Trimberg Research Academy - TRAc

Förderprogramm IPID4all

Von Bamberger Hörnla, geraspeltem Süßholz und kleinen Haien

Ein kulinarischer Spaziergang durch die Bamberger Innenstadt

Insgesamt achtzehn internationale Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Intensivsprachkurse Deutsch fanden sich am 9. Mai in der Bamberger Innenstadt zusammen, um sich von Lisa Feller (Stadtführerin bei „Bamberg–Geschichte für Alle e.V.“ und IPID4all-Sprachdozentin) einen kulinarischen Spaziergang mit Erklärungen zu stadtgeschichtlichen Entwicklungen, humorvollen Anekdoten und Kostproben verschiedenster Art servieren zu lassen.

Der Spaziergang beginnt vor dem ehemaligen Schlachthof am Kranen – passend zur Ochsenskulptur über dem Portal wird Zwetschgenbaames zum Probieren gereicht. Der über Zwetschenholz geräucherte rohe Rinderschinken stellt sich nicht nur als kulinarische (Neu)Entdeckung, sondern bei den Promovierenden und Postdocs auch als wahrer Zungenbrecher heraus.

Am Obstmarkt wird über die Bamberger Gärtner- und Marktkultur informiert. Als besonderes Detail wird hier Bamberger Süßholz zur Probe gereicht: In Bamberg wird die mittelalterliche Tradition inzwischen wieder kultiviert und die Gewürz- und Heilpflanze, die zu Tee oder Lakritz weiterverarbeitet wird, angebaut und geerntet.
„Süßholz raspeln“: nicht nur alte Gärtnertradition, sondern auch als Redewendung Bestandteil des deutschen Sprachgebrauches.

Folgend eine kurze Anekdote zur legendären Gärtnerin und Marktfrau „Humsera“. Für sie wurde 1936 von Hans Leitherer die Humsera als Brunnenfigur erschaffen – und somit ihr und den anderen Gärtnerfrauen ein bis heute vielbeachtetes Denkmal errichtet.

Auf der unteren Brücke wird die Fischerzunft, die wohl älteste Zunft Bambergs, anschaulich gemacht. Zwar nicht im Wasser, aber für die Teilnehmenden gibt es bunte Haie zur Probe.
Während die Gummibären die Runde machen schweift der Blick auf die Obere Brücke zu einer der aktuellen Skulpturen des in Bamberg ausstellenden Bildhauers Rui Chafes.

Genussprobe der „Bamberger Hörnla“ vor der ältesten Bäckerei Bambergs. Durch die über Jahrhunderte weitergegebene Tradition, hat heutzutage jede namenhafte Bäckerei in Bamberg ihre eigene Rezeptur. Nur das steht fest: Alle Bamberger Hörnla sind mit Präzision in Gewicht, Form und Farbe – und reichlich Butterfett zubereitet.

Fotos: Armin Gertz
Text: Simone Treiber