Leitbild Transfer der Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Die Otto-Friedrich-Universität Bamberg wirkt in Forschung und Lehre auf vielfältige Weise mit Wirtschaft, Bildung, Kultur, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft zusammen. Als demokratischer Ort des Dialogs und des intellektuellen Diskurses versteht sie den wechselseitigen Austausch von wissenschaftlichen Erkenntnissen und Wissen mit der Gesellschaft als Teil ihrer sozialen Verantwortung. Neben exzellenter Forschung und zukunftsweisender Lehre sieht sie im Transfer eine zentrale Leistungsdimension. 

Ihr Ziel ist es, gesellschaftliche Innovations- und Transformationsprozesse in regionalen, nationalen sowie internationalen Kontexten aktiv und wissenschaftlich evidenzbasiert mitzugestalten. 

Durch offene Wissenschaft und eine gelebte Transferkultur entsteht an der Universität Bamberg nicht nur gesellschaftliche Teilhabe an wissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern auch ein nachhaltiger Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft, der ein entscheidender Wegbereiter für Wandel und Innovationen ist.

Transferverständnis

Mit ihrem Fächerprofil in den Geistes- und Kulturwissenschaften, in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, in den Humanwissenschaften sowie in Wirtschaftsinformatik und Informatik vertritt die Universität Bamberg ein breites Transferverständnis. 

Unter Transfer werden alle Aktivitäten zusammengefasst, durch die Universitätsangehörige im wechselseitigen Austausch mit der Gesellschaft stehen und zu einer gemeinwohlorientierten und nachhaltigen Entwicklung beitragen. Dabei sind Transferaktivitäten an wissenschaftliche Erkenntnisprozesse und die fachliche Expertise der Forschenden gebunden und orientieren sich zugleich an gesellschaftlichen Fragestellungen, Herausforderungen und Bedarfen. 

Transfer bezieht sich somit auf den Austausch zwischen wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Akteurinnen und Akteuren. Er gestaltet sich forschungsbasiert und gesellschaftsorientiert zugleich. 

Transfer an der Universität Bamberg umfasst drei Säulen. Dazu gehören (1) Wissenstransfer, (2) Technologietransfer sowie (3) der Transfer von Ressourcen und Kompetenzen:

Schlussendlich stellt Transfer ein breites, heterogenes, nicht immer eindeutig abgrenzbares Handlungsfeld mit fließenden Übergängen zu Bereichen wie Öffentlichkeitsarbeit, Karriereentwicklung oder zu kulturellen Angeboten dar. Bei allen Transferaktivitäten bleibt die Freiheit der Wissenschaft bewahrt.


Engagement für Transfer

Zu den zentralen Akteurinnen und Akteuren eines forschungsbasierten und gesellschaftsorientierten Transfers an der Universität Bamberg zählen die Forschenden und Lehrenden, d.h. in erster Linie die aktuellen und ehemaligen Professorinnen und Professoren sowie wissenschaftliche und künstlerische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität. Auch Studierende, Alumnae und Alumni leisten etwa in Form von wissensbasierten und innovativen Unternehmensgründungen einen zentralen Beitrag zum Transfer. 

Bei der Anbahnung und Umsetzung von Transferprojekten werden die Forschenden durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des wissenschaftsstützenden Personals unterstützt, z.B. bei der Konzeption, der Klärung steuerrechtlicher Fragen und von Nutzungsrechten, bei der Formulierung von Kooperationsvereinbarungen, beim Einwerben und Verwalten von Drittmitteln oder bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. 

Weiterhin tragen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des wissenschaftsstützenden Personals wesentlich dazu bei, Transferkompetenzen aufzubauen, die Universität in (über-)regionale Transfer- und Gründungsökosysteme einzubinden und adäquate Transferpfade zu entwickeln. Beim Auf- und Ausbau von Transfer setzt die Universität Bamberg auf einen ganzheitlichen institutionellen Ansatz: Forschung, Lehre und Verwaltung wirken in einem kontinuierlichen Prozess des Lernens, Anpassens und Veränderns zusammen und können so Transferkompetenzen und -leistungen gemeinsam stetig weiterentwickeln und verbessern.


Mehrwert von Transfer

An der Universität Bamberg beschreibt Transfer wechselseitige Austausch- und Übersetzungsprozesse, die sowohl für die Wissenschaft als auch für die Praxis einen Mehrwert generieren sollen. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden über zielgruppenspezifische und qualitätsgesicherte Dialog- und Kooperationsformate für externe Partnerinnen und Partner zugänglich gemacht. Diese erhalten nicht nur Einblicke in aktuelle Forschungsergebnisse und wissenschaftliche Diskurse, sondern gewinnen auch Impulse oder Empfehlungen für Veränderungen und Problemlösungen. Umgekehrt profitieren universitäre Forschung und Lehre maßgeblich vom Austausch mit gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren, beispielsweise durch Anregungen für neue Forschungsfragen sowie den Zugang zu externer Expertise und wichtigen Datenquellen.


Voraussetzungen für erfolgreichen Transfer

Die Kooperationen zwischen Wissenschaft und Praxis können sich je nach erkenntnisleitenden Interessen und Fragestellungen der Forschenden und den Anliegen und Wissensbedarfen der gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure sehr unterschiedlich gestalten. Sie bedürfen verschiedener Voraussetzungen und Kompetenzen. Dabei sind unter anderem die folgenden Aspekte von zentraler Bedeutung:


Relevanz und Gestaltung von Transfer an der Universität Bamberg

Angesichts sich überlagernder globaler Krisen und tiefgreifender sozialer und gesellschaftlicher Umbrüche gewinnt der Austausch von Forschungserkenntnissen und praxisnahem Erfahrungswissen zunehmend an Bedeutung. Universitäten können sich den aktuellen Krisen und Transformationsprozessen nicht entziehen. Sie sind mehr denn je aufgefordert, Verantwortung zu übernehmen, durch Transfer Verständnis für Wissenschaft und ihre Prinzipien zu schaffen und wissenschaftliche Erkenntnisse durch die Entwicklung neuer Perspektiven und innovativer Lösungsansätze für die Gesellschaft wirksam zu machen. 

Mit einem klaren Bekenntnis zu einem forschungsbasierten und gesellschaftsorientierten Transfer verfolgt die Universität Bamberg folgende langfristige Ziele (Transferstrategie 2025):

Die Universität Bamberg versteht Transfer als Chance, ihren Beitrag zu aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen zu leisten und sich als eine leistungsstarke, innovative und engagierte Akteurin und Partnerin zu etablieren – in der Region wie auf nationaler und globaler Ebene.


Postambel

Das Leitbild Transfer und das nachfolgende Spektrum der Transferaktivitäten dienen einem besseren Verständnis der Leistungsdimension von Transfer. Überdies bieten sie Orientierung, um Transfer zu gestalten. Sie sollen Offenheit gegenüber Transfer generieren, Impulse setzen und dazu motivieren, neue Transferpotenziale in Forschung und Lehre zu erschließen und strategisch (weiter-)zuentwickeln.

* Die Begriffe Gesellschaft und gesellschaftlich werden im Text umfassend für die Sektoren Wirtschaft, Bildung, Kultur, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft verwendet.