Der professionellen Handlungskompetenz von Lehrkräften wird ein entscheidender Einfluss auf die Unterrichtsqualität und somit auf den Lernerfolg von Schülerinnen und Schülern zugeschrieben. Entsprechend kommt der Förderung lernbereichsspezifischer Kompetenzen bereits in der ersten Phase der Ausbildung eine große Bedeutung zu.
In der Studie wird der Einfluss von themenspezifischen Seminaren auf den Aufbau von Fachwissen, fachdidaktischem Wissen und motivationalen Dispositionen von Studierenden des Sachunterrichts untersucht. Insbesondere ist der Zusammenhang zwischen verschiedenen instruktionalen Maßnahmen und dem Lernerfolg von Interesse. In den Lehrveranstaltungen werden zum Thema „Leben im Winter“ physikalisches und biologisches Fachwissen sowie fachdidaktisches Wissen behandelt. Die instruktionale Unterstützung findet ihre konkrete Umsetzung in einer strukturiert gestalteten Lernumgebung sowie der Analyse von themenspezifischen Unterrichtsvideos und wird in den verschiedenen Seminarkonzeptionen variiert.
Für die differenzierte Erfassung der kognitiven und nicht-kognitiven Merkmale der Studierenden wurde ein Erhebungsinstrument konstruiert, das aus einem Fragebogen sowie einem Concept Mapping Verfahren besteht. Die Erhebungsverfahren wurden im Rahmen der Vorstudie erprobt und auf Grundlage der Ergebnisse überarbeitet.
Mitarbeiterin: Julia Kratz
Kooperationspartner: Prof. Dr. Steffen Schaal,
Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
Im Projekt ‚An der Sache Sprache lernen‘ wird eine Fortbildungsmaßnahme entwickelt und erprobt, die es Grundschullehrkräften ermöglichen soll, einen sprachsensiblen Sachunterricht erfolgreich zu gestalten.
Die Beherrschung der deutschen Sprache stellt in der Schule – wie in der gesamten Bildungsbiographie – eine der wichtigsten Schlüsselkompetenzen dar (Grießhaber 2010, Tracy 2010). In Untersuchungen zur Förderung von Schülern mit sprachlichen Defiziten zeigt sich, dass eine gezielte Förderung spezifischer sprachlicher Fertigkeiten zu deutlichen Lernerfolgen führen kann. In den Naturwissenschaften angewendete fachspezifische Methoden (beschreiben, vermuten, erklären und schlussfolgern), die das Ziel verfolgen Sachverhalte präzise, kontextunabhängig und abstrakt zu verbalisieren, greifen die sprachlichen Mittel der Bildungssprache (i. A. an Studien von Cummins 1979) auf.
Diese fachdidaktischen Überlegungen und die Befunde auf Schülerebene lassen es als sinnvoll erscheinen, die Förderung bildungssprachlicher Mittel auch im Sachunterricht zu realisieren. Die Gestaltung eines sprachsensiblen Sachunterrichts setzt vielfältige fachliche und fachdidaktische Kompetenzen auf Seiten der Lehrkräfte voraus. Vor dem Hintergrund der Befundlage zu Lehrerkompetenzen in den Bereichen Spracherwerb/Feststellung des Sprachstandes (Tracy et al 2010), förderdiagnostische Kompetenzen (Rank et al 2010) sowie fachliches Hintergrundwissen und fachspezifisch-pädagogisches Wissen von Grundschullehrkräften in den Naturwissenschaften (Heran-Dörr 2006; Appelton 2007) wird mit der Fortbildung das Ziel verfolgt, die entsprechenden Kompetenzen der Lehrkräfte aufzubauen und zu vertiefen.
Davon ausgehend wird die Forschungsfrage aufgegriffen, inwieweit durch eine spezifische Lehrerfortbildung die Handlungskompetenzen von Grundschullehrkräften, die zur Gestaltung eines ‚sprachsensiblen Sachunterrichts‘ relevant sind gefördert werden können.
Im Rahmen der Studie werden Auswirkungen der Fortbildungsmaßnahme unter anderem auf das fachliche und fachdidaktischen Wissen in einem ausgewählten Inhaltsbereich des Sachunterrichts, auf förderdiagnostische Kompetenzen im sprachlich-linguistischen Bereich sowie auf Interesse, Motivation und selbstbezogene Kognitionen erhoben.
Mitarbeiterin: Carmen Archie
Kooperationspartnerin: Prof.'in Astrid Rank
(Universität Koblenz-Landau)
Mit der neu eingerichteten "Lernwerkstatt Sachunterricht" realisiert die Lehrprofessur für Grundschuldidaktik der Otto-Friedrich-Universität Bamberg das Konzept einer Lernwerkstatt. Seit November 2009 steht dafür ein Raum mit vielfältiger Ausstattung zur Verfügung. Mit der "Lernwerkstatt Sachunterricht" wollen wir
Zur Untersuchung der Frage der Wirksamkeit eines Lehr-Lernangebotes im Inhaltsbereich 'Magnetismus' wurde ein Unterichtskonzept entwickelt und hinsichtlich seiner Auswirkung auf Lehr-Lernprozesse bei Schülerinnen und Schülern der 4. und 7. Jahrgangsstufe untersucht. Die Entwicklung des Unterrichtskonzeptes im Sinne didaktischer Entwicklungsforschung erfolgte vor dem Hintergrund von Befunden zur Bedeutung von Phasen des entdeckenden Lernens ('inquiry learning'), des Einsatzes strukturierender Maßnahmen ('scaffolding') sowie des Einsatzes von Maßnahmen direkter Instruktion ('direct instruction'). Die Materialentwicklung wurde von einer Reihe von empirischen Studien begleitet. Die Fragestellungen der Studie leiten sich aus fachlichen, fachdidaktischen, lehr-lerntheoretischen und instruktionspsychologischen Überlegungen und Befunden sowie aus Ergebnissen der Unterrichtsqualitätsforschung ab. Die Auswirkungen der entwickelten Lehr-Lernumgebung auf kognitive und nicht-kognitive Schülervariablen wurden im Rahmen umfangsreicher Laborstudien an insgesamt 1333 Schülerinnen und Schülern, davon 729 Grundschulkindern sowie 604 Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe (Gymnasium) untersucht.
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Von September 2007 bis April 2009 wurden gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Didaktik der Physik der LMU und in Kooperation mit Seminarrektorinnen und Seminarrektoren 12 oberbayerischer Seminare an jeweils drei fachdidaktischen Fortbildungstagen pro Schuljahr insgesamt etwa 180 Lehramtsanwärter/innen zu den Inhalten "Magnetismus", "Elektrizitätslehre" und "Spiegel" fortgebildet. Die wesentlichen Ziele der in die zweite Phase integrierten Ausbildungstage waren die Veränderung von Einstellungen und selbstbezogene Kognitionen zu physikbezogenen Unterrichtsinhalten sowie der Aufbau inhaltsspezifischer Kompetenzen zu den angegebenen Unterrichtsinhalten.
SUPRA wird seit August 2009 als Kooperationsprojekt der Universitäten Bamberg und München weitergeführt, die Internetpräsenz wird derzeit überarbeitet. Bis zum Relaunch erreichen Sie SUPRA wie bisher unter www.lmu.de/supra
Vor dem Hintergrund der Befunde zur Distanz von Grundschullehrkräften gegenüber naturwissenschaftlichen Unterrichtsinhalten einerseits und Befunden zur hohen Bedeutung domänenspezifischer Lehrerkompetenzen für Lernergebnisse von Schülerinnen und Schülern andererseits wurde in einer schriftlichen Befragung von etwa 200 Sachunterrichtslehrkräften untersucht, wie die Befragten sich für das Unterrichten naturwissenschaftsbezogener Inhalte ausgebildet fühlen, mit Hilfe welcher Quellen sie sich auf das Unterrichten entsprechender Inhalte vorbereiten,welche Unterstützungsangebote sie als hilfreich erachten und wie sie ein vorgegebenes Angebot im Internet (SUPRA) beurteilen.