Exkursion Humboldt Forum Berlin

am 14.11.2026

Globale Kontinuitäten einer Bildung für nachhaltige Entwicklung
Exkursion ins Humboldt Forum Berlin

Im Rahmen des Vertiefungsseminars „Die globale Perspektive von Bildung für nachhaltige Entwicklung“ setzte sich eine Gruppe von Studierenden an der Professur für Erziehungswissenschaften mit Schwerpunkt BNE im November 2025 mit kolonialen Kontinuitäten, globalen Machtverhältnissen und der Frage von Gerechtigkeit im Kontext von BNE auseinander.

Den Auftakt der Exkursion bildete eine öffentliche Diskussionsrunde zur Frage, inwiefern koloniale Vergangenheit und Bildung für nachhaltige Entwicklung zusammengedacht werden können und welche Rolle das Humboldt Forum als Lernort dabei spielen kann. Die Expertin für (post-)kolonialen Dialog Dr. Sarah Hegenbarth (TU München) gab einen Einblick in die Entstehungsgeschichte, die institutionellen Rahmenbedingungen und die anhaltenden Kontroversen rund um das Humboldt Forum. In der Diskussion wurden insbesondere Spannungen zwischen musealer Präsentation, politischem Auftrag und pädagogischem Anspruch deutlich.

Die Exkursion ins Humboldt Forum am 14. November 2025 knüpfte inhaltlich genau daran an: Am Beispiel der Ausstellung „Geschichte(n) Tansanias“ setzten sich die Studierenden mit kolonialen Sammlungen, Ausstellungsnarrativen und Fragen von Restitution, Verantwortung und Wissensproduktion auseinander. Dabei wurde das Humboldt Forum nicht nur als Ausstellungsort, sondern als ambivalenter Lern- und Diskursraum erfahrbar.

In den begleitenden Reflexionen beschrieben Studierende ein breites Spektrum an Eindrücken und Gefühlen im Spannungsfeld zwischen Neugier und Motivation bis hin zu Verwirrung, Überforderung und Wut über den Umgang mit Raubkunst in europäischen Museen. Im Seminar reflektieren die Studierenden diese Ambivalenzen als Teil eines durch Irritation ausgelösten Lernprozess. Die Exkursion eröffnete Räume für kritische Fragen: Warum werden kulturelle Objekte ausgestellt? Wessen Geschichten werden erzählt – und wessen fehlen? Welche Verantwortung tragen staatliche Institutionen im Umgang mit kolonialem Erbe? Was passiert mit dem Erhalt kultureller Objekte und Forderungen nach Rückgabe?
Die Auseinandersetzung machte deutlich, dass Bildung für nachhaltige Entwicklung im (post-)kolonialen Kontext nicht auf einfache Antworten zielt, sondern auf die Fähigkeit,Widersprüche auszuhalten, Perspektiven zu reflektieren und eigene Positionen kritisch zu hinterfragen.