Andrea Bartl, Professorin für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft, forscht intensiv zu Leben und Werk von Hermann Hesse.
150 Jahre Hermann Hesse: Neue Perspektiven auf einen vielgelesenen Autor
2027 jährt sich der Geburtstag von Hermann Hesse zum 150. Mal. Kaum ein anderer deutschsprachiger Autor wird weltweit so viel gelesen – und zugleich so unterschiedlich bewertet. Fragen nach Selbstsuche, psychischen Krisen, geistiger Unabhängigkeit, Natur und gesellschaftlicher Verantwortung ziehen sich durch sein Werk und sind bis heute von erstaunlicher Aktualität.
Die Literaturwissenschaftlerin Prof. Dr. Andrea Bartl von der Otto-Friedrich-Universität Bamberg beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit Leben und Werk Hermann Hesses und steht Journalistinnen und Journalisten für Interviews, Hintergrundgespräche und Einordnungen anlässlich des Jubiläums zur Verfügung.
Bild “2026-05-07-Andrea-Bartl-Portrait _1_(3.4 MB)”: Andrea Bartl, Professorin für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft, forscht intensiv zu Leben und Werk von Hermann Hesse.
Quelle: Elisabeth Miedl/Universität Bamberg
Kontakt:
Prof. Dr. Andrea Bartl
Professur für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft
Tel.: 0951/863-2210
andrea.bartl(at)uni-bamberg.de
„Man kann Hesse immer wieder neu lesen“
In einem ausführlichen Interview im Blog der Universität Bamberg ordnet Andrea Bartl die anhaltende Relevanz Hermann Hesses ein und plädiert für eine erneute Lektüre seines Werks:
„Hermann Hesse stellt erstaunlich aktuelle Fragen. Er schreibt über Identität, Selbstfindung, psychische Krisen, über den Umgang mit Natur sowie über Toleranz und Inklusion – Themen, die unsere Gegenwart stark prägen.“
„Oft wird Hesse vorschnell als Jugendliteratur oder als weltanschaulich vereinfachend abgetan. Dabei ist sein Werk vielschichtig, modern und gerade aus heutiger Perspektive überraschend.“
„Man kann Hesse in verschiedenen Lebensphasen immer wieder neu lesen – und entdeckt dabei andere, manchmal auch befremdende Aspekte.“
Das vollständige Interview „Warum Hermann Hesse uns heute noch etwas zu sagen hat“ ist im Blog der Universität Bamberg zu finden: blog.uni-bamberg.de/forschung/2026/hermann-hesse-expertise-andrea-bartl/
Hesse neu lesen – jenseits gängiger Zuschreibungen
Gemeinsam mit Prof. Dr. Alexander Honold von der Universität Basel hat Andrea Bartl 2025 ein Handbuch zu Hermann Hesse herausgegeben, das neue literaturwissenschaftliche Perspektiven auf den Autor eröffnet. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Hesses Auseinandersetzung mit Geschlechterbildern, seine Offenheit gegenüber religiösen und philosophischen Traditionen, seine frühe Thematisierung psychischer Krisen sowie bislang wenig beachtete Aspekte seines Werks – etwa seine ökologische Sensibilität oder seine Rolle als Literaturvermittler. Daneben bietet das Handbuch umfassende Einblicke in Hesses Biographie und Werk.
Publikation: Bartl, Andrea, und Alexander Honold (Hg.), Hermann Hesse-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung (Stuttgart: J.B. Metzler, 2025), https://doi.org/10.1007/978-3-476-06008-2.
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