahrhundert geforscht. Ab sofort besteht für Studierende der Geographie an der Universität Bamberg die Möglichkeit, die Abschlussarbeit im Rahmen des Projekts zu verfassen.
Worüber wir forschen
- Das Projekt ist an der Schnittstelle von Geographiegeschichte, Regionaler Geographie und Historischer Geographie angesiedelt und möchte einen Beitrag zu einem neuen Geschichtsbild der regionalgeographischen Theorien- und Methodenentwicklung in Deutschland leisten.
- Jenseits der bisherigen Narrative rund um den Kieler Geographentag von 1969 (kurz: Kiel) fragt es auf der Grundlage einer breiten archivalischen Überlieferung danach, wie „das Regionale“ in der Zeit vor Kiel konzeptionell verstanden wurde. Dabei steht die historisch-geographische Landeskunde als ein wichtiger Ansatz der Regionalen Geographie im 19. und 20. Jahrhundert im Mittelpunkt der Untersuchung.
- Eine kritische Dekonstruktion regionalgeographischer Fachgeschichtsbilder muss berücksichtigen, dass diese vor Kiel zumeist im (zeitlichen) Zusammenhang mit dem NS-Regime gedacht und weiterentwickelt wurden. Daher nimmt das Projekt ihre wissenschaftspolitischen, zeitgeschichtlichen und regionalhistorischen Umstände in den Blick, um das Verhältnis von epistemischen Praktiken in der Geographie und den ideologisch-politischen Vorstellungen im Wissenschaftssystem von der Weimarer Republik über die NS-Zeit bis hin zur frühen Nachkriegszeit der Bundesrepublik Deutschland zu verstehen.
Was Sie bei uns tun
- Sie entwickeln zusammen mit unserem Projektteam eine eigene Forschungsfrage, die Sie dann im Rahmen Ihrer Abschlussarbeit beantworten.
- Sie arbeiten sich in den Stand der Forschung zur Geschichte der Geographie im Kontext des Nationalsozialismus ein und identifizieren unter Anleitung offene Forschungslücken.
- Sie untersuchen zeitgenössische Archivquellen und Forschungsliteratur, die unter den spezifischen Rahmenbedingungen der Zwischenkriegszeit, des Zweiten Weltkriegs oder der frühen Nachkriegszeit entstanden sind.
- Sie stellen einmal während der Bearbeitungszeit Ihre Arbeitsfortschritte im Projektteam vor.
Was Sie mitbringen
- Sie studieren an der Universität Bamberg im Bachelor- oder Lehramtsstudium Geographie oder im Masterstudium Historische Geographie.
- Sie interessieren sich besonders für die Geschichte der Hochschulgeographie oder der Schulgeographie im 20. Jahrhundert im Zusammenhang mit der Weimarer Republik, der NS-Zeit oder der frühen Bundesrepublik Deutschland.
- Sie hatten in Ihrem bisherigen Studium schon einmal mit Vorlesungen, Seminaren oder Exkursionen an der Professur für Historische Geographie der Universität Bamberg zu tun und haben bestenfalls Veranstaltungen zu allgemeinen Themen der Historischen Geographie (B7e) und/oder zur Fachmethodik der Historischen Geographie (B8e) besucht.
- Sie haben Freude daran, sich mit konkreten Personen, Institutionen oder Denktraditionen im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus zu beschäftigen.
- Sie verfügen über eine eigenständige und strukturierte Arbeitsweise sowie ein hohes Maß an Motivation.
- Sie sind bereit dazu, an regelmäßigen digitalen Sitzungen teilzunehmen, um dadurch mit dem Projektteam im inhaltlichen Austausch zu bleiben.
Was Sie erwarten können
- Sie werden während Ihres Schreibprozesses eng im Rahmen des Projektteams betreut.
- Sie erhalten vertiefte Einblicke in die Arbeitsweisen eines Forschungsprojekts.
- Sie bekommen auf Wunsch besonderen Zugang zur Geographischen Zentralbibliothek und zum Archiv für Geographie im Leibniz-Institut für Länderkunde in Leipzig.
- Sie lernen weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Umfeld der Geographiegeschichte und der Historischen Geographie kennen und bauen dadurch frühzeitig ein Netzwerk für Ihr weiteres Studium und Ihre anschließende Karriere auf.
- Bei erfolgreichem Abschluss unterstützen wir Sie bei einer möglichen Veröffentlichung und Präsentation Ihrer Ergebnisse, beispielsweise im ifl.blog oder auf thematisch einschlägigen (Nachwuchs-)Tagungen.
- Das IfL und das Institut für Geographie an der Universität Bamberg sind über einen Kooperationsvertrag miteinander verbunden, der einen reibungslosen Ablauf für Ihre Abschlussarbeit ermöglicht.
Interessenbekundung
Wenn Sie Interesse an einer Abschlussarbeit im Rahmen unseres Forschungsprojekts haben, nehmen Sie gerne unverbindlich Kontakt zu uns auf. Wir tauschen uns in einem ersten Gespräch über potenzielle Themen, Ihre persönlichen Interessen und einen möglichen Zeitplan aus. Sollten Sie sich schließen dafür entscheiden, bereiten wir gemeinsam die offizielle Anmeldung der Abschlussarbeit an der Universität Bamberg vor und starten den Arbeitsprozess.
- Ansprechperson: Dr. Patrick Reitinger | p_reitinger(at)leibniz-ifl.de
