Lehramt Berufliche Schulen: M.Sc. Wirtschaftspädagogik, Variante II

Profil des Studienganges

Ein Kurzprofil des Masterstudienganges Wirtschaftspädagogik mit weiteren Informationen auf den Unterseiten finden Sie hier. Sie wählen die Studienvariante II (weiteres Unterrichtsfach Geographie).


Qualifikationsziele

Im konsekutiven Masterstudiengang Wirtschaftspädagogik (M.Sc. Wirtschaftspädagogik, Variante Wirtschaftspädagogik II) setzen die Studierenden das Studium des gewählten Unterrichtsfaches Geographie fort, um die im Bachelorstudiengang Betriebswirtschaftslehre (B.Sc. BWL, Spezialisierung Wirtschaftspädagogik II) erworbenen fachlichen, arbeitsmethodischen und fachdidaktischen Grundkenntnisse und -fähigkeiten für eine wissenschaftlich fundierte und professionelle Unterrichtstätigkeit weiterzuentwickeln und zu vertiefen. Absolventinnen und Absolventen haben nach Abschluss des Studiums ihre fachlichen, methodischen wie didaktischen Kenntnisse und Fähigkeiten gefestigt. Sie können diese im Rahmen der Planung, Analyse und Realisierung von komplexen Lehr-Lern-Arrangements im Bereich der berufsbildenden Schulen (insbesondere im Fach Wirtschaftsgeographie der Wirtschaftsschulen) zielgerichtet einsetzen.

Das Geographiestudium (38 ECTS-Punkte) besteht aus den verpflichtenden Aufbaumodulen zur Regionalen Geographie (namentlich zur Regionalen Geographie Deutschlands im Umfang von 8 ECTS-Punkten) und zur Geographiedidaktik (6 ECTS-Punkte). Es wird komplettiert mit je zwei vertiefenden Lehrveranstaltungen aus den Wahlpflichtmodulen zur Allgemeinen Geographie (10 ECTS-Punkte) und zur Fachmethodik (10 ECTS-Punkte) sowie mit Geländeübungen (4 ECTS-Punkte).

 

Im Einzelnen ergeben sich folgende Qualifikationsziele:

 

  1. Wissenschaftliche Befähigung
  • Nach Besuch der Aufbau- und Wahlpflichtmodule (inklusive des begleitenden Selbststudiums) aus den Bereichen Regionale Geographie, Allgemeine Geographie, Fachmethodik und Geographiedidaktik haben die Absolventinnen und Absolventen ihre erworbenen Fachkenntnisse und -fähigkeiten vertieft und durch Geländeübungen gefestigt:
  • In regional-geographischer Hinsicht sind die Absolventinnen und Absolventen in der Lage, in kritisch-reflektierender Herangehensweise physisch- und humangeographische Problemstellungen am Beispiel der Bundesrepublik Deutschland zu erklären und zu beurteilen.
  • In allgemein-geographischer Hinsicht sind sie befähigt, exemplarisch aktuelle Themen und Problemstellungen der Physischen, Historischen und/oder Sozial- und Kulturgeographie vertiefend zu skizzieren. Sie erläutern grundlegende Ursachen, Prozesse und Wirkungen im Bereich ausgewählter gegenwärtiger globaler Herausforderungen, wie z.B. Klimawandel, Nachhaltigkeit oder demographischer Wandel, räumlich differenziert und fallspezifisch auch unter Berücksichtigung historischer Kontextbedingungen. Darüber hinaus diskutieren sie tiefgründig Lösungsansätze für mögliche zukünftige Entwicklungen.
  • In methodischer Hinsicht können die Absolventinnen und Absolventen primär oder sekundär ermittelte Geodaten computergestützt verarbeiten sowie ausgewählte zentrale Forschungsmethoden aus den Bereichen der Physischen-, Historischen bzw. Sozial- und Kulturgeographie eigenständig und problembezogen identifizieren. Sie setzen diese unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Gütekriterien im Rahmen kleinerer, angemessener Forschungsaufträge um.
  • In fachdidaktischer Hinsicht sind die Absolventinnen und Absolventen im Stande, die Erkenntnisse und Ergebnisse von exemplarisch ausgewählten geographiedidaktischen Forschungsfeldern wie der Grundlagenforschung, Konzeptentwicklung, Implementierung oder Evaluation darzulegen und zu interpretieren, insbesondere um deren Potenzial für die unterrichtliche Praxis tiefgreifend zu erörtern und einzuschätzen. Sie sind in der Lage, sich mit aktuellen geographiedidaktischen Fragestellungen selbstständig wissenschaftlich auseinanderzusetzen sowie kleinere, einfache Forschungsfragen zu Lehr-Lern-Prozessen im Geographieunterricht an berufsbildenden Schulen selbst zu verfolgen.
  • Die durch Vertiefung und Verbreiterung ihres fachspezifischen und interdisziplinären Wissens gewonnene Erkenntnisse stellen die Absolventinnen und Absolventen unter Berücksichtigung allgemein anerkannter Grundsätze guter wissenschaftlicher Praxis schriftlich wie mündlich unter sicherer Verwendung von Fachtermini souverän in sprachlich angemessener und präziser Weise dar. Insbesondere mit Blick auf den schulischen und unterrichtlichen Bezugsrahmen präsentieren sie ihr Fachwissen fokussiert, logisch strukturiert und in eine, andere Sichtweisen aufgreifenden wie vernetzenden Form. Sie verwenden dabei adäquate mediale bzw. digitale Techniken und liefern unter Nutzung spezifischer Moderationsmethoden zielführende Impulse für kritisch-reflexive, wissenschaftsbasierter Fachdiskussionen oder -debatten. Dies haben sie als Studierende beispielsweise bei mündlichen Referaten mit anschließend moderierter Diskussion geübt.

 

  1. Befähigung zu einer qualifizierten Erwerbstätigkeit
  • Die Absolventinnen und Absolventen sind nach dem Studium befähigt, fachwissenschaftliche und fachdidaktische Literatur bzw. weitere relevante Datenquellenzu komplexen Themenfeldern und Problemstellungen der Allgemeinen Geographie, Regionalen Geographie und Geographiedidaktik eigenständig zurecherchieren, unter Verwendung passgenau gewählter Fachmethoden selbst raumbezogene Daten zu erheben und problemangemessen auszuwerten. Infolge reflexiver und strukturierter Herangehensweise an Aufgaben- und Problemstellungen des Faches Geographie leisten die Absolventinnen und Absolventen einen Beitrag zu wissenschaftlichen Fragestellungen und / oder zur Bewältigung raumbezogener gesellschaftlich relevanter Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, die insbesondere im Kontext von Mensch-Umwelt-Bildung an Schulen und im Unterricht in den Mittelpunkt rücken.
  • Die Absolventinnen und Absolventen sind aufgrund aktiver Teilnahme an Seminargesprächen oder Diskussionen und durch gleichsam bereichsverzahnende wie praxisbezogene Übungs- und Portfolioaufgaben befähigt, unter Berücksichtigung theoretischer Grundlagen und Forschungsergebnisse aus Fachwissenschaft und Fachdidaktik schulartspezifisch komplexe Lehr-Lern-Arrangements zu planen, zu analysieren und zu realisieren. Sie können ihre vertieften sowie erweiterten Kenntnisse und Fähigkeiten auch auf die besonderen Bedingungen des Geographieunterrichts außerhalb des Klassenzimmers transferieren und entwickeln projekt- und / oder problem(lösungs)orientierte Lernarrangements zum unterrichtlichen Arbeiten im Gelände bzw. bei Exkursionen. Dazu begründen sie in reflexiv-diskursiver Weise ihre Planungs- und Gestaltungskonzepte auf verschiedenen Betrachtungsebenen und hinsichtlich ihrer Möglichkeiten beispielsweise zum Aufbau von Bildung für nachhaltige Entwicklung oder werteorientierter Bildung.
  • Im Rahmen von Plenardiskussionen sowie von umfangreicheren Kontemplationsbeiträgen in Seminar- und Portfolioarbeiten haben die Absolventinnen und Absolventen ihre Fähigkeit unter Beweis gestellt, die Bedeutung fachwissenschaftlicher und fachdidaktischer Expertise sowie bildungs- und gesellschaftsbezogener Anforderungen oder Einstellungen von Schülerinnen und Schüler nicht nur zu reflektieren, sondern auch souverän auf die Rolle als professionelle Geographielehrkraft zu beziehen.

 

  1. Persönlichkeitsentwicklung
  • Absolventinnen und Absolventen können selbstorganisiert als Einzelperson oder in kollegialer Zusammenarbeit mit evidentem Zeit- und Organisationsmanagement geographisch relevante Thematiken und Fragestellungen aufspüren, ein methodisches Konzept für deren Erschließung entwickeln, adäquate Ansätze zur Ausgestaltung generieren und Inhalte bzw. Ergebnisse souverän darlegen. Die Absolventinnen und Absolventen sind sich dadurch der Notwendigkeit lebenslangen Lernens bewusst, um selbstgesteuert aktuelle oder zukünftige Inhalte des Faches Geographie für unterrichtliche Kontexte an berufsbildenden Schulen aufzubereiten und dazu Lehr-Lern-Prozesse zu evaluieren bzw. zu erforschen.
  • Infolge von Gesprächen und Debatten mit Lehrenden wie Studierenden haben die Absolventinnen und Absolventen ein ausgeprägtes fachliches Selbstverständnis entwickelt, sodass sie in gesellschaftlich relevanten Bereichen zu raumbezogenen Themen wie Globalisierung oder De-Globalisierung, Klimawandel und Umweltschutz, Umgang mit Ressourcenknappheit, nachhaltige Lebensformen in städtischen und ländlichen Räumen, Bewältigung von Armut, Migration oder geopolitischen Krisen vor dem Hintergrund ihres Fachwissens in ausgewogener Form sprachlich und  differenziert agieren bzw. kommunizieren. Ihrem Bildungsauftrag als angehende Lehrkraft entsprechend und eventuell als zukünftige Führungspersönlichkeit an berufsbildenden Schulen können die Absolventinnen und Absolventen respektvoll zur Entschärfung von Konflikten beitragen, sensibilisiertVorurteilen und stereotypisierenden Einstellungen kritisch begegnen und sich an der Entwicklung von systemisch verträglichen Maßnahmen oder Lösungsvorschlägen verantwortungsbewusst und im demokratischen Gemeinsinn aktiv beteiligen.
  • Als gereifte Persönlichkeiten begreifen die Absolventinnen und Absolventen nach diskursivem Austausch mit anderen Studierenden und Dozierenden in Lehrveranstaltungen einen bedeutsamen Teil ihrer fachlichen Profession auch dahingehend, ihr Unterrichtsfach Geographie inhaltlich und konzeptionell zu einem „Zukunftsfach“ weiterzuentwickeln. Als Geographielehrkräfte bieten sie Schülerinnen und Schülern eine unterrichtliche „Plattform oder Denkwerkstatt“ und unterstützen sie in Lernprozessbegleitung dabei, sich den zentralen, globalen und gesellschaftlich relevanten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts mit gefestigten geographischen Kompetenzen zu stellen.

 

 


Studienverlauf: fachwissenschaftlicher Teil

Das Modul besteht aus zwei Veranstaltungen, die Sie ab dem 2. Semester belegen:

  • Seminar: Regionale Geographie - Deutschland (physisch-geographischer Teil)
  • Seminar: Regionale Geographie - Deutschland (humangeographischer Teil)

 

Sie schließen das Modul mit einer mündlichen Prüfung ab und erhalten 8 LP / ECTS-Punkte.

Aus der Modulgruppe B7 wählen Sie zwei von sechs möglichen Modulen aus. Hier können Sie individuelle Schwerpunktsetzungen bilden.

  • B7a Sozial- und Kulturgeographie
  • B7b Politische Geographie und Raumplanung
  • B7c Migration und Transformation
  • B7d Physische Geographie
  • B7e Historische Geographie
  • B7f Wirtschaftsgeographie und Globalisierung

 

Sie schließen die Module jeweils mit einer Hausarbeit mit Referat oder einer mündlichen Prüfung oder einem Portfolio ab und erhalten insgesamt 10 LP / ECTS-Punkte.

Aus der Modulgruppe B8 wählen Sie ab dem 2. Semester zwei von fünf möglichen Modulen aus. Hier können Sie individuelle Schwerpunktsetzungen bilden.

  • B8a: Methoden der Physischen Geographie I
  • B8b: Methoden der Physischen Geographie II
  • B8c: Humangeographie: Qualitative Methoden
  • B8d: Humangeographie: Quantitative Methoden
  • B8e: Historische Geographie

 

Sie schließen die Module jeweils mit im Modulhandbuch festgelegten unterschiedlichen Prüfungsformaten (Hausarbeit mit Referat, mündlicher Prüfung, Klausur oder Portfolio) ab und erhalten insgesamt 10 LP / ECTS-Punkte. 

Sie wählen aus dem Angebot Exkursionen oder Geländeübungen im Umfang von 4 LP / ECTS-Punkte aus.

 


Studienverlauf: fachdidaktischer Teil

Das Modul belegen Sie in einem Sommersemester. Es besteht aus einem Veranstaltungskomplex mit drei Teilen:

  • Planung und Gestaltung von Geographieunterricht
  • Projekt- und problemorientierte Geländearbeit im Geographieunterricht
  • Aktuelle Themen der Geographiedidaktik

Sie schließen das Modul mit einer schriftlichen Prüfung (Klausur) oder mit einem Portfolio ab und erhalten 6 LP / ECTS-Punkte.

 


Empfohlener Studienverlaufsplan

Zum Vergrößern der Übersicht klicken Sie bitte auf die Abbildung.


wichtige Ordnungen, Vorgaben und Regelungen

Ihr gesamtes Studium ergibt sich aus den rechtlichen Vorgaben, die in verschiedenen Ordnungen durch die Universität Bamberg erlassen werden.

Wenn Sie die für Sie relevanten Regelungen kennen, erleichtert Ihnen das Ihr Studium des Faches Geographie.

Die für Ihr Masterstudium Wirtschaftspädagogik übergeordneten rechtlichen Vorgaben können Sie hier einsehen.

Die Vorgaben zur Anfertigung der Masterarbeit ergeben sich aus der Studien- und Fachprüfungsordnung für den Masterstudiengang Wirtschaftspädagogik an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg vom 12. Oktober 2018(182.7 KB) (in ihrer aktuellen Fassung).

Wir empfehlen Ihnen, dass Sie zunächst entscheiden, ob Sie und in welchem Teilbereich der Geographie Sie Ihre Masterarbeit verfassen möchten. Dann nehmen Sie Kontakt zu den Lehrstühlen und Professuren auf, die für Sie in Frage kommen, und besprechen das weitere Vorgehen. 

Formale Hinweise zur Gestaltung Ihrer Masterarbeit finden Sie auf den Webseiten des Instituts für Geographie unter Allgemeine Ordnungen und Dokumente.

Die Regelungen zur Notenberechnung bei Modulprüfungen, für die Fachnoten und für die Gesamtnote des abgeschlossenen Masterstudienganges sind in der Allgemeine Prüfungs-und Studienordnung für Bachelor- und Masterstudiengänge der Fakultät Sozial- und Wirtschaftswissenschaften der Otto-Friedrich-Universität Bamberg vom 12. August 2020, insbesondere im §11 Bewertung von Modulprüfungen und Modulteilprüfungen festgelegt.