Inklusion in der universitären Lehrerinnen- und Lehrerbildung

Die UN-Konvention zu den Rechten der Menschen mit Behinderung thematisiert in Artikel 24 (4) die Rolle der Lehrerinnen- und Lehrerbildung für eine erfolgreiche Gestaltung eines auf allen Ebenen inklusiven Schulsystems. Seit mehreren Jahren wird in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung der Otto-Friedrich-Universität das Thema Inklusion in Lehre und Forschung bearbeitet.


Im Referat Inklusion des ZLB arbeitet derzeit Frau Erika Fischer als abgeordnete Lehrerin, um Themen der Inklusion in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung in allen Schularten, allen Bereichen und Fächern zu stärken. Sie setzt die konzeptionelle Entwicklung des Themenbereichs, die Identifizierung geeigneter Anknüpfungspunkte und das Mainstreaming des Themas ebenso wie die Entwicklung entsprechender Theorie-Praxis-Module und die entsprechende Weiterentwicklung der Praktika um. Eigene Lehrveranstaltungen und die Unterstützung in Lehrveranstaltungen relevanter Fächer bei der Implementation von Inklusionsperspektiven gehören ebenso zu ihren Aufgaben.

Auf drei Ebenen erfolgt so die Integration des Themas Inklusion

1        ... in die obligatorischen Inhalte der Lehrerinnen- und Lehrerbildung

Die abgeordnete Lehrkraft hat zur Aufgabe, verpflichtende Lehrangebote um das Themenfeld „Basiswissen Inklusion“ zu erweitern und die in diesen Vorlesungen bereits bestehenden Themen systematisch daraufhin zu befragen, ob diese inklusionssensibel aufbereitet und präsentiert werden. Die gemeinsam erarbeiteten Inhalte werden in die Modulhandbücher integriert und damit strukturell abgesichert.

2        ... in die fakultativen Inhalte der Lehrerinnen- und Lehrerbildung

Darüber hinaus werden Lehrangebote entwickelt, die den Studierenden die Möglichkeit bieten, Inhalte des Themenfeldes Inklusion und Förderpädagogik in weiteren Lehrveranstaltungen zu vertiefen. Die Praxiserfahrung der abgeordneten Lehrkraft wird – auch in Zusammenarbeit mit dem Praktikumsamt – fruchtbar gemacht, um die Seminarangebote gezielt handlungsrelevant anzureichern und damit Lehramtsstudierende auf deren inklusiven Aufgaben und Herausforderungen in den jeweiligen Fachbezügen vorzubereiten.

3        ... in die Strukturentwicklung der Lehrerinnen- und Lehrerbildung der Otto-Friedrich-Universität

Die abgeordnete Lehrkraft ist eingebunden in die strukturelle Entwicklung der Lehrerinnen- und Lehrerbildung durch ihre Verortung im ZLB und durch engen Austausch mit dem Projekt Wegweisende Lehrerbildung WegE und den dort strukturell wirkenden Teilprojekten.


Erweiterungsfach "Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderem Förderbedarf"

Das Referat Inklusiondes ZLB wird in Kürze verstärkt durch eine wissenschaftliche Mitarbeiterin bzw. einen wissenschaftlichen Mitarbeiter zur Unterstützung des Lehrangebots, der Organisation und der Prüfungen für die pädagogische Qualifikation nach § 116 LPO I (Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderem Förderbedarf).

Nach Erarbeitung des universitären Konzept kann an der Otto-Friedrch-Universität bald auch die Erweiterung § 116 LPOI im Staatsexamen abgelegt werden.

Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderem Förderbedarf

Die Erste Staatsprüfung im Fach Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderem Förderbedarf kann abgelegt werden
1. nach Erwerb der Lehramtsbefähigung im Rahmen einer nachträglichen Erweiterung,
2. vor Erwerb der Lehramtsbefähigung gleichzeitig mit der Ablegung der Ersten Staatsprüfung für das Lehramt oder nach dem Bestehen dieser Prüfung; die Zweite Staatsprüfung kann im Fach Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderem Förderbedarf nicht abgelegt werden; nach Erwerb der Lehramtsbefähigung gilt die Erste Staatsprüfung im Fach Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderem Förderbedarf als nachträgliche Erweiterung gemäß Art. 23 BayLBG.

-- Das universitäre Konzept wird gerade erarbeitet. --