Die Universitätsleitung ermöglicht die Nutzung bestimmter Flächen der Universität im Rahmen des Projektes UniGardening. Das Thema Nachhaltigkeit wurde in als eines der Ziele der Universität aufgenommen.

Projektziel

Das Uni Gardening Projekt soll Studierenden und MitarbeiterInnen der Universität, die Möglichkeit des Anbaus von Gemüse und Blumen bieten. Die Sorten sollen mit den jeweils mitarbeitenden Studierenden und MitarbeiterInnen abgestimmt werden.

Allerdings werden einheimische Pflanzen bevorzugt, die auch Bienen einen Lebensraum und Nahrung bieten. Durch das Erlebnis der eigenen Arbeit mit heranwachsendem Gemüse werden die Teilnehmer hinsichtlich der Schwierigkeiten beim Anbau von Lebensmitteln und des nachhaltigen Umgangs mit Ressourcen sensibilisiert. Gärten und Hochbeete statt Asphaltflächen tragen zur Verbesserung des Kleinklimas bei. Steigende Temperaturen werden durch Frischluft kompensiert.

Hochbeete mit Blumen und Gemüse bieten einen ästhetischen Anblick und bereichern das Universitätsbild. Gärten gelten zudem als wichtiges Übungsfeld für Teamwork und Teambuilding, auch zwischen MitarbeiterInnen und Studierenden. Gärtnern entspannt und kann dadurch zu einer besseren Wahrnehmungs- und Lernfähigkeit führen. Insbesondere Studierende mit Kind profitieren, da die Vorbildfunktion der Eltern weniger durch das Arbeiten am Rechner und mehr durch die handwerkliche Betätigung im Garten erfüllt ist. Natur- und wirtschaftswissenschaftliche Zusammenhänge werden durch handfeste Erfahrungen vermittelt.  Vorstellbar sind auch Hochbeete, die jeweils für die Bereitstellung konkreter Speisen benötigt werden. Beispiel: Welche Pflanzen und wie viele müssen für 10 Portionen Pommes frites angebaut werden? Gemeinsames Gärtnern ermöglicht darüber hinaus die Integration von Studierenden mit Migrationshintergrund.

Die Sensibilisierung für die Ressourcenknappheit durch die Arbeit an Hochbeeten ist von zentraler Bedeutung. Die knappen Flächen der Universität symbolisieren die endliche, für Lebensmittelanbau nutzbare Bodenfläche des Planeten Erde. Der sparsame Umgang mit dem Gießwasser und die Verwendung von Regentonnen weist auf die immer geringere Verfügbarkeit des Süßwassers hin. Die gemeinsame Nutzung der Gartengeräte spart am erschöpfbaren und nicht-erneuerbaren Rohstoff Metall. Das Ernten des Gemüses vor Ort, also ohne Lieferwege, spart am Rohstoff Erdöl und am klimaschädlichen CO2.

Das Projekt stellt außerdem einen Beitrag zur Herstellung vom Stadtgrün dar: Laut dem durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit herausgegebenen „Grünbuch Stadtgrün“ (2015) wird das „Fachwissen aus Wissenschaft und Praxis“ benötigt, wie möglichst viele Grünflächen in der Stadt entwickelt werden können. Nach dem „Grünbuch Stadtgrün“ ist im April 2017 nun das (konkretere) Weißbuch zum Stadtgrün erschienen. Dort wird etwa im Baustein „Stadtgrün sozial verträglich und gesundheitsförderlich entwickeln“ auf neue Nutzungsformen für Grün hingewiesen und explizit die Essbare Stadt und urban gardening genannt. Parallel entspricht das Projektziel des Uni Gardening dem des „Weißbuchs Innenstadt“ (2011) des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, in welchem die Wichtigkeit „vitaler und baulich ansprechender Innenstädte“ betont wird.

Mögliche Orte für Hochbeete

Allgemein bieten sich asphaltierte Flächen oder Grünflächen an, die zu Universitätsgebäuden gehören. Darüber hinaus können Flächen an Häusern des Studentenwerks, wie beispielsweise Wohnheime oder Mensen, passende Anbaumöglichkeiten bieten. Zu bevorzugen sind hierbei sonnige Lagen. Der Zustand der jeweiligen Asphaltfläche bleibt vollkommen erhalten und wird durch das Aufstellen eines Hochbeets nicht beeinträchtigt. Die konkreten Orte sollen mit dem Flächenmanagement der Universität abgestimmt werden.

 

 

 

Mitwirkende und ihr Tätigkeitsfeld

Eine Gruppe von interessierten Studierenden und/oder MitarbeiterInnen der Universität helfen beim Aufbau der Hochbeete, pflanzen Gemüse und Blumen in die Erde, pflegen und bewässern diese. Am Ende der Saison wird geerntet.

Studierende behandeln das Thema „Urban Gardening“ im Rahmen von Lehrveranstaltungen, welche von den kooperierenden Lehrstühlen angeboten werden.

Die kooperierenden Lehrstühle sind im Rahmen ihrer Möglichkeiten bereit, Forschungsarbeiten von Studierenden zum Thema „Urban Gardening“ zu betreuen. Sie weisen Studierende wiederholt in Lehrveranstaltungen auf das Thema und dann auf das Angebot hin, um so auch für interessierten „Nachschub“ zu sorgen.

Die Essbare Stadt Bamberg e.V. von Transition Bamberg unterstützt und koordiniert das Projekt und stellt das Knowhow im Bereich Gärtnern. Die Besorgung oder die Einkäufe der nötigen Sachgegenstände werden gemeinsam mit Studierenden durchgeführt.

Kooperierende Lehrstühle: Interdisziplinäre Einbindung in die Lehre

Durch Institutsleiter Prof. Groß, https://www.uni-bamberg.de/nawididaktik/Didaktik der Naturwissenschaften (HuWi), wird das Seminar „Wir lernen und gestalten am Schulgarten“ angeboten. Der Gartenpädagoge René Paetow führt Lehramtstudierende im Rahmen dieses Seminars ein, wie Hochbeete gestaltet und gepflegt werden. Dies wird insbesondere am Beispiel der bereits entstandenen Hochbeetanlage am Noddackhaus nähergebracht. Weitere im Rahmen des Uni Gardening einzurichtende Beete werden in ähnlicher Weise als Gegenstand in dieses Seminar miteinbezogen und bieten mehr Raum auch für Studierende des Lehramts zu experimentieren.

Bereits ab SS 2017 wurde im Rahmen eines Forschungsseminars das Thema „Urbaner Gartenbau und ehrenamtliches Engagement in Bamberg“ beforscht. Die Veranstaltung im Rahmen des Masterstudiengangs „Sozial- und Bevölkerungsgeographie“ wird von Prof. Redepenning, Institut für Geographie, Lehrstuhl Kulturgeographie (GuK) geleitet. Je nach Beginn des hier beantragten Projekts ist eine Integration in das aktuelle Forschungsdesign denkbar, etwa im Bereich der Analyse der Gründe für eine Mitwirkung und zur Motivation der Beteiligten. Unabhängig davon laufen Abschlussarbeiten zum Thema „urbaner Gartenbau“.

Unter Leitung von Prof. Sahm, Professur für Volkswirtschaftslehre, insb.Wirtschaftstheorie (SoWi) im Rahmen des Proseminars „Aktuelle Fragen der Wirtschaftspolitik in Europa“ das Thema „Sharing Economy“ bald als Forschungsgegenstand für Studierende angeboten. Fragen, inwieweit das Uni Gardening Projekt als Sharing Economy zu betrachten ist, können in diesem Rahmen durch Studierende beantwortet werden.

Am Lehrstuhl des Antragstellers, Prof. Proaño, Professur für Volkswirtschaftslehre, insb. Angewandte Wirtschaftsforschung (SoWi) an der Fakultät Sozial- und Wirtschaftswissenschaften ist die Veranstaltung „Degrowth“ geplant, in welcher unter anderem die Rolle der urbanen Gärten in einer nicht wachsenden Volkswirtschaft bei sich zuspitzender Ressourcenknappheit betrachtet wird. Dieser Lehrstuhl bietet bereits seit dem WS 2016/17 die Möglichkeit, Abschlussarbeiten zum Thema „Urban Gardening“ zu schreiben.

Es soll künftig auch mit anderen potentiellen Partnerlehrstühlen über weitere Möglichkeiten zur Einbindung in die Lehre verhandelt werden.

Initiativgruppe Transition Bamberg

Transition Bamberg ist eine offene Gruppe von Menschen, die den Wandel in Bamberg hin zu einer solidarischen, nachhaltigen und lebenswerten Gesellschaft aktiv mitgestalten. Ihr Engagement basiert auf Freiwilligkeit. Eine Kooperation zwischen Transition und der Universität entstand bereits im Rahmen des 4. Bamberger Hochschultags für ökosoziale Marktwirtschaft und Nachhaltigkeit im SS16.

Die Transition-Subgruppe der Essbaren Stadt besitzt bereits Erfahrung in der Betreuung des gemeinschaftlichen Gärtnerns. Diese Erfahrung wird auch im Rahmen des Uni Gardening zur Verfügung gestellt, um die Universität in ihrer Rolle als Träger der gesellschaftlichen Verantwortung zu unterstützen. Der eingetragene Verein Essbare Stadt e. V. ermöglicht zudem Spenden entgegenzunehmen.

Beispiele für UniGardening an anderen Universitäten

Bayernweit existieren unseres Wissens noch keine Universitäten, an denen ein Gartensharing unter Studierenden mit Einbeziehung in die Lehre oder Forschung möglich ist. Die Otto-Friedrich-Universität Bamberg könnte in diesem Sinne ein Leuchtturmprojekt ins Leben rufen.

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit werden im Folgenden erfolgreiche Gartenprojekte an Universitäten aufgelistet.

JMU Würzburg Campusgarten www.stuv.uni-wuerzburg.de/referat_ak/oekologie/campusgarten/

FU Berlin Uni Gardening http://www.fu-berlin.de/sites/sustain/nhkonkret/uni_gardening/index.html

TU Berlin Hochschulgruppe grüneUni http://gruene-uni.org/projekte/

Uni Köln Campusgarten http://www.campusgarten.uni-koeln.de/

TU Chemnitz Permakulturgarten https://permakultur-tuc.de/

CEU Budapest https://www.ceu.edu/article/2016-11-29/ceu-roof-garden

Kontakt

Im VC-Kurs "UniGardening" werden Termine freigeschaltet, weitere Hochbeete geplant und die Möglichkeit zur Betreuung eines Beetes vergeben. Gerne können sich hier Studierende und MitarbeiterInnen der Universität eintragen.