Begrüßung durch Prof. Dr. Ute Schmid (Fakultätsfrauenbeauftragte WIAI)

Ein Rückblick auf den Girls'Day 2021

Nach einem Jahr pandemiebedingter Zwangspause haben wir uns sehr gefreut, dieses Jahr am 22. April 2021 zum 15. Mal Schülerinnen zum „Girls’ Day” an der Fakultät Wirtschaftsinformatik und Angewandte Informatik (WIAI) der Universität Bamberg willkommen heißen zu können. Alle interessierten Schülerinnen ab der 8. Jahrgangstufe konnten in diesem Rahmen an interaktiven Online-Formaten zu IT-Themen teilnehmen. Die Mädchen hatten die Möglichkeit in zwei unterschiedlichen Workshops verschiedene Bereiche der Informatik kennenzulernen und auszuprobieren. Da das Angebot erstmals vollständig digital durchgeführt wurde, konnten Teilnehmerinnen aus ganz Deutschland virtuell an der WIAI zusammenkommen.

Begrüßung: „Bamberger Informatikerinnen sind richtungsweisend für die Universität“

Der Tag beginnt mit einem Grußwort von Dr. Johanna Feier, die persönliche Referentin der Vizepräsidentin für Diversität und Internationales Prof. Dr. Christine Gerhardt, die die Schülerinnen herzlich im Namen der Universitätsleitung begrüßte. Sie betonte die hohe Bedeutung der WIAI für die Universität, die durch den Aufbau von 19 weiteren Professuren in den kommenden Jahren noch massiv weiterwachsen wird. Da sieben davon den Schwerpunkt auf die Zukunftstechnologie Künstliche Intelligenz legen, wird gerade dieser Bereich in Bamberg stark ausgebaut werden.

Auch die starke internationale Vernetzung der WIAI wurde von Dr. Feier positiv hervorgehoben: Die Fakultät zeichnet sich durch einen signifikanten Anteil an internationalen Studierenden aus. Den hohen Frauenanteil von 29 Prozent der Studierenden, den die WIAI im Vergleich zu anderen Informatik-Fakultäten in Deutschland vorweisen kann, führte die Referentin der Vizepräsidentin auf die richtungsweisenden Aktivitäten der Bamberger Informatikerinnen zurück.

Im Anschluss an das Grußwort der Fakultätsfrauenbeauftragten Prof. Dr. Ute Schmid ging es für die Schülerinnen direkt in zwei Workshops, in denen sie Informatik in der Praxis direkt erproben konnten.

Rätsel lösen mit Computern: Schülerinnen stellten sich der “The Sudoku Challenge”

Die Teilnehmerinnen lösten zuerst Rechen- und Logikrätsel, danach Sudokus. Die Workshop-Leiter*innen führten zwei Lösungsstrategien dafür ein: Scanning und Marking. Zum Schluss wurde mit Backtracking eine allgemeine Lösungsstrategie vorgestellt und die Unterschiede zwischen menschlicher und maschineller Problemlösung erläutert. Die Schülerinnen konnten sich mit kleinen Programmieraufgaben in Python als Informatikerinnen ausprobieren.

“E-Recruiting” gab wirtschaftsinformatische Einblicke in Bewerbungsprozesse

Schülerinnen kennen die Grundzüge einer Bewerbung bereits aus der Schule: Caroline Oelhorn gab den Mädchen im Workshop zu E-Recruiting Einblick in unterschiedliche Formen der elektronischen Bewerbung. Außerdem wurden Karriereseiten von Unternehmen kritisch unter die Lupe genommen. Wie sind Webseiten-Design und die Usability?

Die Rückmeldungen der Teilnehmerinnen zeigten, wie wichtig es für Unternehmen ist, ihre Recruiting-Strategien auf unterschiedliche Zielgruppen abzustimmen: Viele der Mädchen nutzen kein Facebook und sind von gut aufbereiteten Inhalten auf Instagram angetan. Zum Abschluss wurden die Vorteile von Self-Assessment für Bewerbungsprozesse vorgestellt und die Schülerinnen hatten die Möglichkeit unterschiedliche Tests selbst auszuprobieren.

 "Wie kann Informatik Menschen helfen?": Alumna teilte spannende Einblicke

Nach der Mittagspause gab Dr. Teena Hassan, die 2020 ihre Doktorarbeit an der Universität Bamberg mit Auszeichnung abschloss, einen Einblick in das Thema Nutzbarkeit von informatischen Anwendungen für den Menschen wie auch in ihren persönlichen Werdegang als Wissenschaftlerin. Ihr spannender Lebensweg führte sie von Indien nach Deutschland. Dr. Hassan betonte dabei die wichtige Rolle, die das Vertrauen ihrer Mentor*innen in sie dabei spielte.

Ihre Herzensangelegenheit, mit Künstlicher Intelligenz und Robotik in Zukunft kranken Menschen helfen zu können, unterstrich sie mit einer liebevoll gestalteten Präsentation, die zahlreiche Beispiele und Videos beinhaltete. In der anschließenden Fragerunde erklärte die Wissenschaftlerin den Schülerinnen wie Forschungsprojekte funktionieren, wie lange es überhaupt dauert, Neues zu entwickeln, und wie viele Personen normalerweise daran beteiligt sind.

Volltreffer Informatik-Studium: Studentinnen an der WIAI stellen sich vor

Den Abschluss der abwechslungsreichen Veranstaltung gestalteten sechs Studentinnen der WIAI. Sie teilten ihre persönliche Motivation für den Fachbereich Informatik und was ihnen an ihrem Studium in Bamberg besonders gefällt. Die interdisziplinäre Ausrichtung der Studiengänge wurde dabei neben der sehr guten Betreuung durch die Lehrstühle besonders hervorgehoben.

Trotz unterschiedlicher Studiengänge hatten die sechs jungen Frauen eines gemeinsam: Sie alle nahmen einen Umweg in die Informatik – und sind froh, nun endlich dort ihr Zuhause gefunden zu haben. Die Studentinnen gaben auch Einblick in ihr vielfältiges Engagement neben dem Studium und räumten damit endgültig mit dem Stereotyp auf, dass Informatikerinnen den ganzen Tag nur vor dem Computer sitzen.

Wir haben uns sehr gefreut im Rahmen des „Girls’ Day“ 2021 so viele engagierte und experimentierfreudige Schülerinnen willkommen heißen zu können. Wir würden uns freuen sie beim nächsten „Girls‘ Day“ wiederzusehen oder sie in ein paar Jahren als Studentinnen an unserer Fakultät zu treffen!

Leonie Ackermann