Deutsch-französische Hochschule fördert binationalen BA-Studiengang Geschichte Bamberg-Strasbourg
ausführlich
Über die Forschungschwerpunkte der einzelnen Lehrstühle und Professuren informieren deren Homepages und die Forschungsberichte in UnivIs. Dort finden Sie unter Umständen auch noch ausführlichere Informationen.
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KLIO. Beihefte zur Alten Geschichte. Neue Folge (zusammen mit Martin Jehne/Dresden)
Englisch-französische Beziehungen im 11.-13. Jahrhundert
Für fast vier Jahrhunderte herrschten die Könige von England nicht nur über ihr insulares Königreich, sondern auch über Territorien auf dem französischen Festland. Ihr Verhältnis zu den französischen Königen ist in der Forschung bislang traditionell als lehenrechtliche Unterordnung gedeutet worden, die die französischen Könige auch über lange Perioden politischer Machtlosigkeit hinweg aufrechterhielten und aus der sich die englischen Könige im 12. und 13. Jahrhundert vergeblich zu befreien versuchten. Neue Forschungen der letzten Jahrzehnte zur Funktion rechtlicher Maßnahmen in politischen Konflikten, zu Ritualisierung und Inszenierung herrschaftlicher Interaktion, zur Bedeutung und Entwicklung der Freundschaft als Konzept personaler Bindung und sozialer Ordnung, zur Bedeutung der Ehre in der Ranggesellschaft des Mittelalters und nicht zuletzt die grundsätzliche Infragestellung der Bedeutung lehenrechtlicher Normen vor dem Ende des 12. Jahrhunderts haben diese Deutung jedoch fragwürdig werden lassen. Am Beispiel der englisch-französischen Beziehungen wird daher untersucht, anhand welcher Deutungsmuster die beiden wichtigsten Könige Westeuropas im 12. Jahrhundert ihr Verhältnis zueinander strukturierten, wie die Grundlagen dieses Verhältnisses in der Historiographie wahrgenommen wurden und welchen Wandlungen diese Wahrnehmungs- und Deutungsmuster an der Wende vom Hoch- zum Spätmittelalter unterworfen waren.
d) Die Grafen von Holland und das Reich
Die Beziehungen der Grafen von Holland zum Königtum haben in der deutschen und der niederländischen Forschung der letzten Jahrzehnte kaum Beachtung gefunden. Dies lag nicht in erster Linie an der Lage der Grafschaft im äußersten Nordwesten des Reiches, sondern vor allem an den seit dem Zweiten Weltkrieg auf beiden Seiten bestehenden nationalen Vorbehalten. Am Beispiel der Grafen von Holland im 12. und 13. Jahrhundert läßt sich jedoch exemplarisch aufzeigen, wie sich im Westen des Reiches die Ausrichtung auf das römische Königtum grenzüberschreitend mit der Integration in die westeuropäische Adelsgesellschaft verband. Die doppelte Einbindung in die Strukturen des Reiches und Westeuropas wird beispielhaft deutlich in der Wahl Wilhelms von Holland zum römischen König während des Interregnums und dem Anspruch Floris V. auf den schottischen Thron zwei Generationen später, läßt sich jedoch bis in das 11. und 12. Jahrhundert zurückverfolgen.
Personale Bindungen im Mittelalter
Personale Bindungen bestimmen die mittelalterliche Wahrnehmung sozialer Beziehungen weit mehr als die Ausrichtung an abstrakten Normen oder kollektiven Institutionen. Anders als die herrschaftlichen Strukturen haben jedoch diejenigen Personenbeziehungen, die in der Neuzeit dem persönlich-privaten Bereich zugeordnet wurden (Freundschaft, Liebe, Verwandtschaft und Ehe), erst seit kurzem vermehrt das Interesse der historischen Forschung gefunden. Dabei wurde deutlich, daß diese Begriffe keineswegs überzeitliche menschliche Grunderfahrungen bezeichnen, sondern als soziale Konstrukte historischem Wandel unterliegen. Im Rahmen dieses Forschungsprojekts soll untersucht wurde, inwieweit Ehe, Liebe, Freundschaft und Lehenstreue als unterschiedliche Erscheinungsformen reziproker Bindung miteinander kompatibel waren und sich in ihrer Entwicklung wechselseitig beeinflußten.
Kaiser Friedrich II. in der Wahrnehmung mittelalterlicher Autoren
Friedrich II. gehört zu den in der Öffentlichkeit bekanntesten mittelalterlichen Herrschern. Sein Bild wird durch zahlreiche ältere wissenschaftliche Studien, populäre und journalistisch aufbereitete Darstellungen in verschiedenen Medien und literarisch gefärbte, romanähnliche Biographien beherrscht. In äußerst effektiver, von Studierenden mitgetragener Teamarbeit wurde eine Reihe von Themen zu Friedrich II. ausgewählt, die zentralen, für das Friedrich-Bild entscheidenen Quellen ermittelt und kommentiert. Das Ergebnis präsentiert sich in einer "Quellenbiographie" (Brüsch, van Eickels): Übersetzte Quellen wurden - auf wissenschaftlicher Basis erläutert und mit allgemeinverständlichen Einleitungen versehen - einem inner- wie außeruniversitären Publikum zugänglich macht.
Domschule
Handschriftenkunde und Fragmentforschung. Kommunikationsgeschichte in Mittelalter und früher Neuzeit (Schrift und Schriftlichkeit als Ausdrucksformen menschlicher Kommunikation). Überlieferungsgeschichte, Textkritik und Editionsphilologie. Geschichte der Identitätsfindung im Spiegel hagiographischer und liturgischer Texte.
"Freundschaft und Liebe, Verwandtschaft und Ehe. Konstruktion und Repräsentation personaler Bindungen im Mittelalter"; internationale Tagung; Universität Bamberg; 19.-20.02.2000; Dr. Klaus van Eickels zusammen mit Dr. Markus Sanke (Universität Bamberg).
"Bamberger Wissenschaften vom Mittelalter"; Werkstattgespräche; Universität Bamberg; WS 1999/2000; Dr. Klaus van Eickels zusammen mit Dr. Markus Sanke (Universität Bamberg).
Schwerpunkte der Forschung
1. Handelsgesellschaften und kommerzielle Netzwerke
Der frühneuzeitliche Fernhandel bildet seit langem einen Schwerpunkt der Forschungen des Lehrstuhlinhabers, der dazu zahlreiche Publikationen vorgelegt hat. Zuletzt sind 2006 eine Überblicksdarstellung zur Geschichte der Fugger, 2009 eine Edition von Familienbriefen des 17. Jahrhunderts, die im Kontext einer kaufmännischen Auslandslehre entstanden, und 2010 ein gemeinsam mit dem Lehrstuhlmitarbeiter Christof Jeggle herausgegebener Sammelband über "Praktiken des Handels" erschienen. Ein aktuelles Projekt widmet sich der Edition von Quellen der Augsburger Welser-Gesellschaft zwischen 1496 und 1551. Forschungsprojekte von Mitarbeitern und Doktoranden befassen sich mit den kommerziellen Verflechtungen zwischen Süddeutschland, Frankreich und Italien im 16. und 17. Jahrhundert, mit Konflikten innerhalb der Handelsgesellschaft der Fugger zwischen 1560 und 1650 sowie mit den Beziehungen zwischen Fürsten und Kaufleuten im kommerziellen Zeitalter.
Die genannten Projekte gehen von der Prämisse aus, dass der frühneuzeitliche Fernhandel in hohem Maße auf persönlichen Beziehungsnetzen basierte, welche die Strukturen von Handelsgesellschaften und kommerzielle Verbindungen über weite Distanzen entscheidend prägten. Ihr besonderes Augenmerk gilt daher den Formen und Praktiken merkantiler Kooperation und Konfliktlösung, der Kommunikation unter Kaufleuten sowie personalen Netzwerken als Grundlage der Konstituierung frühneuzeitlicher Märkte.
2. Städtische Gesellschaften
Die Vielfalt urbaner Lebensformen bildet einen weiteren Forschungsschwerpunkt am Lehrstuhl für Neuere Geschichte. Anknüpfend an die Studien zum Fernhandel und zu kommerziellen Netzwerken werden die Einbindung von Kaufleuten in städtische Gesellschaften, die Rolle von Zuwanderern und Minderheiten sowie die Bedeutung moderner Fremdsprachen in frühneuzeitlichen Städten untersucht. Projekte von Doktoranden und Lehrstuhlmitarbeitern befassen sich aus mikrohistorischer Perspektive mit Aspekten der Zunft- und Gewerbegeschichte. Aktuelle Forschungsvorhaben nehmen insbesondere die ehemalige fürstbischöfliche Residenzstadt Bamberg in den Blick, deren Geschichte zwischen 1500 und 1800 vor allem Bereich der Verwaltungs-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte erst partiell erforscht ist.
3. Atlantische Geschichte in der Frühen Neuzeit
Das Forschungskonzept der atlantischen Geschichte, das in der anglo-amerikanischen historischen Forschung seit einigen Jahren Konjunktur hat, hebt insbesondere auf die Beziehungen und Verflechtungen zwischen Europa, Afrika und Amerika in der Frühen Neuzeit ab. Abgeschlossene und laufende Projekte am Lehrstuhl für Neuere Geschichte in diesem Bereich widmen sich Aspekten der transatlantischen Migrations-, Kommunikations- und Religionsgeschichte. Hierzu gehören Dissertationen zum Korrespondenznetz des deutsch-amerikanischen lutherischen Geistlichen G. H. E. Mühlenberg (1753-1815) und zur Sozial- und Alltagsgeschichte der frühen spanischen Kolonien in der Karibik.
4. Politische Kulturen
Die Geschichte des Politischen erfährt seit einigen Jahren eine Neubstimmung. Dabei bilden die Sprache, Medien, Symbole und Rituale politischer Kommunikation die Schwerpunkte der Forschung. Konkrete Untersuchungsgegenstände am Lehrstuhl für Neuere Geschichte sind politische Krisen und Konflikte im Europa des 16. bis 18. Jahrhunderts: die zeremonielle Zeichensprache am fürstbischöflichen Hof in Bamberg während der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts sowie die Berichterstattung der von Hugenotten herausgegebenen schweizerischen Gazette de Berne über politische Entwicklungen in Russland, insbesondere unter Zarin Katharina II., sowie in Frankreich.
Irseer Arbeitskreis für vorindustrielle Wirtschafts- und Sozialgeschichte,seit 2001 jährliche Tagungen in Kooperation mit der Schwabenakademie Irsee
Werkstattgespräche "Stadtgeschichte Bamberg", seit 2010 mit dem Stadtarchiv Bamberg
Für weitere Tagungen: www.uni-bamberg.de/hist-ng/leistungen/transfer/
Mitherausgeber der Buchreihe "Konflikte und Kultur Historische Perspektiven im UVK Verlag Konstanz Mitglied des Editorial Board der Reihe Pennsylvania German History and Culture bei Pennsylvania State University Press.
Allgemein:
Geographischer Schwerpunkt meiner Forschungsinteressen ist Italien, vor allem das Regno (Mezzogiorno), sachlich die normannisch - staufische Diplomatik , Papsturkunden des Spätmittelalters, Erscheinungen der lateinischen Urkundensprache , die Kirchengeschichte und Verwaltungsgeschichte Süditaliens und Siziliens und die wissenschaftlichen und kulturellen Beziehungen Deutschlands und Italiens in der Neuzeit .
Università degli Studi Chieti ; Soprintendenza Archivistica per la Sicilia, Palermo; Istituto Siciliano di Studi Bizantini e Neoellenici, Palermo.
Die Professur widmet sich vornehmlich den Themenbereichen "Außerschulisches Lernen", "Bilingualer Geschichtsunterricht" und "Gedenkstättendidaktik". Darüber hinaus sind sowohl Herr Prof. Freyberger als auch Frau Dr. Ehrenpreis Autoren in mehreren Schulbuchpublikationen (u.a. beim neuen Oberstufenlehrwerk Gymnasium des Buchner-Verlags Bamberg und beim Abiturtraining des Stark-Verlags Freising).
Regionale Kultur
Kooperationsbeziehungen bestehen zur Zeit mit:
- Bamberger Beiträge zur Volkskunde - VVK - Jahrbuch für Europäische Ethnologie - Ethn. Bavarica