Neue Studie erschienen
Eine neue Studie unter Beteiligung von Marvin Reuter untersucht, in welchen Berufsgruppen Beschäftigte besonders häufig trotz Krankheit zur Arbeit gehen. Grundlage sind Daten von 86.855 Beschäftigten aus der deutschen NAKO Gesundheitsstudie (NAKO). Insgesamt berichteten mehr als drei Viertel der Beschäftigten, die im vergangenen Jahr krank gewesen waren, mindestens einmal trotz Krankheit gearbeitet zu haben.
Deutliche Unterschiede zeigten sich zwischen den Berufsgruppen: Besonders häufig trat Präsentismus in Gesundheitsberufen sowie in Gastronomie und Tourismus, Handel und sozialen und kulturellen Dienstleistungsberufen auf. Die niedrigsten Werte fanden sich dagegen in IT- und naturwissenschaftlichen Berufen. Auf Ebene einzelner Berufe zeigten unter anderem Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Lehrkräfte sowie Beschäftigte in der Gastronomie eine erhöhte Präsentismusneigung.
Auch Beschäftigte mit Führungs- oder Aufsichtsverantwortung gingen etwas häufiger krank zur Arbeit als Beschäftigte ohne entsprechende Verantwortung. Dieser Zusammenhang war bei Männern stärker ausgeprägt als bei Frauen. Insgesamt deuten die Ergebnisse jedoch darauf hin, dass der berufliche Kontext für Präsentismus eine größere Rolle spielt als die hierarchische Position allein.
Die Studie entstand in Zusammenarbeit von Forschenden der Technischen Universität Dresden, der Universität Bamberg und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und ist Open Access im Journal of Occupational Medicine and Toxicology erschienen.
Hier kann man die Studie lesen: https://link.springer.com/article/10.1186/s12995-026-00529-1.