Forschungskolloquium 2017

Die Arbeitsbedingungen entlang der globalen Produktions- und Handelsketten sind insbesondere in den Entwicklungs- und Schwellenländern oft menschenunwürdig. Sei es in der Bekleidungsindustrie in Bangladesch, auf den Baustellen der WM-Stadien in Katar oder auf den Organgenplantagen in Brasilien. Aber auch in Europa arbeiten immer mehr Menschen unter menschenunwürdigen Bedingungen. Bisher konzentrieren sich in der katholischen Soziallehre und der Christlichen Sozialethik die Ansätz der Ethik der Arbeit vor allem auf den klassischen Industriearbeitnehmern. Themen wir Internationale Arbeitsstandards werden bisher kaum aufgegriffen.

Am 21. Februar 2017 lud der Lehrstuhl für Theologische Ethik im Rahmen eines Forschungskolloquiums dazu ein, zum Themas "Menschenrechte und Frauenrechte in globalen Produktionsketten" eine erste Bestandsaufnahme vorzunehmen. Dazu waren Expertinnen und Experten aus der Sozialethik und der Menschenrechtsarbeit eingeladen.

Ca. 25 Teilnehmende folgten der Einladung und hörten zunächst einen Vortrag von Maik Pflaum von der Christlichen Initiative Romero (Nürnberg). Nach einer kurzen Vorstellung der Initiative berichtete Maik Pflaum von den Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen bei der Textilproduktion. Im Mittelpunkt des Vortrags stand die Funktionsweise globaler Produktionsketten und die Rolle von deutschen Unternehmen.  Dr. Christine Mansfeld (Bonn) vom Exposure Dialogprogramm berichtete von einer Programmreise nach Indien, die sich der "Heim- und Wanderarbeit im Textilsektor" widmete. Im Mittelpunkt der Reise stand die Baumwollproduktion, in der viele Wanderarbeiter und Kinder arbeiten. Eindrucksvoll schilderte Frau Mansfeld ihre Erfahrungen im Zusammenleben mit den Familien vorort und dem Kontakt zu Gewerkschaften, die sich für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen einsetzen. Nach der Mittagspause folgte der sozialethische Teil des Kolloquiums.  Prof. Dr. Franz Sebergs eröffnete diesen Teil mit einem Vortrag zum Thema Arbeit und Menschenrechte. Stefanie A. Wahl (Bamberg) knüpfte an den Vortrag an, indem Sie sich den Interantionalen Arbeitsstandards als einem Instrument der Menschenrechts- und Frauenrechtsarbeit widmete. Vor Beginn der Abschlussdiskussion stelltw  Christian Bindl (München) von der Betriebsseelsorge München die Initiative Armutshandel vor.