Legitimation internationaler Organisationen

Das Projekt beschäftigt sich mit den Ursachen, Dynamiken und Folgen der Legitimation internationaler Organisationen. Wir untersuchen erstens, auf welche Legitimitätsquellen Staaten Bezug nehmen, wenn sie internationale Organisationen legitimieren. Beziehen sie sich auf Verfahrensgerechtigkeit, Effektivität oder Legalität, wenn sie über die Legitimität internationaler Organisationen und ihrer Politiken sprechen? Wir untersuchen zweitens, welche Staateneigenschaften einen Einfluss auf ihre Legitimationspraktiken haben. Werden Legitimationspraktiken beispielsweise durch die generelle Neigung, Kompetenzen an internationale Organisationen zu delegieren, getrieben, oder eher durch Einflussmöglichkeiten innerhalb der Organisation? Wir untersuchen drittens, welchen Folgen (rhetorische) Legitimation und Delegitimation für das Handeln internationaler Organisationen haben. Übersetzt sich Legitimation in praktische Unterstützung und Delegitimation in Rückzug oder sogar Obstruktion, und wenn ja unter welchen Bedingungen? Bislang haben wir uns mit diesen Fragen mit Blick auf den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen auseinandergesetzt. In einem zweiten Schritt werden wir unsere Analyse auf weitere internationale Organisationen ausweiten. 

Projektmitarbeiter:

Martin Binder, University of Reading

Monika Heupel, Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Bisherige Veröffentlichungen:

Binder, Martin/Heupel, Monika (2018): Contested Legitimacy: The UN Security Council and Climate Change, in: Charlotte Ku/Shirley Scott (Hrsg.): Climate Change and the UN Security Council, Cheltenham: Edward Elgar, 186-208. 

Binder, Martin/Heupel, Monika (2015): The Legitimacy of the UN Security Council: Evidence from Recent General Assembly Debates, International Studies Quarterly 59:2, 238-250.