Wissenschaftliche Einrichtungen

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Wissenschaftliche Karrierewege an der Universität Bamberg

Erst die Promotion, dann die Habilitation und danach die Professur bis zur Emeritierung? Diesen klassischen Weg der akademischen Karriere gibt es natürlich weiterhin, daneben aber stehen heute bekanntlich etliche zusätzliche Optionen zur Verfügung: Juniorprofessuren, Nachwuchsgruppenleiter, drittmittelfinanzierte Projektstellen, Professuren mit und ohne Tenure Track... Das bedeutet eine größere Auswahlmöglichkeit und mehr Flexibilität für den wissenschaftlichen Nachwuchs - ein nicht zu unterschätzender Vorteil also. Die gegenwärtige Vielfalt macht aber auch eine (frühzeitige) Orientierung notwendig. Diese und die folgenden Seiten sollen Ihnen einen ersten Überblick bieten, welche Möglichkeiten die Otto-Friedrich-Universität Bamberg für eine wissenschaftliche Karriere bietet.

Nach dem Studium bildet die Promotion den Einstieg in die akademische Karriere. Alle Informationen zu diesem Abschnitt des Karriereweges finden Sie hier.

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Promotion stehen unterschiedliche Optionen für den weiteren Weg in der akademischen Welt zur Verfügung. Viele zielen am Ende auf eine Professur ab - aber auch hier ist das Spektrum der Möglichkeiten inzwischen breiter geworden.

Die Optionen seien hier nur aufgelistet, in Kürze finden Sie hier zusätzliche Informationen zu

  • Habilitation
  • Juniorprofessur
  • Nachwuchsgruppenleitung
  • Projektstellen
  • Wissenschaftliche Funktionsstellen

Was folgt nach der Habilitation?

In Bayern regelt das Hochschulgesetz (vgl. Art. 65 BayHSchG), dass Lehrbefähigung und Lehrbefugnis nicht in einem Rechtsakt verliehen werden. Das bedeutet, dass die Lehrbefähigung als Abschluss der Habilitation von der Fakultät festgestellt wird. Damit verbunden ist die Berechtigung, hinter dem zuvor erworbenen Doktorgrad die Angabe „habil.“ mit oder ohne disziplinärer Angabe zu führen, also z.B. in der Form: „Dr. phil. habil.“ oder in der Form: „Dr. habil.“.
Um die Lehrbefugnis, d.h. die Befugnis zur selbständigen Lehre an der Universität zu erhalten muss ein gesonderter Antrag über die Fakultät an den Präsidenten bzw. die Präsidentin gestellt werden (vgl. Art. 65 Abs. 10 BayHSchG). Verbunden mit der Erteilung der Lehrbefugnis ist das Recht, den Titel Privatdozent bzw. Privatdozentin zu führen.

 

Juniorprofessur und Lehrbefugnis

Auch Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren kann nach dem Bayerischen Hochschulgesetz die Lehrbefugnis erteilt werden: „Die Lehrbefugnis soll im Einvernehmen mit der zuständigen Fakultät Personen erteilt werden, die sich an der betreffenden Hochschule als Juniorprofessor oder Juniorprofessorin bewährt haben…“ (Art. 65 Abs. 10 Satz 2 BayHSchG). Nach den Regelungen der Otto-Friedrich-Universität Bamberg ist festgelegt, dass mit der erfolgreichen Zwischenevaluation die erforderliche Bewährung als festgestellt gilt. Ein entsprechender Antrag kann also nach der Zwischenevaluation gestellt werden. Während nach dem Ausscheiden aus einer Juniorprofessur der Titel „Professor“ bzw. „Professorin“ nicht weiter geführt werden darf (Art. 15 Abs. 2 Satz 2 BayHSchPG), kann der Titel „Privatdozent“ bzw. „Privatdozentin“ nach Ausscheiden aus der Juniorprofessur weiter geführt werden.

 

Privatdozentur

Die Privatdozentur begründet kein Dienst- oder Angestelltenverhältnis und keinen Anspruch auf einen Arbeitsplatz. Mit der Privatdozentur ist das Recht zu Lehren verbunden und das Recht als Hochschullehrer bzw. Hochschullehrerin an Promotions- und Habilitationsverfahren beteiligt zu werden, d.h. auch in gutachtender und betreuender Funktion. Dem steht die Pflicht zu lehren, d.h. in einem bestimmten Umfang selbständige Lehre anzubieten, gegenüber. Diese Verpflichtung wird auch als „Titellehre“ bezeichnet. Sie umfasst in der Regel zwei Semesterwochenstunden und erfolgt unentgeltlich.
Eine Reduzierung kann auf Antrag an den Präsidenten bzw. Präsidentin genehmigt werden, insbesondere in Fällen, in denen an einer anderen Hochschule im In- oder Ausland selbständig gelehrt wird. An der Universität Bamberg wird von der Lehre in keinem Fall vollständig freigestellt. Um den kollegialen Kontakt zur habilitierenden Universität nicht zu verlieren, wird eine Reduzierung der Lehrverpflichtung genehmigt; eine SWS pro Studienjahr ist der Mindestumfang der Titellehre.

 

Widerruf der Lehrbefugnis

Soweit die Privatdozentin bzw. der Privatdozent vor Vollendung des 62. Lebensjahres aus Gründen, die sie bzw. er zu vertreten hat, über eine bestimmte Zeit, in der Regel ein oder zwei Jahre, keine Lehrveranstaltungen abgehalten hat, kann die Lehrbefugnis widerrufen werden. Insbesondere für Externe ist eine Erleichterung der Pflicht zu lehren durch Blockveranstaltungen möglich.
Die Lehrbefugnis wird ebenfalls widerrufen, wenn eine Privatdozentin bzw. eine Privatdozent auf eine Professur an eine Universität oder Hochschule mit Promotionsrecht berufen wird. Im Fall einer Berufung auf eine Professur an einer nicht-promotionsberechtigten Hochschule erfolgt an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg auf Antrag kein Widerruf, um die Möglichkeit zu erhalten, weiterhin Doktorandinnen und Doktoranden zu betreuen.
Ein Widerruf wird grundsätzlich öffentlich bekannt gegeben, allerdings erfolgt keine öffentliche Angabe von Gründen. Mit einem Widerruf der Lehrbefugnis wird die Lehrbefähigung nicht berührt.

 

Außerplanmäßige Professur

Privatdozentinnen und Privatdozenten können nach einer bestimmten Zeit und unter bestimmten Voraussetzungen zu außerplanmäßigen Professorinnen bzw. Professoren ernannt werden. Ihre Rechtsstellung an der Universität ändert sich dadurch nicht. Sie sind berechtigt, die Bezeichnung „Professorin“ bzw. „Professor“ als akademische Würde zu führen.
Konkret regelt das Hochschulpersonalgesetz, dass der Präsident bzw. die Präsidentin Privatdozentinnen und Privatdozenten auf Antrag des Fakultätsrats nach mindestens sechsjähriger Tätigkeit als Hochschullehrerin oder Hochschullehrer zum außerplanmäßigen Professor bzw. zur außerplanmäßigen Professorin bestellen kann. Die Sechsjahresfrist kann in Ausnahmefällen bei Vorliegen außergewöhnlicher wissenschaftlicher Leistungen auf bis zu vier Jahre verkürzt werden (Vgl. Art. 29 BayHSchPG).
Die Bestellung zur außerplanmäßigen Professorin oder zum außerplanmäßigen Professor erfolgt an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg nicht automatisch per Zeitablauf sozusagen als „Alterserscheinung“, sondern in einem förmlichen Verfahren, das klar geregelt ist. Die entsprechende Regelung finden Sie hier(50.6 KB).

Tenure Track-Professuren bieten zusätzliche, frühzeitige Perspektiven auf dem Weg zur wissenschaftlichen Dauerstelle. Die Universität Bamberg fördert diesen Weg mit der Bamberger Tenure Track- und Exzellenzrichtlinie (BETTER). Details finden Sie hier.