Prof. Dr. Karin Heinrichs

seit 10/2018 an der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich

E-Mail: karin.heinrichs(at)ph-ooe.at

Homepage: http://pro.ph-ooe.at/karin-heinrichs.html

Forschungsschwerpunkte

  • Heterogenität in der beruflichen Bildung, insbesondere:
    • Umgang mit sozial- und förderpädagogischen Herausforderungen in der beruflichen Bildung
    • Beschulung von Flüchtlingen und Asylanten mit dem Ziel der sozialen und beruflichen Integration
  • Moralisches Handeln in wirtschaftlichen, beruflichen und Lehr-Lern-Kontexten
  • Entrepreneurship Education - Förderung unternehmerischer Kompetenzen
  • Berufliche Übergänge über die Lebensspanne
  • Wertschätzende Kommunikation in Schule und Betrieb
  • Beschulung von Flüchtlingen und Asylbewerbern in beruflichen Schulen: soziale und berufliche Integration
  • Entwicklung und Evaluation wirtschafts- und berufspädagogischer Interventionen

Ausgewählte Publikationen

Entrepreneurship Education

Heinrichs, K. & Jäcklin, B. (2018). Assessing critical incidents in the post-formation phase:
A matter of entrepreneurial expertise?,
Journal of International Education in Business

Heinrichs, K., Jäcklin B. (2017). Critical Incidents Typically Emerging during the Post-Formation Phase of a New Venture: Perspectives for Entrepreneurship Education and Start-Up Counselling, International Journal of Higher Education, 6(2), 133-146, doi:10.5430/ijhe.v6n2p133

Heinrichs, K. (2016). Design and evaluation of an entrepreneurship education course: Dealing with critical incidents in the post-formation phase, Vocations & Learning, 1-17; DOI: 10.1007/s12186-016-9151-x

Flüchtlingsbeschulung

Kärner, T., Frim, A., Heinrichs, K. & Reinke, H. (in Druck). Innere Differenzierung im Unterricht mit jugendlichen Asylsuchenden und Flüchtlingen aus der Sicht von Lehrpersonen. Tagungsband der AGBfN-Forum „Zugang zu beruflicher Bildung für Zuwandernde: Chance und Barrieren“, 11.-12.07.2016 in Nürnberg.

Reinke, H., Kärner, T. & Heinrichs, K. (2018). Analyse lern- und entwicklungsförderlicher Gestaltungsbedingungen beruflicher Praktika für berufsschulpflichtige Asylsuchende und Flüchtlinge: Befunde einer Tagebuchstudie, Unterrichtswissenschaft (2018), 1-18, doi: 10.1007/s42010-017-0008-2

Kärner, T., Feldmann, A., Heinrichs, K., Neubauer, J. & Sembill, D. (2017). Flüchtlingsbeschulung an beruflichen Schulen aus der Perspektive von Lehrenden und Lernenden – Eine qualitative Analyse zu Belastungen und Bewältigungsstrategien des Migrationsprozesses und des Spracherwerbs. In Niedermair, G. (Hrsg.). Benachteiligtenförderung. Theoretische Einsichten, empirische Befunde und aktuelle Maßnahmen, Schriftenreihe für Berufs- und Betriebspädagogik (S. 293-311), Band 10

Heinrichs, K., Kärner, T., Ziegler, S., Feldmann, A., Reinke, H. & Neubauer, J. (2016). Die Implementierung neuer Konzepte zur Beschulung von Flüchtlingen und Asylsuchenden - Herausforderung und Chancen aus organisationstheoretischer Perspektive, Gruppe. Interaktion. Organisation,47 (3), 231-241. doi:10.1007/s11612-016-0329-3

Moralisches Urteilen und Handeln

Minnameier, G., Heinrichs, K., Kirschbaum, F. (2016). Sozialkompetenz als Moralkompetenz – Wirklichkeit und Anspruch? Zeitschrift für Berufs- und Wirtschaftspädagogik, 112, (4), 636-666 (Maslovaty Paper Award 2017)

Heinrichs, K. & Wuttke, E. (2016). Mangelnde Financial Literacy der Kunden als moralische Herausforderung beim Verkauf von Finanzprodukten? – eine kontextspezifische Analyse im Licht der Happy-Victimizer-Forschung. In G. Minnameier (Hrsg.). Ethik und Beruf – Interdisziplinäre Zugänge (S. 199-214), WBV (ISBN: 978-3-7639-5461-2)

Heinrichs, K., Minnameier, G., Latzko, B. & Gutzwiller-Helfenfinger, E. (2015). „Don’t worry, be happy“? – Das Happy-Victimizer-Phänomen im berufs- und wirtschaftspädagogischen Kontext, Zeitschrift für Berufs- und Wirtschaftspädagogik, 111.Band, Heft 1 (2015), 32-55

Heinrichs, K., Oser, F. & Lovat, T. (Eds.) (2013). Handbook of Moral Motivation. Theories, Models and Applications. Sense Publishers

Heinrichs, K. (2005). Urteilen und Handeln – Ein Prozessmodell und seine moralpsychologische Spe­zifizierung. Reihe Konzepte des Lehrens und Lernens.Bd. 12. Frankfurt/Main: Peter-Lang-Verlag

Lehrerbildung

Heinrichs, K. & Ziegler, S. (in Druck). Commitment to develop appreciative relationships in school. Nonviolent communication as an approach to specify a facet of teacher ethos. In A. Weinberger, H. Biedermann, J.-L., Patry & S. Weyringer (Eds.). Professionals Ethos and Education for Responsibility. Tagungsband des Symposiums der EARLI SIG 13, Juli 2016 in Salzburg, Sense Publisher

Heinrichs, K., Reinke, H. & Ziegler, S. (in Druck). Besondere Problemlagen von Schülerinnen und Schülern in beruflichen Schulen – Entwicklung von Fallvignetten für die evidenzbasierte Lehrerbildung. In B. Zinn (Hrsg.). Inklusion und Umgang mit Heterogenität in der berufs- und wirtschaftspädagogischen Forschung -  eine Bestandsaufnahme im Rahmen der Qualitätsinitiative Lehrerbildung. Themenheft der Zeitschrift für Berufs- und Wirtschaftspädagogik, Steiner-Verlag

Bylinski, U., Heinrichs, K., Niethammer, M. & Weyland, U. (in Druck). Inklusion in der beruflichen Bildung – Hochschuldidaktische Initiativen im Rahmen der beruflichen Lehramtsausbildung. In BMBF. Konferenzband zur Tagung des DLR im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung zu „Heterogenität und Inklusion“ 4.-5. Mai 2017 in Heidelberg

Kärner, T., Müller, B. & Heinrichs, K. (2017). Effekte achtsamkeitsbasierter Interventionen zur Verbesserung der Stressbewältigung von Lehrpersonen: eine Zusammenfassung aktueller Forschungsbefunde, Wirtschaft & Erziehung, 69(2), 11-16

Publikationen und Vorträge

Publikationen(428.4 KB)

Vorträge(177.1 KB)

Curriculum Vitae

Seit April 2015

Professorin für Wirtschaftspädagogik (W2), Otto-Friedrich-Universität Bamberg

2009-2015

wissenschaftliche Mitarbeiterin: Lehrkraft mit besonderen Aufgaben, Goethe-Universität Frankfurt/Main, Professur für Wirtschaftspädagogik, insb. empirische Lehr-Lern-Forschung (Prof. Dr. Eveline Wuttke)

2005-2009

wissenschaftliche Assistentin am Institut für Wirtschaftspädagogik, Ludwig-Maximilians-Universität München (Prof. Dr. Susanne Weber)

2004

Promotion am Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Universität Mainz („summa cum laude“) Dissertation Award der Association of Moral Education 2006) Titel der Dissertation: „Urteilen und Handeln – Ein Prozessmodell und seine moralpsychologische Spezifizierung“

1998-2004

externe Doktorandin (Stipendium des Landes Rheinland-Pfalz; Elternzeit: 2 Söhne, geb. 1998, 2001)

1996-1998

wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Projekt zur moralischen Entwicklung angehender Versicherungskaufleute am Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz (Prof. Dr. Klaus Beck)

1990-1995

Studium der Wirtschaftspädagogik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-1988-1990 Nürnberg (Doppelpflichtwahlfach Mathematik)

1988-1990

Ausbildung zur  Industriekauffrau bei der Siemens AG Erlangen 

Gutachtertätigkeiten

  • Seit 2013: Zeitschrift für Pädagogik
  • Seit 2013: European Journal of Developmental Psychology
  • Seit 2013: Journal of Beliefs and Values
  • Seit 2012: Education Research International
  • Seit 2010: Vocations and Learning
  • Seit 2008: Journal of Moral Education
  • Seit 2008: Gutachtertätigkeit für Konferenzbeiträge zu Tagungen der European Association of Research on Learning (EARLI) and Instruction und der American Educational Research Association (AERA)

Mitgliedschaften

  • Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE): Sektion Berufs- und Wirtschaftspädagogik (BWP); Arbeitsgemeinschaft für empirisch-pädagogische Forschung (AEPF)
  • Gesellschaft für empirische Bildungsforschung (GEBF)
  • Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs)
  • European Association for Research on Learning and Instruction (EARLI): SIG 13 Moral and Democratic Education (Koordinatorin: 2011-2015); SIG 14 Learning and Professional Development European Association for Practitioner Research on Improving Learning  (EAPRIL)
  • American Educational Research Association (AERA): SIG Workplace Learning; SIG Moral Development and Education
  • Association of Moral Education (AME)

Abgeschlossene Projekte

Muster moralischen Entscheidens und Handelns im beruflichen Kontext – „Happy Victimizer“ vs. „Happy Moralist“ im Erwachsenenalter

In Vorstudien wurde nachgewiesen, dass das Happy-Victimizer Pattern als Muster egoistischen Verhaltens bei Regelübertritten in moralrelevanten Situationen nicht – wie einst postuliert – nur ein Phänomen der frühen Kindheit ist, sondern auch unter Erwachsenen weit verbreitet ist. Es tritt kontextspezifisch auf und Personen wechseln in Abhängig von der Intensität moralischer Konflikte zwischen Entscheidungsmuster des „Happy-Victimizers“, des „Unhappy Victmizers“, des „Happy Moralists“ und des Unhappy Moralists“.

Dieses Forschungsprogramms zielt darauf, durch einen Wechsel von Theoriebildung und empirischer Prüfung die genannten Entscheidungsmuster im Erwachsenenalter und deren Relevanz für Handeln in Abhängigkeit von personalen Determinanten und situationalen Bedingungen zu erklären. Derzeit stehen die Modellierung moralisch relevanter Situationen in domänenspezifischen, insbesondere beruflichen Handlungskontexten sowie die empirische Erfassung moralisch relevanten Handelns in beruflichen Kontexten im Mittelpunkt der Betrachtung. Hierbei werden u. a. Kennzeichen moralisch relevanter (berufsspezifischer) Situationen und Dilemmata herausgearbeitet sowie unterschiedliche Methoden zur Erforschung moralischer Urteile, der Urteilsbildung und deren Bedeutung für das Handeln im (beruflichen) Alltag erprobt.

Einzug halten die Ergebnisse sowohl in die Grundlagenforschung als auch in die Lehreraus- und -weiterbildung.

Im Rahmen dieses Forschungsprogramms kooperieren wir insb. mit Prof. Dr. Gerhard Minnameier (Goethe-Universität Frankfurt/Main), Prof. Dr. Brigitte Latzko (Universität Leipzig) und Prof. Dr. Eveline Gutzwiller-Helfenfinger (PH Luzern).

Wertschätzende Kommunikation als Methode der Potenzialentfaltung und Konfliktbewältigung in Schule und Betrieb

Konflikte sind fester Bestandteil menschlicher Kommunikation,  auch in beruflichen und wirtschaftspädagogischen Kontexten. Konflikte können als Belastungen empfunden werden. Insbesondere bei Dauerbelastungen und unangemessenem Umgang können sich auch psychische Beeinträchtigungen entwickeln. Konflikte an sich aber nicht nur negativ, sondern bieten auch Lernchancen. Der Ansatz der Wertschätzenden Kommunikation (WSK), (auch "Gewaltfreie Kommunikation" genannt) nach Marshall Rosenberg biete - so die Überzeugung der Vertreter - eine effektive Methode zum konstruktiven Umgang mit Konflikten in der Balance zwischen Empathie für andere und Selbstempathie. Die WSK ermöglicht den Aufbau wertschätzender Beziehungen und bietet zugleich eine Methode zu mehr zu mehr Klarheit über eigene Bedürfnisse, zu Selbstfürsorge und Stressbewältigung. Darüber hinaus ermögliche die WSK, eine Kultur zu schaffen, die respektvollen und wohlwollenden Umgang im Miteinander aller Akteure fördern, zur Konfliktprävention und somit zu einem positiven Schul-, Arbeits- und Lernklima beitragen kann.

Die WSK In Deutschland gewann in den letzten Jahren zunehmend an Bekanntheit. Auch einige Schulen führen die WSK ein. Gleichwohl fehlen bisher aussagekräftige belastbare empirische Daten, um behauptete Effekte nachzuweisen. Genau hier setzen wir an. Ziel ist es, langfristig das Potenzial und die Wirkung von WSK in Schule und Betrieb empirisch zu untersuchen.

Im aktuell geförderten FNK-Projekt „Effekte eines Trainings zu Wertschätzender Kommunikation (WSK) nach Rosenberg bei Lehrpersonen - eine Interventionsstudie“ (in Kooperation mit M. Dormann) werden erste Schritte in diese Richtung unternommen. Es werden WSK-Trainings mit (zukünftigen) Lehrerinnen und Lehrern an berufsbildenden Schulen in einem quasi-experimentellen Setting evaluiert. Ziel ist, Einschätzungen zur Wahrnehmung und Wirkung des Trainings mit unterschiedlichen Methoden (Skalen in Pre- und Posttests, elektronischen Tagebüchern, Interviews) zu explorieren und Hypothesen zu Trainingseffekten zu präzisieren.

Forum für die Beschulung von Asylsuchenden und Flüchtlingen in beruflichen Schulen (FOBAF)

Aufgrund der hohen Zahlen von berufsschulpflichtigen Asylsuchenden und Flüchtlinge stehen die beruflichen Schulen im Freistaat Bayern vor einer besonderen Herausforderung. Einerseits stellt die Beschulung von den Asylsuchenden und Flüchtlingen eine Grundlage für eine gelungene Integration dieser dar, andererseits bedarf es gut ausgebildete junge Menschen, um die Sicherung der Fachkräfte zu gewährleisten. Jedoch stehen die beruflichen Schulen vor der Problematik, dass die neu zugewanderte Schülerschaft eine sehr hohe leistungstechnische, kulturelle und sprachliche Heterogenität aufweist, welche die gemeinsame Beschulung von diesen erschwert. Um eine perspektivenübergreifende Plattform für den Austausch zu schaffen, wurde das FOBAF (Forum für die Beschulung von Asylsuchenden und Flüchtlingen an beruflichen Schulen) ins Leben gerufen. Dieses findet einmalig im Semester an der Universität Bamberg statt und richtet sich an Lehrkräfte, Schulleiter, Sozialpädagogen/innen und Regierungsvertreter der beruflichen Bildungseinrichtungen im nordbayerischen Raum (Ober-, Unter- und Mittelfranken, Oberpfalz), die Erfahrungen mit der Beschulung von berufsschulpflichtigen Flüchtlingen aufweisen. Das Forum wird durch das Team der Professur für Wirtschaftspädagogik initiiert und geleitet. Das Ziel des Forums ist der Austausch zwischen der Wissenschaft und der Praxis zur Verbesserung der Beschulungssituation und der beruflichen sowie sozialen Integration von Flüchtlingen und Asylsuchenden. Die Forschungsschwerpunkte der Professur zur Flüchtlingsbeschulung konzentrieren sich vor allem auf die Berufsorientierung und Demokratieerziehung der jungen Flüchtlinge.