Sicherheit für alle: Polizeikultur in einer Einwanderungsgesellschaft

gefördert durch die VolkswagenStiftung

Projektleitung: Dr. Georgiana Banita
An der Weberei 5 ("ERBA" Gebäude)
Raum WE5/04.101
96047 Bamberg

+49 (0)951 863-3505
georgiana.banita(at)uni-bamberg.de

Forschungsschwerpunkte:

  • Terrorismus in der Literatur
  • Energie und Kulturwissenschaft
  • Migration, Polizeikultur und Innere Sicherheit
  • Amerikanische Literatur und Kultur
  • Amerikanische Wahlkulturen
  • Transnationalismus und Postkolonialität
  • Visuelle Medien (Comics, Film, Fotografie)
  • Gender und Queer Studies
  • Kanadistik


Migrationsnarrative sind immer auch Polizeigeschichten. Die Passkontrolle durch die Grenzpolizei bildet den ersten Kontakt des Ankommenden mit dem Gastland. Man wird freundlich durchgewinkt, vielleicht aber auch angehalten. Es sind Polizistinnen und Polizisten, die erklären, dass die Einwanderung nicht gestattet ist, oder Geflüchteten mitteilen, dass sie ein Gesuch auf Asyl stellen dürfen. Im Land selbst ist es wieder die Polizei, die in komplexen Situationen - Stichworte sind beispielsweise Rassismus oder Ausländerkriminalität - eindeutige Handlungen zu vollziehen hat. Ob an der Grenze oder im Land: Polizeikräfte bestimmen entscheidend den Einreise- und Integrationsprozess.

Dank ihrer zentralen Rolle in der Gewährleistung der sozialen Ordnung gehören Polizisten zu den meist repräsentierten Berufsgruppen der Alltagskultur. Umso interessanter ist die Frage nach dem Bild und auch dem Selbstbild der Exekutive als Vermittlerinstanz zwischen Ideen und Identitäten, Moral und Mentalität, Norm und Devianz - die doch ihrerseits immer in Bewegung sind. Die Relationen zwischen Polizei und Migranten werden damit dezidiert als ein kultureller Prozess verstanden, der mit linguistischen, literarischen und ästhetischen Methoden untersucht werden muss.

Auf der Grundlage von Wissensbeständen aus ineinandergreifenden Bereichen der Geistes- und Sozialwissenschaften, mit einem besonderen Augenmerk auf die amerikanische Mentalitätsgeschichte als Gegenfolie zu Deutschlands vergangenen Erfahrungen mit dem Polizeistaat sowie zu aktuellen europaweiten Sicherheitsdebatten nach IS-Attentaten, unternimmt das Projekt durch Mikrolektüren kultureller Artefakte aus Literatur, Film, Fotografie, Polizeididaktik, Werbung und Social Media sowie durch Makroreflexionen ihrer Zusammenhänge die erste transdisziplinäre und komparative Kulturanalyse moderner Polizeiapparate.

Akademische Ausbildung

  • bis 2005/06       Master-Studium der Englischen und Amerikanischen Literatur und der
                               Deutschen Literatur an der Universität Konstanz
  • 2006                  Master-Abschluss mit einer Arbeit unter dem Titel "Female Iconicity and the
                               Myth of Sylvia Plath)
  • 2006-2007         Doctoral Fellow, Department of English, Yale University
  • 2009                  Promotion in American Studies (Comparative Literature and Media Studies),
                               Universität Konstanz, Titel der Dissertation: "Literature and Ethical
                               Spectatorship after 9/11"

Beruflicher Werdegang

  • 2003-2009        Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Dozentin für Britische und
                              amerikanische Studien, Fachgruppe Anglistik/Amerikanistik im
                              Fachbereich Literaturwissenschaft, Universität Konstanz
  • 2009-2010        Visiting Assistant Professor, Institut für Anglistik und Amerikanistik,
                              Universität Paderborn
  • 2010-2011        Postdoctoral Fellow, United States Studies Centre, University of
                              Sydney, Australien
  • 2010-2017        Akademische Rätin a.Z. für US-amerikanische Literatur und Medien am
                              Lehrstuhl für Literatur und Medien (Prof. Dr. Jörn Glasenapp),
                              Universität Bamberg
  • seit 2011          korrespondierender Research Fellow am United States Studies
                              Centre, Universität Sydney

Plotting Justice: Narrative Ethics and Literary Culture after 9/11. Lincoln: University of Nebraska Press, 2012.

Die Lust zu gehen: Weibliche Flanerie in Literatur und Film, hrsg. von Georgiana Banita, Judith Ellenbürger und Jörn Glasenapp (München: Fink, 2017). 

Electoral Cultures: American Democracy and Choice, hrsg. von Georgiana Banita und Sascha Pöhlmann (Heidelberg: Winter, 2015).

Fachgutachterin für Temple University Press, Palgrave Macmillan, Journal of American Studies, LIT: Literature Interpretation Theory, ARIEL: A Review of International English Literature, Journal of Commonwealth Literature, Mosaic: A Journal for the Interdisciplinary Study of Literature, Literary Geographies.

Mentorin im Programm FeRNet für Wissenschaftlerinnen zur Unterstützung einer akademischen Karriere, Otto-Friedrich-Universität Bamberg