Forschung
Forschungsschwerpunkte
- Stadtgeschichte, Metropolität in der Vormoderne
- Materielle Kultur und Herrschaft in antiken Kulturen
- Politische Geschichte und Kulturgeschichte der Frühen Kaiserzeit
- Geschichte der römischen Provinzen in Republik und Kaiserzeit, Schwerpunkt Provinziallandtage
- Griechisch-hellenistische und römische Religionsgeschichte, Herrscherkult
- Geschlechterforschung
- Elitenetzwerke im griechischen Osten
- Griechische und lateinische Epigraphik
Projekte
Conventus. Kontrolle – Transformation – Identität: Die Dynamiken der conventus-Städte Kleinasiens (Asia, Lykien-Pamphylien) im Herrschaftssystem des Imperium Romanum (133 v.Chr. – 337 n.Chr.) – gemeinsam mit Dr. François Kirbihler (Alte Geschichte und Epigraphik der Université de Lorraine / Frankreich)
Dem Projekt liegt die Fragestellung zugrunde, wie die Verwaltung des Römischen Reiches funktionierte, insbesondere welchen Austausch es zwischen Zentrum und Peripherie gab. Zur Beantwortung dieser übergeordneten Frage stellt die Arbeitsgruppe die sogenannten „Conventus-Städte“ im Osten des römischen Reiches im Zeitraum vom 2. Jahrhundert v.Chr. bis ins 4. Jahrhundert n. Chr. ins Zentrum der Untersuchung. Diese Städte waren das Rückgrat der römischen Herrschaftsstruktur. Die Forschung ist sich einig darin, dass sie vom Beginn der Provinzialisierung an eine wichtige Rolle als conventus iuridici spielten, also Gerichtsstandorte der römischen Statthalter. Verschiedene epigraphische und papyrologische Dokumente, die in jüngerer Zeit gefunden oder neu interpretiert wurden, lassen aber auch andere, bislang wenig erforschte Funktionen erkennen: bei der Eintragung der Steuern, der politischen Kommunikation zwischen den Regierenden und der provinzialen Bevölkerung sowie dem Beginn des Kaiserkults unter Augustus. Schwerpunkt des Projekts sind die Conventus-Städte der Provinz Asia (heutige Westtürkei), aber auch diejenigen von Lykien-Pamphylien (heute Südwesttürkei) und Ägypten. Weitere Provinzen des Ostens werden für Vergleichsstudien herangezogen.
Heisenberg-Forschungsprojekte „Studien zu Materialisierung von Herrschaft, Elitenetzwerken und Schnittstellen von Religionen“
Studien zu Materialisierung von Herrschaft in der griechisch-römischen Antike
Die Frage, wie materielle Kultur in einem dynamischen Prozess zum Erhalt, zur Transformation oder dem Ende sozialer und kultureller Bedingungen, insbesondere in Machtstrukturen, beiträgt, steht im Mittelpunkt des Projektes. Auf der Basis moderner Machttheorien, die betonen, dass Macht nicht besessen werden kann, sondern immer neu in performativen Handlungen erzeugt werden muss, frage ich nach der Rolle von materieller Kultur in diesen Prozessen.
Frauen in religiösen Elitenetzwerken: Die Kaiserpriesterinnen der Provinzen des römischen Reiches
Drei meiner bisherigen Arbeitsfelder − Herrscherkult, Herrschaftsstrukturen, Geschlechterforschung − führe ich in diesem Forschungsschwerpunkt zusammen und untersuche die Rolle der Kaiserpriesterinnen auf provinzialer Ebene. In zahlreichen Vorarbeiten (u.a. 2012, 2013, 2016, 2021, 2024) konnte ich auf der Basis neuester epigraphischer Funde zeigen, dass die Rolle der Priesterinnen im Kaiserkult bislang zu stark von der Existenz einer divinisierten Kaiserin abhängig gemacht und die Vorbildrolle der Kaiserin in Rom vernachlässigt wird. Ausgehend von diesen Prämissen werde ich die Rolle der Provinzialpriesterinnen neu bewerten. Die Auswertung des epigraphischen Materials ermöglicht es, das Geflecht familiärer Beziehungen und sozialer Interaktionen auf der Ebene der Provinz aber auch zwischen Provinzen und Reich darzustellen, um so die Funktionen der Frauen in den Elitenetzwerken präziser beschreiben zu können.
Forschungskooperationen
2026 Sprecherin des Berliner Antike-Kollegs
seit 2023: Kooperation mit der Université Nancy im Projekt Conventus
2021: Mitglied im SFB 933 „Materiale Textkulturen“ der Universität Heidelberg
seit 2020: Adjunct Fellow der DFG-Kolleg-Forschungsgruppe 2770 „Beyond Canon: Heterotopien religiöser Autorität im spätantiken Christentum“, Regensburg (Sprecher Prof. Dr. Tobias Nicklas, Prof. Dr. Harald Buchinger, Prof. Dr. Andreas Merkt)
seit 2018: Mitglied am Young Center (CAS y) des Center for Advanced Studies (CAS) an der Ludwig- Maximilians-Universität München
seit 2018: Mitglied des Münchner Zentrums für Antike Welten (MZAW) der Ludwig-Maximilians-Universität München
seit 2018: Research Fellow am Department of Greek, Latin and Classical Studies der University of the Free State, Bloemfontein, Südafrika
seit 2019: Antragstellerin und PI im DFG-Graduiertenkolleg 2337/2 „Metropolität in der Vormoderne“, 2. Förderzeitraum 2021-2026 (Sprecher Prof. Dr. Jörg Oberste)
2016 – 2021: Assoziiertes Mitglied im DFG-Graduiertenkolleg 2337 „Metropolität in der Vormoderne“, 1. Förderzeitraum 2016-2021 (Sprecher Prof. Dr. Jörg Oberste)
2015 – 2017: Mitglied im Interdisziplinären Zentrum Alte Welt (IZAW) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
seit 2012: Mitwirkung im Regensburger Themenverbund „Urbane Zentren und europäische Kultur in der Vormoderne“
2011 – 2018: Mitarbeit im Regensburger „Zentrum für Klassikstudien“
Outreach
2021: TerraX „Ein Moment in der Geschichte: Die Ermordung Caesars“, ZDF (https://www.youtube.com/watch?v=fZik_lylqYI), Fachberaterin für Drehbuch und im Bild
2021: Interview am SFB „Materiale Textkulturen“ https://sfb933.hypotheses.org/2869
2018: LMU News „Die antike Ordnung der Dinge“ www.lmu.de/de/newsroom/news-und-events/news/die-antike-ordnung-der-dinge.html
