3. BAS!S-Jahrestagung

Inklusive Exklusion oder exklusive Inklusion. Heterogenität in Schule und Unterricht

25. März 2021

 

Hier finden Sie laufend aktualisierte Informationen zur Tagung.

Eine Online-Anmeldung ist vom 30.01. bis 15.03.2021 möglich.

Das vorläufige Programm als Veranstaltungsflyer können Sie hier(1.5 MB) als PDF-Datei herunterladen.

Vorläufiger Zeitplan

12.00 - 12.45Willkommen mit Snacks, Kaffee und Posterausstellung
12.45Grußworte
13.15Keynote von Prof. Dr. Thorsten Bohl (Universität Tübingen): "Inklusion, Exklusion und Umgang mit Heterogenität"
14.30 - 15.30Workshops 1 (inkl. 15 Min. Pause)
15.30 - 16.30Workshops 2 (ink. 15 Min. Pause)
16.30 - 17.00Abschluss, Ausblick im Plenum

Workshopphase 1

Workshopbeschreibung:

Anhand eines Unterrichtsvideos aus dem DFG-Projekt „Glokalisierende Lebenswelten – Rekonstruktion von Modi ethischen Urteilens im Geographieunterricht“ diskutieren wir aus pädagogischer und psychologischer Perspektive, inwiefern unterrichtliche Praktiken Differenzen hervorbringen bzw. verstärken können. Dabei interessiert uns, inwiefern die aus pädagogisch-psychologischer Sicht notwendigen Maßnahmen zur individuellen Förderung aus schulpädagogischer Perspektive Stigmatisierungsprozesse hervorbringen, die Differenzen betonen und somit Inklusion als Exklusion erlebt bzw. (re-)produziert wird.

Zur Person:

Engel, Juliane, Dr. phil., Vertretungsprofessorin an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg am Institut für Pädagogik. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Theorien und Empirien der relationalen Subjektivation sowie eine kritisch-kulturwissenschaftliche Videographieforschung. In ihrem letzten DFG-Forschungsprojekt zum Thema „Glokalisierte Lebenswelten“ untersuchte sie ethisches Urteilen von Schüler*innen im Kontext heterogener Deutungsangebote und (post)digitale Lernkulturen. Sie hat Responsive Methodologien im Kontext qualitativer Bildungs- und Sozialforschung in Schulen und anderen Feldern soziokultureller Bildung entwickelt.

Angela Anderka, Dr. phil., arbeitete viele Jahre als Lehrkraft und Schulpsychologin an Grund- und Mittelschulen. Dabei stand die Beratung von Schülerinnen und Schülern, ihren Eltern und Lehrkräften im Mittelpunkt ihrer Tätigkeit. Seit dem August 2019 ist sie an das Zentrum für Lehrerinnen- und Lehrerbildung gewechselt und erstellt das Konzept für ein Erweiterungsstudienfach, mit dem sich Lehramtsstudierende schwerpunktmäßig auf die individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern vorbereiten können. 

Workshopbeschreibung:

Für einen gelingenden Umgang mit heterogenen Lernvoraussetzungen im inklusiven Unterrichtssetting stellt multiprofessionelle Kooperation gleichermaßen eine Chance und eine Herausforderung für Lehrkräfte dar. Immer häufiger arbeiten in inklusiven Settings Personen verschiedener Professionen zusammen, beispielsweise Grund- und Förderschullehrkräfte, Schulbegleiterinnen und Schulbegleiter, Erzieherinnen und Erzieher. Es gibt eine Vielfalt an Varianten dieser Zusammenarbeit im Unterricht und obwohl Co-Teaching-Formen vielfältige Möglichkeiten der Kooperation der Lehrpersonen, der Differenzierung und Förderung der Schülerinnen und Schüler bieten, werden diese Formen bisher noch eher selten bzw. wenig flexibel eingesetzt. Zumeist ist die Form „one teach, one assist“ – bei der eine Lehrkraft die Durchführung des Unterrichts übernimmt, während die zweite Person einzelne Schülerinnen und Schüler bei der Arbeit unterstützt – vorherrschend. Der Workshop bietet aus empirischer, theoretischer und praktischer Sicht einen Einblick in mögliche Formen unterrichtlicher Zusammenarbeit und es wird diskutiert, wie sie je nach Unterrichtssituation und -ziel jeweils gewinnbringend eingesetzt werden können.

Zur Person:

Nicola Groh ist seit sechs Jahren wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bamberg und an der Professur für Didaktik der Grundschule tätig. Ihre Dissertation befasst sich mit multiprofessioneller Kooperation im inklusiven Setting, insbesondere der Aufgaben- und Rollenverteilung im Unterricht eines multiprofessionellen Teams und der Adaptivität inklusiven Unterrichts im Rahmen des Projekts „Gestaltung inklusiven Unterrichts“ (Prof. Dr. Marianne Schüpbach). Sie lehrt und forscht insbesondere im Sachunterricht und in der Grundschulpädagogik, unter anderem zu einem Projekt der Thematik „Service-Learning im Sachunterricht – ein nachhaltiges Kooperationsprojekt mit der Wasserschule der Regierung von Oberfranken“ (Prof. Dr. Ute Franz).

Workshopbeschreibung:

Die Unterrichtsplanung ist ein zentraler Bestandteil des Lehrberufs. Im Sinne einer kompetenzorientierten Lehrerbildung stellt der schriftliche Unterrichtsentwurf eine potentielle Lerngelegenheit für angehende Lehrkräfte dar. Vor dem Hintergrund heterogener Lernsettings ist insbesondere adaptive Planungskompetenz von Bedeutung, um individuelle Lernprozesse fachunspezifisch zu antizipieren. Basierend auf einem Strategie-Kategorien Modell wurde das Messinstrument Allgemeindidaktische Kriterien zur Erfassung adaptiver Planungskompetenz im Umgang mit Heterogenität (AlPako) entwickelt.

Im Workshop werden diese allgemeindidaktische Kriterien anhand realer Planungsbeispiele (schriftliche Unterrichtsentwürfe aus der Zweiten Phase der Lehrerbildung) vorgestellt. Anschließend wird die empirische Prüfung des Instrumentes sowie dessen Unabhängigkeit von Textoberflächenmerkmalen (Komplexität, Textlänge) dargelegt. Abschließend soll gemeinsam über praxisbezogene Einsatzmöglichkeiten von AlPako (z. B. transparente und kumulative Anforderungsprofile, kriteriengeleitete unterrichtsbezogene Entwicklungsgespräche oder empirischen Beurteilungskriterien) diskutiert werden.

Zur Person:

AR Thomas Rey, Dipl.-Päd., ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Schulpädagogik und Leiter des Praktikumsamts für Lehrämter an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Vor seiner universitären Laufbahn war er in Baden-Württemberg als Grund-, Haupt- und Werkrealschullehrer sowie kommissarischer Schulleiter tätig.

Workshopbeschreibung:

In dem Workshop sollen anhand des Schulentwicklungsprozesses der Schulen des Bildungs- und Generationenzentrums (Grundschule Arnstein, Grundschule Schwebenried, Mittelschule Arnstein) das Bedingungsgefüge, Voraussetzungen, Herausforderungen und erste Umsetzungen vorgestellt werden, wie der inklusive Gedanke sich auf einen Sozialraum mit seinen Akteuren und Genrationen ausweiten kann. Dabei werden Synergieeffekte, die für alle Generationen und im Besonderen für die Schule in einem Sozialraum entstehen können, aufgezeigt. Anhand konkreter Beispiele und Materialen wird dies konkretisiert und erläutert, wobei der besondere Fokus auf der Unterrichtsentwicklung liegt.

Zur Person:

Katharina Krenig ist Rektorin und leitet seit 3 Jahren die Schulen des Bildungs- und Generationenzentrums Arnstein:

  • Grundschule Arnstein: Schulprofil Inklusion, Schule ohne Rassismus, Sinusschule
  • Grundschule Schwebenried: Flexible Grundschule
  • Mittelschule Arnstein: Schule ohne Rassismus

Zuvor war sie u.a. tätig als Lehrbeauftragte an den Universitäten Bamberg und Würzburg, in der Inklusionsberatung Main-Spessart, als Koordinatorin der Flexiblen Grundschulen in Unterfranken und im Bereich von Fort- und Ausbildung von Lehramtsanwärtern (regional und überregional).

Weitere Informationen folgen in Kürze.

Workshopphase 2

Inclusive Appucation (Michael Kirch)

Workshopbeschreibung:

Das Seminar Inclusive Appucation wurde von der Deutschen Telekomstiftung und Pro-Lehre@LMU finanziert und wird seit mehreren Jahren an der Ludwig-Maximilians-Universität für Studierende des Lehramts an Grund- und Förderschulen angeboten.
Inclusive Appucation geht davon aus, dass Medien für die verschiedensten Förderbereiche umfangreiche Möglichkeiten im Rahmen eines inklusiven Unterrichts bieten. Im Workshop wird das Projekt und die entstandene Webseite www.inclusiveappucation.com vorgestellt.

Zur Person:

Dr. Michael Kirch arbeitete als Lehrer an verschiedenen Grundschulen im In- und Auslan,d bevor er 1998 Dozent an der Akademie für Lehrerbildung und Personalführung in Dillingen wurde.
Im Jahr 2000 wechselte Herr Kirch zur Kirch Media. Hier leitete er den Bereich Bildung-TV. Seit 2004 arbeitet Herr Dr. Michael Kirch an der Ludwig-Maximilians-Universität, wo er seit 2009 als Akademischer Rat am Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und -didaktik tätig ist.

Workshopbeschreibung:

Digitale Medien können im Lese- und Literaturunterricht so gestaltet und eingesetzt werden, dass herkunftsspezifische Bildungsungleichheiten verringert und Chancengerechtigkeit und Bildungsteilhabe aller Schüler*innen verbessert werden können. 

Im Workshop wird gezeigt, wie Kinder über den Einsatz digitaler Medien gemäß ihrer individuellen Lernausgangslage zur vielfältigen Auseinandersetzung mit Literatur und zur Beteiligung am literarischen Gespräch angeregt werden können.

Neben einer kurzen Einführung in theoretische Grundlagen und der Vorstellung konkreter Umsetzungsbeispiele liegt der Schwerpunkt des Workshops auf der Erstellung multimodaler Texte am Tablet im Rahmen kooperativer Arbeitsformen.

Zur Person:

Uta Hauck-Thum ist seit dem Jahr 2018 Professorin für Grundschulpädagogik und -didaktik an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Seitdem lehrt und forscht sie unter anderem am Münchner Unilernhaus, einer Projektschule, an der Lehr- und Lernprozesse unter den Bedingungen der Kultur der Digitalität neu gedacht und gestaltet werden. Aktuell leitet sie das BMBF-geförderte Forschungsprojekt "Digitale Chancengerechtigkeit", das auf die Generierung von Wissen zielt, wie die soziale Herkunft im Lese- und Literaturunterricht der Grundschule Lernprozesse, Kompetenzerwerb und Motivation in Abhängigkeit von den verwendeten Medien beeinflusst.

Weitere Informationen folgen in Kürze.

Weitere Informationen folgen in Kürze.

Workshopbeschreibung:

Neben den rechtlichen Grundlagen und den notwendigen Voraussetzungen der kooperierenden Schulen schildern wir unsere pädagogische Zielsetzung, die unterrichtliche Gestaltung sowie die Vorteile für die Mitglieder beider Schularten.

Zur Person:

Petra Pausch ist Rektorin der Grundschule Weisendorf, an der in zwei Jahrgangsstufen Partnerklassen eingerichtet wurden. Zudem bestehen über Kooperationsklassen weitere Kooperationen mit der Förderschule.

Workshopbeschreibung:

Bereits im zweiten Jahr betreue ich als Lehrerin an einer kleinen Grundschule auf dem Land zwei Inklusionsschüler mit dem Förderbedarf „geistige Entwicklung“ in meiner Klasse. Seit diesem Schuljahr haben wir die Jahrgangsmischung an der Schule eingeführt, was neue Chancen für die Inklusion bietet. 

Folgende Themen werden im Workshop aus dem konkreten Unterrichtsalltag heraus beleuchtet: 

- Spagat zwischen möglichst großer Teilhabe (Inklusion) und individueller Förderung

- individuelle Förderung im Netzwerk „Lehrkraft-Schulbegleitung-Mobiler Sonderpädagogischer Dienst-Eltern“

- Chancen und Grenzen für alle Beteiligten

- Raum für Erfahrungsaustausch und Fragen

Zur Person:

Kathrin Wagner, StRin, ist stellvertretende Schulleiterin der Grundschule Eckental-Brand, in der in jahrgangsgemischten Klassen Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf unterrichtet werden.