Thementag „Feedback“ im Universitätsschulkonzept – Professionalisierung im Dialog

 

Am 9. Februar 2026 fand an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg im Rahmen des Moduls Unischule (Fachvertretung Berufliche Bildung und ihre Didaktik) ein Thementag für Mentor:innen im Universitätsschulkonzept Sozialpädagogik statt. Unter der Leitung von Svenja Lanver widmete sich die Veranstaltung der Frage, wie Feedback- und Beratungsgespräche im schulpraktischen Kontext professionell, ressourcenorientiert und zugleich verbindlich gestaltet werden können.

Ziel des Tages war es, einen Prozess zur Entwicklung gemeinsamer Leitplanken für die Rolle und Haltung als Mentor:in anzustoßen – als Beitrag zur weiteren Qualitätsentwicklung des Unischulkonzepts, denn: perspektivisch soll das Mentoring die Lehramts-Studierenden nicht nur begleiten, sondern ein weiterer wesentlicher Bestandteil ihrer Professionalisierung sein.

Rolle, Haltung und „Minimalstandards“ im Mentoring

Im Vormittagsprogramm, welches von Frau Johanna Niehaus (MA Sc. Psychologie, systemische Beraterin) gestaltet wurde, standen Grundlagen der Beratung und Gesprächsführung im Mittelpunkt. Aufbauend auf den vielfältigen Vorerfahrungen der Mentor:innen – etwa aus der kollegialen Fallberatung, dem Beratungslehramt oder der Lerncoach-Fortbildungen – wurde die eigene Rolle im Gefüge der Unischule geschärft und reflektiert.

Gemeinsam wurde anschließend über mögliche „Minimalstandards“ für das Mentoring im Universitätsschulkonzept gesprochen. Dabei ging es u.a. um Fragen wie:
Welche Haltung kennzeichnet unser Verständnis von Mentoring? Wie verbinden wir wohlwollende Begleitung mit professioneller Rückmeldung? Und wie können wir Studierende in ihrer Selbstreflexion stärken? Das Gespräch bot Anlass, hierüber weiter nachzudenken und dies auch als zukünftigen Entwicklungsbaustein für das Unischulkonzept in den Blick zu nehmen.

Ein zentrales Element war die Diskussion des sogenannten „Entwicklungsrads“ als Instrument zur strukturierten Reflexion im Praktikum. Perspektivisch soll dieses Instrument den bisherigen Reflexionsbogen ergänzen und damit die individuelle Professionalisierung der Studierenden systematischer unterstützen.

Darüber hinaus wurde der Blick auf Ansätze der Positiven Psychologie gerichtet, als Möglichkeit zur Gestaltung von Feedbackgesprächen zwischen den Mentor:innen und den Studierenden. Die Arbeit mit eigenen Stärken – etwa mithilfe von Impulskarten – eröffnete neue Perspektiven auf eine ressourcenorientierte Feedbackkultur, die Entwicklungspotenziale sichtbar macht, ohne Defizite zu vernachlässigen.

Unterrichtsnachbesprechung als Professionalisierungsraum

Am Nachmittag rückte die konkrete Gestaltung von Unterrichtsnachbesprechungen in den Fokus. Die beiden Seminarlehrkräfte, Frau Eva Sixl und Frau Anna Reichel-Dorn demonstrierten exemplarisch eine Gesprächssituation zwischen Mentor:in und Studierendem nach einem Unterrichtsversuch. In der anschließenden Übung im „rotierenden Kreis“ erprobten die Teilnehmerinnen selbst Feedbackprozesse und reflektierten diese im Plenum.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt dabei das zuvor vorgestellte „Eisbergmodell“ als strukturierendes Instrument für die Nachbesprechung von Unterrichtsversuchen. Die Unterscheidung zwischen Sichtstruktur („Was wurde beobachtet?“) und Tiefenstruktur („Welche Wirkungen hatte das Beobachtete?“) ermöglicht eine differenzierte und zugleich niedrigschwellige Analyse von Unterricht und bietet damit eine tragfähige Grundlage für eine mögliche gemeinsame Feedbackkultur im Kontext der Unischule für Sozialpädagogik.

In der Diskussion wurde immer wieder deutlich, dass Unterrichtsnachbesprechungen im Universitätsschulkonzept mehr sind als reine Leistungsrückmeldung. Sie sollen:

  • Freude und Motivation für den Lehrer:innenberuf fördern,

  • ein realistisches Berufsbild vermitteln,

  • die Schule als Institution erfahrbar machen und

  • die individuelle Reflexionskompetenz der Studierenden gezielt ausbauen und somit für den individuellen Professionalisierungsprozess einen wichtigen Beitrag leisten.

 

Ausblick: Qualität durch Verbindlichkeit und Reflexion

Der Thementag markiert einen wichtigen Prozessbeginn: Die Entwicklung verbindlicher Standards für Rolle, Haltung und Feedbackpraxis im Mentoring soll das Universitätsschulkonzept nachhaltig stärken. Wissenschaftliche Fundierung, kollegialer Austausch und praktische Erprobung wurden dabei konsequent miteinander verzahnt.

Die engagierte Mitarbeit aller Beteiligten zeigte eindrücklich, wie groß das gemeinsame Interesse an einer professionellen, wertschätzenden und zugleich fachlich fundierten Begleitung angehender Lehrkräfte ist. Der Thementag „Feedback“ war damit nicht nur eine Fortbildungsveranstaltung, sondern ein lebendiger Beitrag zur konzeptionellen Weiterentwicklung der Unischule für die Fachrichtung Sozialpädagogik an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. 

Ein herzliches Dankeschön an alle, die sich für diesen Tag sehr engagiert eingebracht haben – insbesondere den Referent:innen: Frau Niehaus, Frau Sixl und Frau Reichel-Dorn.