Alternative Wege zur Hochschulreife: Eine Ergründung der Ablenkungsprozesse von Hochschulbildung

Status: laufend
Laufzeit: 2018-2020
Beteiligte Forscher:Felix Bittmann, Steffen Schindler
Förderung: DFG

Neben dem klassischen Weg über das Gymnasium finden sich im Deutschen Schulsystem zahlreiche weitere, jedoch weniger bekannte und unzureichende beforschte Bildungswege die einen Zugang zur Hochschulbildung gewähren. Ausgehend von einem erstem Schulabschluss der unteren Sekundarstufe, beispielsweise nach Besuch einer Haupt- oder Realschule, stehen heutzutage weitere (berufliche) Wege offen, die mit einem Abitur oder Fachabitur abschließen. Bisherige empirischen Forschungsarbeiten zeigen jedoch auf, dass die Wahrscheinlichkeit, ein Studium aufzunehmen, deutlich mit dem Bildungsweg in der Sekundarstufe korreliert und Personen, die ihren Abschluss über alternative Wege erworben haben, ein deutlich geringeres Interesse an der Aufnahme eines Studiums haben. Obwohl verschiedene theoretische Erklärungen existieren wurden diese bisher nur unzureichend empirisch getestet. ARTHEE soll diese Forschungslücke schließen und untersucht mit den Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) Bildungsverläufe in der unteren Sekundarstufe. Neben Bildungsentscheidungen rücken somit auch Aspirationen, Zeithorizonte und Leistungsdaten in den Fokus um kausale Mechanismen aufzeigen zu können. Dabei gliedert sich das Projekt in drei Phasen: zunächst soll überprüft werden, ob die Verfügbarkeit alternativer Bildungswege soziale Ungleichheit insgesamt reduzieren kann. Dazu werden retrospektiv erhobene Daten der Erwachsenenkohorte herangezogen, die vollständige Bildungswege beinhalten. Anschließend werden mit prospektiven Paneldaten Bildungsverläufe zwischen Klasse 5 und 9 (Phase 2) sowie ab Klassenstufe 10 (Phase 3) untersucht. Die Ergebnisse werden dazu beitragen, die Rolle von alternativen Bildungswegen neu bewerten und insgesamt Bildungsverläufe und Bildungsentscheidungen in Interaktion mit sozialer Herkunft besser verstehen zu können.