Felix Grund und Tobias Deekens - Studenten B.Sc. Wirtschaftsinformatik

Felix Grund und Tobias Deekens nahmen im Wintersemester 2007/08 ihr Studium der Wirtschaftsinformatik auf. Felix kam aus der Nähe von Rothenburg o.d.T. und Tobias aus der Nähe von Oldenburg zum Studium nach Bamberg. Felix ist im 8. Fachsemester und schreibt zurzeit seine Bachelorarbeit und war für ein Jahr zum Studium in Schweden. Tobias, ebenfalls im 8. Fachsemester hat seine Bachelorarbeit fast abgeschlossen und war zu einem Studienaufenthalt ein Jahr in England.

Eigentlich wollte Felix BWL studieren, da er bereits während der Schulzeit mit einem Gewerbe „sehr viel Handel auf Ebay getrieben“ hat. „Mir hat das immer wahnsinnig Spaß gemacht, Sachen einzukaufen und teurer zu verkaufen“ sagt Felix. Andererseits hat er bereits mit 15 Jahren seine ersten Computer zusammen gebaut und dachte, dass eine Kombination aus beidem vielleicht das passende für ihn wäre, wodurch er zur Wirtschaftsinformatik kam.
Tobias hatte vor dem Studium bereits viel Umgang mit Computern und wurde von seinen Eltern bei der konkreten Studienwahl unterstützt. Zur Auswahl standen unter anderem Medieninformatik, Informatik oder Wirtschaftsinformatik, wobei ihm die Wirtschaftsinformatik am meisten zusagte, „da sie mit Wirtschaft und Informatik am breitesten gefächert ist“, so Tobias.
Der Einstieg war für Felix anstrengend, da er „sich mit dem Informatikteil schwer getan hat“ sagt er. „Es war so, dass ich in den ersten Übungen zur Programmierung mit Java so gut wie nichts verstanden habe, aber dann habe ich Zeit reingesteckt und viele Übungen gemacht und das Gefühl gehabt, dass ich an einem Punkt war, wo eine Glühbirne aufgegangen ist“ sagt er weiter. Tobias ergänzt „viele von uns hatten überhaupt keine Programmiererfahrung, manche haben sich auch damit nicht anfreunden können, aber alle sind durchgekommen.“ In diesem Zusammenhang lobt Felix die Angebote der Fakultät, weist aber auch darauf hin, dass die Vorbereitungen der Studierenden oft nicht ausreichend sind.
Im Laufe des Studiums stellte Felix fest, dass ihm die Informatik immer besser gefällt, so dass er sich auf „Softwareentwicklung“ und „Webentwicklung“ spezialisiert hat. Felix hat aber auch den Eindruck, dass es andererseits möglich ist, den Informatikanteil im Studium einzuschränken und einen wirtschaftlichen Schwerpunkt zu wählen.
Inhaltlich hat sich Tobias ähnlich wie Felix hin zur Informatik mit „Softwareentwicklung“ und „Computer Science“ entwickelt. Für Tobias war es schön zu sehen, „in welche Bereiche man reinmanövrieren kann und in welchen man sich dann im Master weiter spezialisieren kann“. Die Informatik vergleicht Tobias ein bisschen mit Legobauen, „du baust etwas zusammen, du programmierst etwas, und am Ende siehst Du, was Du gemacht hast.“

Gefragt zu ihren Auslandsaufenthalten, meint Felix, dass für ihn von Anfang an klar war, ins Ausland zu gehen. „Es ist eine super Gelegenheit in ein anderes Land zu kommen, ohne einen riesigen organisatorischen Aufwand zu betreiben“ so Felix. Er hat vor dem Auslandsaufenthalt alle nötigen Prüfungen absolviert und musste nach seiner Rückkehr nur noch die Bachelorarbeit schreiben im Gegensatz zu Tobias, der noch eine Klausur zu schreiben hat.
Beide blieben jeweils ein Jahr im Ausland, was sie sehr empfehlen, da ein Semester doch zu kurz sei, um sich einzuleben und das Land kennen zu lernen.
Felix ging nach Schweden, da ihm Skandinavien zusagte, er die Sprache schön fand und sehr positive Erinnerungen an Urlaube aus der Kindheit hatte. So absolvierte er mehrere Sprachkurse, fand es aber auch positiv, dass viele der angebotenen Kurse auf Englisch waren.

Von Seiten der Fakultät und Universität wurden die beiden gut unterstützt und immer wieder auf Informationsveranstaltungen bzw. Fördermöglichkeiten hingewiesen. Sie hatten nach der Zusage genug Zeit, um mit den Austauschuniversitäten Learning Agreements abzuschließen, an der eigenen Universität das Nötige zu regeln und sich auf den Aufenthalt an der Partneruniversität vorzubereiten. Besonders gut gefiel Tobias, dass er im Rahmen des Profilbildungsstudiums relativ frei wählen konnte, so belegte er in England „unter anderem Soziologiekurse oder Computer Science Kurse, die in Bamberg nicht angeboten wurden.“

Die Wahl auf Bamberg als Studienort war bei Tobias „ein bisschen eine Bauchentscheidung“. So hat er sich die Städte angesehen, in denen er Wirtschaftsinformatik studieren könnte, hat sich auch die Rankings angesehen und für sich eine persönliche Rangliste gebildet. Viele seiner Freunde gingen an benachbarte Universitäten, was für ihn allerdings nicht in Frage kam, er wollte mindestens 200 km Entfernung.
Für Felix war unter anderem die Entfernung zum Heimatort ein Grund. „Ich wollte etwas zwischen 100 und 300 km weg von Daheim“, sagt er. In seine engere Wahl kamen Bamberg und Regensburg, worauf hin er eine kleine Umfrage bei StudiVZ einrichtete, um Meinungen von WI-Studierenden aus beiden Städten zu erhalten und letztendlich fiel seine Wahl auf Bamberg.
Bamberg gefällt beiden als Studienort sehr gut. So meint Tobias, „es ist nicht anonym, man kennt irgendwann echt viele Leute, man läuft sich ständig über den Weg, die Stadt ist überschaubar, man kommt überall zu Fuß oder mit dem Fahrrad hin. Es ist nicht, dass alles sich verläuft.“ Weiter erzählt er, dass er während seiner Bachelorarbeit in Hamburg gewohnt hat und im Gegensatz zu Bamberg erlebte er Hamburg als sehr anonym und würde eine kleine Stadt für ein Studium gegenüber einer Großen bevorzugen.
Gerade beim Auslandsaufenthalt hat Tobias festgestellt, dass Bamberg eine „klasse Stadt ist, die man unheimlich lieb gewinnen kann“. Felix ergänzt, dass es einfach eine schöne Stadt ist, eine gute Kneipenkultur hat und es viele Studenten auf relativ wenige Einwohner sind, was sich im Alltag bemerkbar macht.
Zukünftigen Studierenden empfehlen die Beiden, nicht jedes Wochenende heimzufahren, da viel an den Wochenenden läuft und sich dadurch auch erst die Freundschaften bilden und vertiefen.

Im Hinblick auf die weitere Zukunft erzählt Felix, dass ihm ein Masterstudium in Kanada vorschwebt, er allerdings erst mal Arbeiten will, um Erfahrungen zu sammeln und zu „sehen wie die Praxis aussieht“.
Tobias möchte direkt im Anschluss ein Masterstudium aufnehmen, da er die Befürchtung hat, nach einer längeren Berufstätigkeit nicht mehr studieren zu wollen. Für dieses hat er sich im Bereich „Softwareengineering“ an vier Universitäten in Schweden beworben. Weiter sagt er „ich hab im Moment so viel Spaß am Studieren und ich weiß ungefähr wo ich hin will und darum mach ich das jetzt gleich.“

Das Besondere im Studiengang für Beide ist, dass das Verhältnis unter den Studierenden sehr gut ist. So wird sich gegenseitig ausgeholfen, denn „der eine hat BWL und Wirtschaft eher verstanden und der andere Informatik eher“, so Tobias.