Svenja Gierse M.A.

Kuratorin am Kulturhistorischen Museum (KHM) Rostock

Das Berufsziel Museumswesen stand für mich bereits zu Beginn meines Studiums der Europäischen Ethnologie an der Universität Bamberg im WS 2006/07 fest. Gezielt besuchte ich museumspraktische Seminare und Übungen. Auch meine ersten Ausstellungserfahrungen sammelte ich in Lehrstuhlprojekten. Zusätzlich zu diesen universitären Angeboten nutzte ich die Semesterferien für verschiedene Praktika. Sie führten mich unter anderem in das Bauernmuseum Bamberger Land in Frensdorf, in das Sauerlandmuseum Arnsberg und in das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg. Während des Studiums arbeitete ich außerdem als studentische Hilfskraft im Forschungsprojekt „Unternehmenskultur, Arbeitnehmeralltag und Stadtentwicklung – Die Geschichte der Baumwollspinnerei und –weberei Erlangen-Bamberg (Erba)“ von Prof. Dr. Heidrun Alzheimer und Prof. Dr. Andreas Dornheim. Nach meinem Abschluss 2011 bot sich mir die Möglichkeit, als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Ausstellung „Erba – Gewebte Geschichte“ zur Landesgartenschau 2012 mitzuwirken.

Auf diese Projektarbeit folgten sechs Monate Praxiserfahrung am Museum der bayerischen Könige in Hohenschwangau. Im Januar 2013 begann ich dann mein Wissenschaftliches Volontariat im Fachbereich Volkskunde am Freilichtmuseum Hessenpark in Neu-Anspach im Taunus. In den folgenden zwei Jahren war ich in sämtliche Aktivitäten des Museums eingebunden. Nach Beendigung meines Volontariates verschlug es mich nach Norddeutschland. Hier war ich im Heimatmuseum Warnemünde tätig. Anschließend vertiefte ich meine Kenntnisse im Projektmanagement durch eine Weiterbildung zur Referentin für Qualitäts- und Projektmanagement. Ab April 2016 arbeitete ich als Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Stellvertretende Museumsleiterin am Regionalmuseum Neubrandenburg in Mecklenburg. Im April 2019 übernahm ich die Geschäftsführung des Museumsverbandes in Mecklenburg-Vorpommern. Seit Mai 2023 bin ich am Kulturhistorischen Museum (KHM) Rostock Kuratorin der Alltagskultur und betreue u.a. die Sammlungen Textilien, Fotografie, Schmuck, Spielzeug, Fotografie, Hausrat, Handwerk und Kunsthandwerk.

 

Meine Tipps

  • Studierenden empfehle ich, sich bereits frühzeitig mit möglichen Berufsperspektiven auseinanderzusetzen.
  • Knüpfen Sie unbedingt Kontakte, gehen Sie auf Tagungen und Veranstaltungen.
  • Netzwerken Sie! Erweitern Sie Ihren Horizont, schauen Sie über den Tellerrand und nehmen Sie Angebote für praxisbezogene Übungen und Weiterbildungen wahr.
  • Als Geisteswissenschaftler, nicht nur im Museum, ist man vielfach ein Allrounder. Typische Arbeitstage gibt es nicht. An einem Tag können neben wissenschaftlichen Recherchen, einem Presseinterview und einer wichtigen Publikationsdeadline noch Haushaltsverhandlungen, Facility Management sowie die Notfall-Übernahme einer Museumsführung anstehen.
  • Und zu guter Letzt: Lassen Sie sich nicht unterkriegen! Die Bewerbungszeit ist mühsam und kann voller Frustrationen stecken. Gehen Sie Ihren Weg dennoch konsequent weiter.

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