Lehrprofil

Unser Anliegen ist es, in einer engen Verknüpfung von Theorie und Praxis, Lehramtsstudierende der verschiedensten Schularten bei der Entwicklung persönlicher Lehr-Kompetenzen zu unterstützen. Nach ihrem Geographiestudium besitzen sie Kenntnisse und Fähigkeiten, im Unterricht die globalen Herausforderungen unseres Jahrhunderts im Einklang mit dem Prinzip der nachhaltigen Entwicklung und vor dem Hintergrund kultureller Vielfalt fachlich fundiert sowie problemorientiert zu thematisieren. Sie haben sich eine wissenschaftsbasierte Grundlage geschaffen, mit Schülerinnen und Schülern über adäquate raumbezogene Handlungsweisen bzw. Gestaltungsmöglichkeiten auf verschiedenen Maßstabsebenen zu reflektieren. Sie sind sich bewusst, dass fachliche Professionalität in Lehrberufen kein abgeschlossener Prozess sein kann, sondern Engagement zur steten Weiterentwicklung bedarf.

Zur Entwicklung von fachbezogenen Lehr-Kompetenzen der Studierenden setzt unser Lehrkonzept drei Schwerpunkte, die sich im Aufbau der Module und Lehrveranstaltungen spiegeln.

1. Bildung initiieren und begleiten

Ein erster Fokus liegt auf der Befähigung der Studierenden, fachspezifische Theorien, Forschungsfragen und Bildungsaufträge aufzugreifen, in der reflexiven Auseinandersetzung mit deren Entwicklungsgeschichte zu durchdringen und diese unter Berücksichtigung fächerübergreifender Bildungs- und Erziehungsaufgaben wie die der nachhaltigen Entwicklung (BNE) und der kulturellen Bildung für den eigenen Unterricht nutzbar zu machen. Blended und flipped learning Konzepte ergänzen hierbei die traditionellen universitären Lehrformate.

2. Lehren-Lernen planen und analysieren sowie Lernsettings erproben und beurteilen

Ein zweites Augenmerk ist auf das fachbezogene, den Prinzipien der BNE folgende, schulartspezifische Unterrichten selbst gerichtet. In praxis- und anwendungsorientierten Lehrformaten üben die Studierenden wissenschaftsbasiert …

  • wie sie theoriegeleitet und wissenschaftlich begründet, für die jeweilige Schulart inklusiven Geographieunterricht planen und analysieren sowie den Einsatz fachlicher Prinzipien, Arbeitsweisen oder Methoden beurteilen,
  • wie sie unter Einbezug analoger und digitaler (Geo-)Medien sowie entsprechender Methoden erste eigene Unterrichtskonzepte generieren, die die geographischen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler fördern und selbstregulierendes Lernen innerhalb und außerhalb des Klassenzimmers ermöglichen,

  • wie sie Instrumente zur Selbst- und Fremdevaluation nutzen, um individuelle, fachbezogene Lernprozesse einzuschätzen bzw. um adäquate, begabungsbezogene Förderangebote zu erstellen      und

  • wie sie in einem einsemestrigen Schulpraktikum eigene Lernsettings hinsichtlich ihrer Wirksamkeit erproben und beurteilen. In der universitären Begleitveranstaltung eröffnet sich die Chance, mit den Dozierenden, die selbst über langjährige Unterrichtserfahrung im Fach Geographie verfügen, sich fachbezogen auszutauschen, Erkenntnisse zu teilen sowie auf dem Weg zur Professionalisierung ihre Lehrerpersönlichkeit (selbst-)kritisch zu reflektieren und auf diese Weise weiterzuentwickeln.

3. Eigene Forschung anstreben und betreiben

In einem dritten Bereich bieten wir Lehramtsstudierenden die Möglichkeit, in Kooperation mit Schulen oder außerschulischen Bildungseinrichtungen (z.B. mit Umwelt- oder Kulturschulen, Ökostationen, kulturellen Begegnungsstätten) wissenschaftsbasiert, selbst konzipierte Bildungs- oder Unterrichtsprojekte durchzuführen und im Rahmen von betreuten Abschlussarbeiten erste Schritte in der eigenen geographiedidaktischen Lehr-Lern-Forschung zu gehen. Die Arbeits- und Interessensschwerpunkte liegen vor allem bei den Fragestellungen …

  • wie Medien- und Informationstechnologien für eine begabungsbezogene Förderung im Geographieunterricht genutzt werden können,
  • wie geographische oder geowissenschaftliche Lernbereiche gendersensibel und inklusiv unterrichtet werden können       und
  • wie spezielle Methoden und Medien beim fachbezogenen, kompetenzorientierten Vermitteln einer Bildung für nachhaltige Entwicklung einsetzbar sind.

Verknüpft mit erprobten Projekt- oder Unterrichtsbeispielen stehen die Themenfelder der begabungsbezogenen Förderung, des gendersensiblen Unterrichtens und der kompetenzorientierten Vermittlung von Bildung für nachhaltige Entwicklung auch bei Lehrerfort- und -weiterbildungen im Vordergrund. Derartige Veranstaltungen werden in Vernetzung mit den Regionalen Lehrerfortbildungseinrichtungen und der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung in Dillingen a.D. speziell für Praktikums- und Seminarlehrpersonen oder im Kontext der schulischen Führungskräfteausbildung durchgeführt.