32. Hegelwoche ganz im Zeichen von E.T.A. Hoffmann

Drei Abendveranstaltungen nehmen mit auf den Weg zum Undenkbaren und Unaussprechlichen.

Er war der größte Tausendsassa der Romantik, der als Jurist nicht nur schrieb, sondern zeichnete, musizierte und komponierte, aber auch als Musikkritiker und Dramaturg wirkte. Im Jahr 2022 ist der 200. Todestag von E.T.A. Hoffmann und in Bamberg sind dazu zahlreiche Ausstellungen und Veranstaltungen geplant. Auch die Universität wird sich mit der Hegelwoche diesem Zauberer und Beschwörer fantastischer Ideenreiche annehmen, der die Grenzen rationalen Erkennens auslotete. In der Hegelwoche, dem öffentlichen Denkort der Universität, wird es zwischen dem 21. und 23. Juni jeden Abend ab 19.15 Uhr darum gehen, dieses Erkennen anderer Art zu ergründen. Alle Veranstaltungen finden in der AULA der Universität, Dominikanerstraße 2a, statt. Veranstaltet wird die Bamberger Hegelwoche von der Universität Bamberg, der Stadt Bamberg und der Mediengruppe Oberfranken. Aus organisatorischen Gründen werden für die Vorträge der Hegelwoche Eintrittskarten ausgegeben. Die kostenfreien Tickets für die einzelnen Abende sind erhältlich in der Teilbibliothek 3, Feldkirchenstraße 21, sowie in der Teilbibliothek 4, Heumarkt 2.

Perspektiven auf E.T.A. Hoffmann aus Wissenschaft und Literatur

Am Dienstag, 21. Juni, gibt der österreichische Bestsellerautor Michael Köhlmeier in einer Lesung Einblicke in seinen jüngsten Roman. Er lässt in Matou (2021) die sprichwörtlichen sieben Leben einer Katze von dieser selbst, dem Kater Matou, erzählen. Dieser Kater begegnet in seinem zweiten Leben dem Dichter und Katzenfreund E.T.A. Hoffmann. Für sein Werk wurde Köhlmeier unter anderem mit dem Manes-Sperber-Preis, dem Anton-Wildgans-Preis und dem Grimmelshausen-Preis ausgezeichnet.

Unter dem Titel „Das Undenkbare denken?“ wagt Dr. Silvia Jonas am Mittwoch, 22. Juni, in ihrem Vortrag einen philosophischen Abstieg ins Unergründliche. Sie ist Philosophin am Munich Center for Mathematical Philosophy und forscht unter anderem in den Bereichen Mathematik- und Wissenschaftsphilosophie, Erkenntnistheorie und Metaphysik. Eine der zentralen Fragen ihrer Forschung ist, ob es Wissen jenseits der Grenzen der Sprache geben kann.

Den Abschluss der 32. Hegelwoche macht am Donnerstag, 23. Juni, Prof. Dr. Hans Richard Brittnacher mit dem Vortrag „Der dunkle Denker und dichtende Enthusiast“. Hans Richard Brittnacher ist Professor für Neuere deutsche Literatur an der Freien Universität Berlin. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählt unter anderem die deutsche Literatur der Klassik, der Romantik und die Literatur um 1900. Er forscht zur Intermedialität des Phantastischen und zum Spannungsfeld zwischen phantastischer Literatur und den Grundannahmen von Ordnung und Vernunft über die Wirklichkeit. Nach seinem Vortrag kommen die Referent*innen sowie die beiden Bamberger Professoren Friedhelm Marx und Christian Illies in einer Podiumsdiskussion ins Gespräch. 

Zwei Ausstellungen begeben sich in Hoffmanns fantastischen Kosmos

Gleich zwei Ausstellungen beschäftigen sich in direktem Bezug auf die Hegelwoche ebenfalls mit E.T.A. Hoffmann. Die Sonderausstellung „Phantaskop: Hoffmann inspiriert!“, ausgerichtet durch das Kulturamt der Stadt, ist bereits seit einiger Zeit im E.T.A.-Hoffmann-Haus installiert. Darüber hinaus werden in der Teilbibliothek 4 der Universität Illustrationen von Aleksandra Kucharska-Cybuch ausgestellt. Die Zeichnerin, Illustratorin, Grafikerin und Bühnenbildnerin illustrierte für den Verlag Media Rodzina Geschichten von E.T.A. Hoffman wie den „Nussknacker und Mausekönig“ sowie „Das fremde Kind“. Aleksandra Kucharska-Cybuch kommt aus Poznan (Posen). Zu der polnischen Stadt pflegt Bamberg freundschaftliche Beziehungen. Die Universitätsbibliothek lädt zur Eröffnung der Ausstellung am Montag, 20. Juni, ab 16 Uhr in der Teilbibliothek 4, Heumarkt 2 ein.

Weitere Informationen zum Programm sowie zu den Öffnungszeiten der Ticketstellen unter: www.uni-bamberg.de/events/hegelwoche/hegelwoche-2022