Auch Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters gehört zum erziehungswissenschaftlichen Studium (Foto: Christian Schwier/Fotolia).
EWS leicht gemacht …
Das obligatorische erziehungswissenschaftliche Studium erstreckt sich für alle Lehrämter und Studierende des Studiengangs BA/MA Berufliche Bildung auf die Fächer Allgemeine Pädagogik, Schulpädagogik und Psychologie. Für die Lehrämter an Grund- und Hauptschulen kommen Studien in Theologie/Philosophie und gegebenenfalls in den Gesellschaftswissenschaften hinzu. Hier ein inhaltlicher Überblick:
In der Psychologie werden Inhalte aus folgenden Bereichen angesprochen:
• Pädagogische Psychologie des Lernens und Lehrens: Was ist überhaupt Lernen? Welche Formen des Lernens können unterschieden werden? Und wie eignet man sich Wissensinhalte an?
• Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters: Was sind alterstypische Meilensteine der Entwicklung von Schülerinnen und Schülern in verschiedenen Funktionsbereichen, zum Beispiel im Gedächtnis, der Motivation und der Moral? Wie kann die alterstypische Entwicklung bestmöglich gefördert werden?
• Pädagogisch-psychologische Diagnostik und Evaluation: Wie kann Leistung wissenschaftlich fundiert beurteilt werden? Welche Methoden der schulbezogenen Evaluation können in Schulen angewandt werden?
Die Schulpädagogik wartet mit drei Bereichen auf die Studierenden:
• Theorie des Unterrichts: Wodurch zeichnet sich guter Unterricht aus und wie kann Unterricht verbessert werden? Wie lässt sich das Zusammenspiel verschiedener Faktoren im Unterrichtsgeschehen systematisieren?
• Planung und Gestaltung von Lernumgebungen: Wie kann schüleradäquater Unterricht geplant und organisiert werden? Wie kann eigenverantwortliches und kooperatives Lernen gefördert werden?
• Bilden und Erziehen in Schule und Unterricht: Wie entwickeln und sozialisieren sich Kinder und Jugendliche? Wie können Bildungsprozesse gestaltet werden unter Berücksichtigung der interkulturellen Dimension?
Mit den folgenden Themen befasst sich die allgemeine Pädagogik:
• Theorien der Erziehung, Werteerziehung und Medienerziehung: Wie lassen sich Erziehungsziele begründen? Welche Möglichkeiten bietet die Werteerziehung in der pluralen Gesellschaft? Wie kann Medienkompetenz und reflexive Mediennutzung gefördert werden?
• Theorien der Bildung und Grundlagen von Bildung: Welchen Stellenwert nimmt Bildung, Erziehung und Lernen in institutionellen und informellen Kontexten ein? Wie lassen sich Erziehungs-, Bildungs-, und Unterrichtsziele begründen?
• Empirische Bildungsforschung und Forschung zu lebenslangem Lernen: Welche Methoden der Lehr-Lernforschung existieren? Wie entwickelt sich die Kompetenz über die Lebensspanne?
Die Leistungspunkte verteilen sich folgendermaßen: Insgesamt müssen für die Zulassung zur Ersten Staatsprüfung 35 Leistungspunkte (LP) im erziehungswissenschaftlichen Studium nachgewiesen werden. Dazu gehören Pädagogik, Schulpädagogik, Psychologie mit 25 LP. Hinzu kommen acht Leistungspunkte im Bereich Gesellschaftswissenschaften und Theologie/Philosophie.
Der Artikel ist dem aktuellen Universitätsmagazin uni.vers Modern studieren im Welterbe entnommen.
