Wie verändern sich die zentralen gesellschaftlichen Konfliktstrukturen in Deutschland? Social Media Analytics kollektiver Proteste und Bewegungen

Projektbeteiligte:

Prof. Dr. Kai Fischbach, Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, insbes. Soziale Netzwerke (Universität Bamberg)
Prof. Dr. Marc Helbling, Lehrstuhl für Politische Soziologie (Universität Bamberg)
Prof. Dr. Thomas Kern, Lehrstuhl für Soziologie, insbes. Soziologische Theorie (Universität Bamberg)

Projektlaufzeit:

1 plus 2 Jahre
gefördert durch das Bayerische Forschungsinstitut für Digitale Transformation (bidt)

Projektbeschreibung:

Konflikte sind eine treibende Kraft des sozialen Wandels und ein tragendes Element moderner Demokratien. Dies gilt besonders für geregelte Konflikte wie etwa den Parteienwettbewerb in der Politik. Über den fortwährenden Ausgleich gegensätzlicher Interessen leisten sie einen wesentlichen Beitrag zur Sozialintegration. Sobald sich Konflikte aber ungeregelt entfalten – das Spektrum reicht von "Hasskommentaren" im Internet (online) bis hin zur kollektiven Gewalt (offline) – können sie die soziale Ordnung unterhöhlen. Im Rahmen des Projekts soll der Wandel von Strukturen und Dynamiken gesellschaftlicher Konflikte in Deutschland untersucht werden. Im Zentrum steht dabei einerseits der Aufbau einer umfangreichen Datenbasis über Konflikte, Protestwellen und soziale Bewegungen auf der Grundlage neuer digitaler Datenquellen. Zum anderen sollen die Konsequenzen untersucht werden, die sich aus der Verlagerung von Konflikten in die sozialen Medien für die Demokratie ergeben. Ein zentrale Frage lautet dabei: Wie werden "ungeregelte" in "geregelte" Konflikte transformiert?