AIESEC organisierte das Firmenkontaktgespräch als Teil der Career Days 2011 (Fotos: Tonjo Swiridoff)

Besonders zwischen den Vorlesungen herrschte reges Treiben an den Informationsständen der Firmen

In gelockerter Atmosphäre konnten die Studierenden erste wertvolle Kontakte zu zahlreichen Unternehmen knüpfen (Fotos: Andrea Lösel)

In zahlreichen Workshops erklärte Michael Hümmer, was eine gelungene Bewerbung ausmacht

- Andrea Lösel

„Alte Partner halten und neue anwerben“

Studierende schnupperten Praxisluft bei den Career Days

Zwei Visitenkarten, zahlreiche Informationsbroschüren und einige gute Gespräche: „Soweit sehr erfolgreich“, resümierte eine Studentin das AIESEC-Firmenkontaktgespräch. „Auf jeden Fall kompetente Leute hier“, fügte sie noch hinzu. Dann eilte sie auch schon weiter zum Firmenstand von BOSCH: Ob man dort auch Abschlussarbeiten schreiben kann? Und wie sieht es mit einem Auslandspraktikum aus?

Das Firmenkontaktgespräch war Teil der Career Days 2011 der Universität Bamberg, die von der Agentur für Arbeit sowie den Fakultäten, Dezernaten und studentischen Initiativen der Universität Bamberg Anfang November veranstaltet wurden. Studierende und Berufseinsteiger konnten sich in Vorträgen über spezifische Berufsfelder, Existenzgründung und das neue Praxisprogramm Wirtschaft informieren. Workshops der Agentur für Arbeit ergänzten das Angebot.

Netzwerken beim Firmenkontaktgespräch

Insgesamt 19 Unternehmen stellten sich in der Feldkirchenstraße 21 den Fragen der Studierenden. „Wir bieten unseren Kommilitonen so die Möglichkeit, in lockerer Atmosphäre Unternehmen kennenzulernen und dabei Kontakte für später zu knüpfen“, erklärte Madlen Gielen, Projektleiterin des AIESEC-Firmenkontaktgesprächs. Hauptsächlich richte sich das Angebot an Studierende der Wirtschaftswissenschaften. Langfristig wollen die Organisatoren jedoch auch die übrigen Fakultäten stärker einbinden. „Medien- und Kommunikationswissenschaften sind ein Bereich, den wir künftig besser abbilden möchten“, erläuterte Gielen die Ziele für die kommenden Jahre. So war dieses Jahr erstmalig die Würzburger Medienakademie vertreten, aber auch die Schäffler Group, die Bank Cortal Consors und der Marketingspezialist marcapo. „Wir möchten unsere alten Partner halten und neue anwerben, insbesondere aus dem bayerischen Raum“, so Gielen.

BOSCH als einer der „alten Partner“ ist schon seit mehreren Jahren mit einem Firmenstand vertreten. „Wir sind einer der größten Arbeitgeber Oberfrankens. Da ist das Interesse der Studierenden natürlich groß“, weiß Personalerin Bettina Roppelt. Drei Themenbereiche seien in fast jedem Gespräch Thema:  Abschlussarbeit, Praktikum, Direkteinstieg. „Spezielle Fragen sind selten, meist geht es den Studierenden um generelle Informationen.“

Der Grundtenor der teilnehmenden Firmen war positiv. „Eine tolle Möglichkeit zur unkomplizierten Kontaktaufnahme“ hieß es am Stand von Brose. Die „gute Organisation“, lobte man bei BAUR Versand. Nur eins haben zahlreiche Unternehmen bedauert: Die verhältnismäßig geringe Zahl der Studierenden, die das Angebot zum Gespräch tatsächlich nutzten. „Wir müssen den Studierenden noch bewusster machen, was sie Tolles geboten bekommen“, sagte Gielen. „Schließlich kann man hier nur gewinnen.“

Workshops rund um das Thema Bewerbung

Neben dem Firmenkontaktgespräch waren verschiedene Workshops zum Thema Bewerbung Teil der Career Days. Michael Hümmer von der Agentur für Arbeit referierte über Bewerbung als Selbstmarketing. „Eine halbe Minute bis drei Minuten nimmt sich ein Personalchef für Ihre Bewerbungsunterlagen Zeit“, wusste der Personalfachkaufmann zu berichten. Dann falle die Entscheidung: Einladung oder Absage. Man sollte also den eigenen Lebenslauf bestmöglich auf das Stellenprofil anpassen: „Ein Personaler geht über Ihren Lebenslauf wie eine Suchmaschine.“

An der Schnittstelle von Informatik und Kultur

Abgerundet wurde das Angebot der Career Days durch eine Reihe von Vorträgen, die spezifische Berufsfelder vorstellten, beispielsweise für Erziehungswissenschaftler und Germanisten, Lehrer und Volkswirte. Der Master-Studiengang Computing in the Humanities ist noch ein Neuling an der Universität Bamberg. Seit dem Wintersemester 2010/11 vermittelt er Absolventen eines geistes- oder kulturwissenschaftlichen Bachelorstudiums Kenntnisse der Informatik. „Informationstechnologien bestimmen immer mehr unseren Alltag. Auch in den Bereichen Kultur und Medien!“, erzählte Olga Yanenko vom Lehrstuhl für Angewandte Informatik in den Kultur-, Geschichts- und Geowissenschaften. Einsatzbereiche gebe es für die Absolventen also genug: an der Schnittstelle von Informatik und Kultur.

Beratung zum Berufseinstieg

Michael Hümmer von der Agentur für Arbeit, Berater im Hochschulteam Oberfranken, bietet Beratungen und einen Bewerbungsunterlagen-Check an.