Professuren im Verbundprojekt "TAU4HSB"

Text Analysis and Understanding for Humanities, Social Sciences and Beyond

Im Rahmen eines Verbundes der Universitäten in Würzburg, Bamberg, und München sowie der Hochschule Hof werden ab 2021 sechs Professuren besetzt, die gemeinsam mit den bestehenden Professuren an den Standorten Verfahren der KI zur Textanalyse und zum Textverstehen untersuchen und vorantreiben. Der Verbund ist dabei Bestandteil der Hightech-Agenda Bayern, in der Künstliche Intelligenz (KI) einen Schwerpunkt bildet.

Die neuen Professuren

  • Computational Humanities (an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg)
  • Grundlagen der Sprachverarbeitung (an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg)
  • Sprachgenerierung und Dialogsysteme (an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg)
  • Computational Social Science und Künstliche Intelligenz (an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg)
  • Artificial Intelligence and Computational Linguistics (an der Ludwig-Maximilians-Universität München)
  • Ressourceneffiziente Künstliche Intelligenz für Textverständnis (an der Hochschule Hof)

Konzept und Zielsetzung

Die Analyse und das tiefere Verständnis von Texten nimmt eine zentrale Rolle im Wissensmanagement und in der Wissensgenerierung ein. Entsprechende Systeme haben in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Während vor wenigen Jahren meist Spezialansätze für Probleme entwickelt werden mussten, gibt es mittlerweile z. B. durch KI-basierte Sprachmodelle die Möglichkeit Basistechnologien in vielen Anwendungsszenarien zu nutzen. Gleichzeitig bleibt Raum für Optimierungen in verschiedene Richtungen und auch bei den Basistechnologien selbst sind weitere Durchbrüche zu erhoffen.

Die Verarbeitung natürlicher Sprache ist dabei von zentraler Bedeutung, weil große Teile des digital verfügbaren Wissens in Form von Texten vorliegen. Anwendungen der Textanalyse und Informationsextraktion spielen somit eine grundlegende Rolle, wobei der Analysegegenstand einerseits in seinen lokalen Strukturen (z. B. Eigennamenerkennung oder Koreferenzanalyse) und andererseits als Ganzes betrachtet werden muss (z. B. Text Summarization). Als Anwendungsdomänen sind u. a. die Geisteswissenschaften oder auch die Sozialwissenschaften zu sehen, in denen historische Texte, politische Reden oder Texte aus sozialen Medien im Hinblick auf Stimmungen, Autorenschaften, Netzwerkstrukturen, etc. untersucht werden. Die Anwendungsmöglichkeiten reichen allerdings weit über diese Bereiche hinaus, so spielen Text und Sprache ebenfalls eine zentrale Rolle in technischen und wirtschaftswissenschaftlichen Anwendungsszenarien.

Um das Potenzial der Ansätze nachhaltig ausschöpfen zu können ist dabei neben der Effektivität der Verfahren stets auch ihre (Ressourcen-)Effizienz von entscheidender Bedeutung. Der Verbund bietet durch seine Breite in der Sprachverarbeitung und -generierung (Stellen an der LMU und in Bamberg), die vertieft adressierten Anwendungsfelder (Computational Humanities in Würzburg und Computational Social Sciences in Bamberg) sowie die gezielte Betrachtung ressourceneffizienter Verfahren (Hof) eine sehr gute Basis für innovative Forschung.

Der Verbund sieht standortbezogene und standortübergreifende Kooperationen vor. In Bamberg wird die Professur „Grundlagen der Sprachverarbeitung“ (Ziel: Text verstehen) ergänzt durch die Professur „Sprachgenerierung und Dialogsysteme“ (Ziel: Text und Sprache erzeugen). Spezielle anwendungsbezogene Verfahren der KI werden in Kooperation mit der Professur „Computational Social Science und Künstliche Intelligenz“ erforscht. Die Professuren des Verbunds in Würzburg, München und Hof bieten spezifische Methodenkompetenzen und Schnittstellenfunktionen (z. B. München als Schnittstelle zur Computerlinguistik, Würzburg als Schnittstelle zu den digitalen Philologien und Hof mit dem Fokus auf ressourceneffiziente KI).

Die Professuren des Verbunds ergänzen sich in ihren Ausrichtungen und sind als Verstärkung des Data-Science-Knotens im KI-Netz Bayern konzipiert. Eine Anbindung erfolgt über den Forschungsbereich „Image and Text Analysis“ des in Gründung befindlichen Center for Artificial In-telligence and Data Science an der Universität Würzburg (CAIDAS, siehe go.uniwue.de/ki-zentrum). Mit dem Forschungsgebiet „Text Analysis and Understanding for Humanities, Social Sciences and Beyond“ wird der sprachverarbeitende Teil dieses Forschungsbereichs erheblich gestärkt.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Andreas Henrich
Lehrstuhl für Medieninformatik
An der Weberei 5, 96047 Bamberg
Tel.: 0951 863 2850
Email: andreas.henrich(at)uni-bamberg.de